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Prophecy's Puro Praxis #21 - Wrestle Kingdom 7

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Kolumne
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"Prophecy's Puro Praxis #21 - Wrestle Kingdom 7" von Prophecy
Alle Jahre wieder startet New Japan Pro Wrestling am 4. Januar mit einer großen Show im Tokyo Dome in das Jahr und alle Jahre wieder gibt es den gleichen Hype und die gleichen Probleme! Was 1992 mit der gemeinsam mit World Championship Wrestling veranstalteten Show Starrcade in Tokyo Dome begann und viele Jahre als Wrestling World bekannt war, findet in wenigen Tagen zum siebten Mal unter dem Wrestle-Kingdom-Banner statt. Einerseits ist es einfach ein Prestigeprojekt, das im jährlichen Kalender von New Japan dazu gehört, andererseits leiden die Shows in der jüngeren Vergangenheit einfach immer darunter, dass der Dome nicht mal zur Hälfte gefüllt werden kann und so die Stimmung nicht rüber kommen will.

Seit vielen Jahren war es eine Tradition, dass viele Wrestler aus anderen Ligen an diesem Tag das Roster verstärken und die Show so noch mehr aufwarten. Doch in diesem Jahr hat man das ganze deutlich zurückgefahren. Wie schon im letzten Jahr sind keine Wrestler von Total Nonstop Action Wrestling mit dabei und zum ersten Mal seit Jahren aber auch keine Wrestler vom Consejo Mundial de Lucha Libre. Auch die japanischen Ligen sind eher spärlich vertreten. Wurde im Vorfeld noch darüber spekuliert, dass sowohl die AJPW Unified Triple Crown Heavyweight Title als auch die GHC Heavyweight Title verteidigt werden könnten. Aus beidem wurde nichts und von NOAH war kein einziger Vertreter mit dabei. Ob das an den aktuellen Entwicklungen innerhalb der Liga liegt, kann nur vermutet werden. All Japan Pro Wrestling stellte mit Keiji Muto immerhin die größte Legende aus den eigenen Reihen ab. Ansonsten waren eigentlich nur noch die beiden ZERO-ONE-Vertreter Masato Tanaka und Shinjiro Otani mit von der Partie. Wobei natürlich erwähnt werden muss, dass Tanaka eh schon ein Regular bei New Japan ist. Otani ersetzte den verletzte Daichi Hashimoto, der schon im Spätsommer für Wrestlie Kingdom angekündigt worden war und hier das Debüt in der Promotion geben sollte, die sein Vater als einer der drei Musketiere in den 1990ern in ungeahnte Höhen geführt hatte. Der gebrochene Arm zögert das Debüt nun etwas hinaus, doch es darf weiterhin als ausgemacht gelten, dass Daichi kurzfristig sein Debüt geben und mittelfristig auch einen festen Vertrag bei New Japan unterschreiben wird.

Doch werten die wenigen Gaststars die Show ab? Dave Meltzer war im Vorfeld der Show der Meinung, dass der Show dadurch das Besondere fehle und sie nur wie ein normaler Pay-Per-View unter vielen wirke. In gewisser Weise stimmt das schon, schließlich hat man den Main Event im vergangenen Jahr immerhin auch schon zweimal geboten bekommen. Ich kann die Argumentation schon verstehen, aber gleichzeitig bin ich auch der Meinung, dass es ein richtiger Schritt ist, um die eigene Marke zu stärken. WWE holt bei WrestleMania ja auch nicht zwei, drei Wrestler von TNAW. Mania als Beispiel heran zu ziehen hinkt etwas, da der Abstand von WWE in den USA zu allen anderen Ligen viel größer ist als in Japan und vor allem die öffentliche Wahrnehmung in Japan eine andere ist. Aber er dürfte verdeutlichen, was ich sagen will. Außerdem tut Dave New Japan auch etwas Unrecht, wenn er Katsuyori Shibata und Kazushi Sakuraba unterschlägt, die hier ihre ersten Singles Matches bestritten.

Doch damit jetzt rein in ein Spektakel, das ein heißer Kandidat auf den Platz als Show des Jahres 2013 sein dürfte. Zur Qualität der einzelnen Kämpfe werde ich mich später äußern, aber schon das Drumherum sorgte für ein lang nicht mehr gesehenes Spektakel im Tokyo Dome. So sorgte Bushiroad für das spektakuläre Set Up, Live Performances für Einmärsche, die Einbindung von weiteren Popkultur Persönlichkeiten oder auch dafür, dass halb Tokio mit Plakaten zu gekleistert war. 29.000 Zuschauer im Tokyo Dome... ist im Vergleich zu den 43.000 Zuschauern vom Vorjahr eine ziemliche Enttäuschung... oder? Da muss man jetzt die japanische Besonderheit bedenken, dass es dort eigentlich üblich ist, dass Zuschauerzahlen dramatisch geschönt werden. Anhand der Fernsehbilder wird die realistische Zuschauerzahl im Vorjahr auf irgendwas zwischen 20 und 25.000 geschätzt. New-Japan-Präsident Sugabayashi erklärte hierzu, dass man darauf verzichte geschönte Zahlen ("sponsor announcements") zu veröffentlichen und nur die tatsächlich verkauften Ticketzahlen bekannt geben werde. Er bestätigte außerdem, dass in diesem Jahr mehr Zuschauer anwesenden waren als im Vorjahr. Wenn man die übliche Praktik aus den Vorjahren heran zieht, dann wären es hier sicherlich mehr als 50.000 gewesen, die man verkündet hätte.

