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Review: Barbed Wire City – The Unauthorized Story of ECW

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Kolumne
Ausgabe

"Review: Barbed Wire City – The Unauthorized Story of ECW" von Prophecy
Die Version mit eingebetteten Trailern und sonstigen offiziellen Videos gibt es in meinem Blog.

Ist das wirklich notwendig? Noch eine Dokumentation über die Promotion aus Philly? Was soll diese DVD denn noch ans Tageslicht fördern, was nicht schon längst x-fach breitgetreten worden ist? Schließlich gibt es sowohl aus dem Hause WWE als auch von unabhängigen Produzenten bereits gute bis sehr gute DVDs zu diesem Thema. The Rise and Fall of ECW entstand in Zusammenarbeit mit Paul Heyman und hat so vergleichsweise wenig Geschichtsfälschung ala WWE zu bieten und ist daher durchweg empfehlenswert. Praktisch das Gegenstück, das die Wrestler zu Wort kommen lässt, die damals nicht bei WWE unter Vertrag standen, ist Forever Hardcore. Auch dieses von Jeremy Borash und Shane Douglas angestoßene Werk ist wirklich gelungen.

Die Hochzeit von Extreme Championship Wrestling habe ich nicht direkt miterlebt, war das Internet zur damaligen Zeit noch so langsam und Tape Trading nie so meins. Außerdem war ich Mitte der 90er noch nicht mal in der Pubertät und hatte mit World Championship Wrestling nun wirklich genug zu tun. Doch ich dürfte im Nachgang so ziemlich alles aufgesaugt haben, was die Liga so produziert hat. Daher bin ich der Meinung, dass mich eigentlich nicht mehr viel überraschen kann, was dazu veröffentlicht wird. Doch ich würde diese Dokumentation allen Fans der Promotion und auch jedem Wrestlingfan generell empfehlen.

12 Jahre hat die Produktion der DVD gedauert, da die Macher Kevin Kiernan und John Philapavage irgendwann an ihre Grenzen stießen und das Projekt erst einmal auf Eis legten. Dann kam ihnen die Idee das ganze doch durch Crowdfunding zu finanzieren. So sammelten sie bei Kickstarter Geld ein und haben es schließlich zur Veröffentlichung gebracht. So erklärt es sich auch, dass diese Dokumentation Interviews zu bieten hat, die aus zwei völlig verschiedenen Zeiten stammen. Nicht nur kommen mit Rocco Rock und Johnny Grunge zwei mittlerweile verstorbene Wrestler ausgiebig zu Wort. An Wrestlern wie Axl Rotten und Balls Mahoney, die direkt zum Ende der Liga und noch einmal im Jahr 2012 interviewt worden, kann man sehr schön bzw. eher erschreckend die Entwicklung von Wrestlern, die kein Risiko scheuten, hin zu gebrochenen Persönlichkeiten verfolgen.

Diese DVD hat kein Happy End. Das ergibt sich einerseits schon daraus, dass die Liga 2001 die Pforten schließen musste. Doch auch das, was darüber hinaus geht, ist für einen langjährigen Fan, der natürlich möglichst nur die positiven Seiten dieses Sports sehen möchte, eher deprimierend als schön anzusehen. Die Dokumentation zeichnet in etwa zwei Stunden die Geschichte der Promotion anhand von einzelnen Eckpunkten nach ohne dabei die zwei großen "Fehler" zu machen, die andere ECW-Dokumentationen nicht vermeiden konnten. Barbed Wire City romantisiert weder die Geschehnisse, noch verdammt es das Geschehene. Viel mehr ist es eine offene Betrachtung der verschiedenen Ebenen, die ECW ausgemacht haben, und lässt das Ergebnis für die Interpretation des Zuschauers offen.

