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Mit Langeweile zum Erfolg - Warum WWE beim Rumble alles richtig gemacht hat

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Kolumne
Ausgabe

"Mit Langeweile zum Erfolg - Warum WWE beim Rumble alles richtig gemacht hat" von Prophecy
„Leider komplett frei von Überraschungen, aber nach dem Titelgewinn von ADR wäre wohl eine erneute Überraschung echt zu viel fürs Writerteam gewesen.“

„Man musste kein Nostradamus sein um diese Ausgänge vorherzusehen, leider hat sich WWE für die langweiligsten Ausgänge entschieden, die man schon drei Meilen gegen den Wind riechen konnte.“

„Tja, von den Ergebnissen her hätte es kein 6-jähriger im WWE Universe-Mode von WWE'13 phantasieloser booken können. Das ist einfach nur lahmer Booking-Standart und simples RtWM-1x1 was man da beim Rumble-PPV gemacht hat.“

„Seit dem Summerslam hatte ich kein PPV mehr gesehen und dann kommt so ein langweiliger Rumble zustande.“

Und das ist nur eine kleine Auswahl der im Prinzip immer gleichen Kritik am Booking des Royal Rumbles aus unserem Thread zur Show auf dem Boardhell. Ich möchte diese Kritik mal aufgreifen und mal kurz den Gegenentwurf dazu liefern. Denn ich kann diese Kritik nicht nachvollziehen, da das Booking das einzig sinnvolle war. Einige User sind ja immer schnell dabei, wenn ein Pay-Per-View ihrer Meinung nach zu vorhersehbar war. Liegt es vielleicht einfach daran, dass ihr euch selber den Spaß kaputt macht? Also früher war es für mich ein Highlight, wenn ich mir vor einem Kampf überlegt habe, wie der wohl ausgehen würde und dann auch noch Recht behalten habe. Denn im Optimalfall bedeutet das, dass dahinter logisches Booking steckt! Wenn ich dann mal nicht recht hatte, weil beispielsweise ein Turn oder eine andere Entwicklung sich eingestellt hatte, dann war das auch okay… wenn es denn logisch war. Ich habe mich auf jeden Fall immer mehr aufgeregt, wenn ich nicht Recht hatte, als anders herum.

Ich gebe natürlich zu, dass es ziemlich klar war, dass The Rock und John Cena hier triumphieren würden. Allerdings sehe ich nicht schlechtes daran. Denn jedes großes Money Match wurde logisch, konsequent und zumeist vorhersehbar aufgebaut. Wäre André the Giant gegen Hulk Hogan so groß gewesen, wenn einer der beiden zwei Monate vor der Show verloren hätte? Hätte Hogan sich vielleicht kurz vor Starrcade 1997 für beispielsweise Diamond Dallas Page hinlegen sollen? WrestleMania findet in diesem Jahr im größten Medienmarkt der Welt statt und bietet mit den Auftritten von The Rock und Brock Lesnar zwei Wrestler, die größer als WWE sind. Diese Show wird ohne Frage den Allzeit-Rekord für WrestleMania in Sachen Buyrate und Umsatz brechen. Doch diese Show soll den Rekord nicht nur brechen, sondern ihn pulverisieren. Denn in diesem Markt wird man so schnell keine WrestleMania mehr zu sehen bekommen. Dieses Jahr ist der Moment, in dem es WWE gelingen soll eine Hausmarke zu setzen. Wie gesagt, der Rekord wird so oder so geknackt. Doch jetzt ist die Zeit, um dafür zu sorgen, dass man alles raus holt, was geht.

Und auch wenn es einige durch das WWE-Produkt mittlerweile völlig verblendete Fans nicht glauben wollen, Siege sind wichtig! Guckt euch doch nur Ryback an. So lange er gewonnen, gewonnen und gewonnen hat (obwohl es nur irgendwelche Typen und keine großen Namen waren), schwamm er auf einer Welle und hat in seinem ersten großen Match gegen CM Punk sogar eine starke Buyrate geholt. Doch schon diese eine Niederlage hat ihm enorm geschadet, was man bei den nächsten Pay-Per-Views eindrucksvoll belegt bekommen hat. Denn Ryback hatte eben nur seine Siegesserie. Die angebliche Popularität lässt sich schnell als heiße Luft entlarven. Denn natürlich haben die Fans die "Feet me more"-Chants mitgemacht, aber eben nur mitgemacht! Wirklich nachhaltig wäre es gewesen, wenn die Fans diese Chants selber angestimmt hätten und nicht immer von Ryback dazu aufgefordert hätten werden müssen. Mittlerweile ist Ryback schon so oft gescheitert, dass er nur noch einer dieser Typen ist, die Siege und Niederlagen tauschen.