Jetzt aber rein ins Getümmel, auf in die elf Kämpfe von Wrestle Kingdom 7!

Pre Show Six Men Tag Matches
In den beiden Kämpfen vor dem offiziellen Start der Show bekamen wir zwei Six Men Tag Team Matches, die die Welt nicht veränderten, aber doch ihren Zweck erfüllten. Das erste Match war die große Tama Tonga Show. Der Sohn von Haku war im letzten Viertel 2012 sehr erfolgreich in Mexiko unterwegs und wird demnächst auch wieder zurückkehren. Immerhin hält er zusammen mit Damián el Terrible noch die CMLL World Tag Team Titles und konnte im Dezember in der Copa Junior immerhin das Finale erreichen. Im Gegensatz zu vielen anderen Gästen sind die Reaktionen auf Tonga selbst bei den Lucha-Fans ziemlich positiv. Umso überraschender ist es, dass er an keinem der drei Tage von Fantastica Mania mit dabei sein wird. Doch dazu später mehr. Auf jeden Fall dominierten die Heels das Match gegen Wataru Inoue, bevor dieser das Hot Tag schaffte und Tama Tonga aufräumen und das Match dann auch mit seinem Headshrinker beenden durfte. Für den Tokyo Dome zog er auch ordentliche Reaktionen. Im zweiten Trios Match waren dann die Juniors an der Reihe und wenn man die Reaktionen von Tonga mit denen auf Jushin Thunder Liger vergleicht, dann ist das natürlich ziemlich unfair, da Liger einfach eine Legende ist. Ansonsten war auch dieses Match nichts besonderes. Alle sechs durften ein bisschen was zeigen, besonders die beiden Altstars. BUSHI wäre nach dem Tiger Driver und Takahashis Fisherman's Suplex beinahe erledigt gewesen, konnte aber gerade noch gerettet werden und durfte als Entschädigung wenig später nach Vorarbeit von KUSHIDA mit dem Firebird Splash das Match beenden.

Leichte Kost als Vorspeise
Die Hauptshow begann mit dem typischen CHAOS Multi Men Match, angereichert durch das Duell zweier japanischer Main Stream Stars. Mixed-Martial-Arts sind in Japan mittlerweile ziemlich bedeutungslos, doch bis vor einigen Jahren war es ein verdammt heißer Sport und das besondere Highlight eines jeden Jahres waren die großen Shows an Silvester. An Silvester 2003 trafen im ausverkaufte Nagoya Dome vor fast 45.000 Zuschauern im Main Event unter K1-Regeln Bob Sapp und Akebono aufeinander. Dass Sapp hier gewann, ist aus heutiger Sicht völlig irrelevant, doch viel wichtiger, um die Dimension des Kampfes und die Popularität der beiden Kontrahenten aufzuzeigen, ist die Tatsache, dass ca. 40% aller Japaner diesen Kampf am Bildschirm verfolgten. Das ist deutlich mehr als ein Fußballländerspiel in Deutschland! Akebono war gerade erst vom Sumo zurückgetreten und bestritt hier seinen ersten Kampf im K1, während Bob Sapp auf dem Höhepunkt seiner Popularität stand und das nicht nur unter Sportfans, sondern in der breiten Öffentlichkeit. Man musste damals schon unter einem Stein leben, wenn man als Japaner Bob Sapp nicht kannte. Doch neun Jahre später sind die Sterne der beiden deutlich gesunken. Sapp ist zwar immer noch ein herausragender Performer, aber ansonsten nur noch ein Gimmick. Akebono hat sich währenddessen zu einem respektablen Wrestler entwickelt, der ja auch bei All Japan Pro Wrestling regelmäßig in den Ring steigt. Die beiden wurden in das sonst völlig belanglose Match gesteckt, sodass es sich doch schon etwas das besondere Tokyo Dome Feeling bekam.

Doch auch die beiden konnten das Match nicht über das übliche Geplänkel eines CHAOS-Openers hinaus bringen. Eigentlich taten sie sogar so gut wie gar nichts. Abgesehen von ihrer zu erwartenden Shoulderblock- und Clothesline-Konfrontation zu Beginn, musste vor allem Sapp eigentlich nur einstecken. Das Ende kam mit dem Argentine Backbreaker von Manabu Nakanishi, der Takashi Iizuka so zur Aufgabe zwingen konnte. Doch damit war die Geschichte noch nicht zu Ende. Denn hier steckte noch ein bisschen mehr drin. Takashi Iizuka und Toru Yano machen sich schon lange bei ihren Einmärschen, bei denen sie auch durchs Publikum poltern, einen Spaß daraus einen der japanischen Kommentatoren zu attackieren. Dieser kam bei Wrestle Kingdom nun nicht nur mit Nakanishi zum Ring und kommentierte dann das Match, sondern bekam nach der Entscheidung Dank der freundlichen Unterstützung von Strong Man und Nakanishi auch noch die Möglichkeit Iizuka eine Lariat zu verpassen und sich so für die erlittenen Demütigungen zu revanchieren.

Dann folgte das einzig etwas enttäuschende Match auf der Card. Masato Tanaka verteidigte zum ersten Mal den NEVER Openweight Title gegen Shelton Benjamin und das in einem alles andere als spektakulären Kampf. Weder war der Kampf Tanakas übliche Materialschlacht, noch war es irgendwie sonst sonderlich erwähnenswert. Zum Ende hin wollte Yujiro Takahashi eingreifen, aber Benjamin konnte ausweichen und so kollidierten die beiden Complete Players. Wenig später konnte er Benjamin doch noch einen Kendo Stick überziehen, aber für die Entscheidung reichte das nicht. Als er dann jedoch auf das Top Rope stieg, konnte Benjamin ihn zwar mit einem Top Rope Belly-to-Belly abfertigen, landete dadurch aber selbst direkt in der Position für den Sliding D und musste das Match so verloren geben. Backstage kam es später zu einer Konfrontation von Tanaka und Tomohiro Ishii, der als nächster Herausforderer auf den Titel bereit steht.

Die Show nimmt Fahrt auf
… und das im wahrsten Sinne des Wortes! Denn nachdem Sword & Guns mit T-Shirt Bazooka und Schwert den Einmarsch absolviert hatten, tauchte Lance Archer mit Dämonenmaske und auf einem Motorrad in der Arena auf. Die Killer Elite Squad ist einfach ein großartiges Tag Team. Ihr Auftreten ist dabei schon die halbe Miete, aber auch im Ring sind die beiden mehr als solide. So viel zu all den Kritikern von Lance Archer. Der Kerl braucht halt nur die richtige Rolle und die hat er jetzt offenbar gefunden. Dazu auch noch der kleine Giftzwerg TAKA Michinoku, der vor dem Match noch die Suzuki Army Promo hielt. Ist es eigentlich Blasphemie, wenn ich behaupte, dass Lance Archers Ropewalk mit dem "Fuck You" vorm Absprung viel cooler als der Ropewalk von The Undertaker ist? Diese beiden Teams harmonieren auf jeden Fall sehr gut und lieferten hier ein sehr schönes wildes Tag Team Match ab, das einfach Spaß gemacht hat. Archer und Davey Boy Smith Jr. nutzten alle fiesen Tricks, die es so gibt, und ließen die Bullies raus hängen, die sie sind. Es ist einfach schön zu sehen, wenn sich zwei Wrestler auf das konzentrieren, was sie im Rahmen ihrer Gimmicks machen sollen.

Sowohl Archer als auch Smith können deutlich spektakulärer wrestlen, passen sich aber perfekt ihrer Rolle als ausländische Big Men an und sind so auf diese Art mit ihren Powermoves ebenfalls spektakulär. Auf der anderen Seite versuchten Hirooki Goto und Karl Anderson gegen die beiden bösen Gaijins irgendwie dagegen zu halten und zogen immer wieder das Tempo an, wenn sie denn konnten. Anderson während des Kampfes mit einer spektakulären Spinning Gun Stun vom zweiten Seil gegen Archer, der aus dem Cover allerdings auskicken konnte... warum auch immer. Das ist so ziemlich der einzige Schönheitsfehler, den dieses absolut unterhaltsame Midcard Match hatte. Leider ist die Akustik im Tokyo Dome auf Grund der Hallendecke einfach absolut grausam, sonst hätten wir schon bei diesem Kampf einen absoluten Hexenkessel erleben können. Das Finish kam dann nach einer Serie von Finishern. Blackout gegen Anderson, ein etwas verunglückter Shouten Kai gegen Archer, die Liger Bomb gegen Goto, die Gun Stun gegen Davey Boy und alle vier waren am Boden. Nach der ersten Killer Bomb gegen Goto kann Anderson das Cover dann gerade noch brechen, muss dann aber selber eine einstecken und nach einer weiteren Killer Bomb muss sich Goto dann geschlagen geben.
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