In welchem Punkt ich bei der Kritik durchaus zustimmen würde, ist die Vorhersehbarkeit beim Mania Match zwischen Cena und The Rock. Denn das entscheidende, das Money Match, sollte natürlich im Optimalfall nicht vorhersehbar sein. Wobei man auch immer wieder einschränken muss, dass wir Internetfans uns zwar denken können, wie dieses Match ausgeht. Aber das ist ja eigentlich irrelevant. Denn wir sind ja selber Schuld, dass wir meinen, dass wir uns den Blick hinter die Kulissen nehmen müssen. Der Casual Fan hat keine Ahnung, dass The Rock sich nach WrestleMania vermutlich wieder verabschieden wird. Vielleicht hat er eine Ahnung, weil es letztes Jahr auch so war. Aber das ist dann nur ein Indiz für die Spekulationen, die ich im ersten Absatz angesprochen habe. Wir sind nicht der Maßstab für WWE, das muss einigen Fans endlich mal klar werden. Wir sind der Maßstab, wenn es beispielsweise um Ring of Honor & Co. geht, weil da die DVD- und iPPV-Verkäufe einen entscheidenden Teil der Einnahmen ausmachen. Aber wer von euch kauft denn wirklich die WWE Pay-Per-Views bzw. zieht das überhaupt in Betracht? So lange ist das nicht tut und euch das ganze illegal saugt, seid ihr komplett irrelevant!

Ich möchte dann auch noch kurz darauf eingehen, dass viele Fans so sauer darüber sind, dass The Rock die lange Regentschaft von CM Punk beendet hat. Seid ihr euch eigentlich überhaupt darüber im Klaren, dass CM Punk diese lange Regentschaft überhaupt nur The Rock zu verdanken hat? Hätte The Rock nicht schon so lange als Herausforderer beim Rumble festgestanden, dann hätte Punk diese Marke nie erreicht. Selbst als es schon feststand, hat man bei WWE mehrfach noch überlegt, ob man Punk den Titel zwischenzeitlich noch mal abnehmen und dann zurück gewinnen lassen soll. Diese Ideen hat man dann verworfen, um das Titelmatch beim Rumble und den Titelgewinn von The Rock noch größer zu machen. Hätte man nicht seit Monaten geplant, dass The Rock mit dem Titel und dem größtmöglichen Impact zu WrestleMania gehen soll, dann hätte Punk den Titel niemals so lange gehalten! Also liebe Punk-Fans, bedankt euch lieber bei Rocky, dass er da ist und den Titel gewonnen hat! Das ist alles perfekt durchdachtes Booking. Selbst die Tatsache, dass Rocky das Match mit dem People’s Elbow und nicht mit dem Rock Bottom beendet hat, passt perfekt. Denn es war der Elbow, dem Punk damals ausweichen konnte. Ganz ehrlich, das Match Punk gegen Rock war das bestaufgebaute Match bei WWE seit Jahren! Warum hat wohl CM Punk gegen Brodus Clay kürzlich noch mit dem Anaconda Vice gewonnen? Richtig, damit Punk noch einen Move mehr hat, der glaubhaft das Match gegen Rocky hätte beenden können. Und genau das ist weiter gedacht auch der Grund, warum Rocky hier mit dem Elbow gewonnen hat. Den wird er bei WrestleMania auch zeigen und dann werden die Fans austicken, weil sie denken, dass er Cena damit besiegen kann, weil für Punk hat es ja auch gereicht und dann wird es den Mörderpop geben, weil Cena doch auskickt! Vielleicht werden wir das nicht so abfeiern, weil wir das so lesen können, aber die übergroße Mehrheit der WWE Fans eben nicht und genau deswegen ist dieses Booking rund um das Punk/Rock-Match so genial!
 
 
 
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