Für die DVD wurde auf eine Mischung aus Videomaterial von RF Video, dem ursprünglichen ECW-Videoproduzenten, sowie Videos von Shane Douglas erstem Extreme Reunion Event gesetzt. Hinzu kommen Interviews mit etlichen Wrestlern, Fans (darunter der Smashing-Pumpkins-Sänger Billy Corgan), Journalisten, Experten und was weiß ich noch für Personen. Insgesamt entsteht so ein ziemlich rundes Bild. Durch das RF-Video-Material werden die Interviewsequenzen sehr gut aufgelockert, sodass nicht einfach das Gefühl eines Shoot Interviews entsteht, sondern eine wirkliche Dokumentation raus gekommen ist. Doch das Herzstück sind natürlich die Interviews und ich möchte an dieser Stelle drei Beobachtungen wiedergeben, die meiner Meinung nach die Stärken dieser Dokumentation darlegen.

Durch die Einbindung vieler Wrestlingjournalisten von praktisch allen bedeutenden amerikanischen Seiten - vom Observer über den Insider bis hin zum Torch - bekommen die Zuschauer einen tiefen Einblick in die wirtschaftlichen Entscheidungsprozesse der Liga und welche Bedeutung welcher Schritt hatte. Außerdem tragen diese Experten einen großen Teil dazu bei die Person Paul Heyman auf eine Art zu beleuchten, wie es bisher noch keine Dokumentation vermochte. Wir bekommen einen Überblick über den Workaholic, der teilweise mehrere Tage am Stück mit nur sehr wenig Schlaf Videomaterial selbst schnitt, der nach einigen Jahren einen Burnout erlitt, sich diesen aber nie eingestand und einfach weiter machte. Gleichzeitig wird aber auch aufgezeigt, was für ein Betrüger Heyman eigentlich war. Schecks im Wissen, dass sie platzen, ausstellen, die Insolvenz mindestens sechs Monate verschleppen und gleichzeitig Wrestler um den Finger wickeln. Es gibt Interviews mit Wrestlern, wie Angel von den Baldies oder Balls, die in der Phase von der letzten Show bis zu seinem Auftauchen bei WWE noch auf ihn schworen und sich sicher waren, dass es mit ihm weiter gehen würde.

Ein zweiter starker Punkt sind Interviews mit Fans wie dem Stray Hat Guy oder auch Tony Lewis, der damals die inoffizielle ECW-Homepage Strictly ECW aufbaute und später eine Faninitiative startete, um die Liga ins Pay-Per-View-Geschäft zu bringen. Paul Heyman hatte 1997 eigentlich schon einen Deal mit drei, vier Anbietern eingefädelt. Doch dann kam der berüchtigte Mass Transit Incident dazwischen und alle cancelten die Deals. Daraufhin startete Lewis den Aufruf und gemeinsam mit den anderen Fans bombardierte er die Pay-Per-View-Anbieter und ECW Barely Legal konnte ausgestrahlt werden. Mit Billy Corgan kommt jemand zu Wort, der ECW als Fan miterlebt hat und mit Resistance Pro seit vergangenem Jahr nun seine eigene Indy-Liga führt. Corgan weiß unter anderem zu berichten, dass Paul Heyman ihn kurz vor dem Ende der Liga zu einem Gespräch bat, da er Geld brauchte. Wie viel? Eine Million US-Dollar! Wofür? 10 Prozent der Anteile an ECW! Corgan erklärte ihn für verrückt und hat das Geld natürlich nie zur Verfügung gestellt.

Die große Stärke der Dokumentation kam unabsichtlich zustande. Denn die ersten Interviews mit Wrestlern wurden bereits im Jahr 2000 geführt, weil die Macher eigentlich eine Dokumentation über die Geschichte der noch bestehenden Liga machen wollten. So gibt es hier Interviews aus der Zeit als sich das Ende langsam abzeichnete und aus der Zeit als die Liga zwischen der letzten Show und Heymans Auftauchen bei WWE einer ungewissen Zukunft entgegen blickte. Auch Interviews direkt aus der Zeit danach und schließlich aus dem Jahr 2012 finden sich in der Dokumentation. So sieht man nicht nur den Absturz einiger Wrestler, die aus Liebe für die Liga ihre Körper zerstört haben, und heute trotz etlicher Krankheiten und Verletzung immer noch vor einer Hand voll Zuschauer antreten müssen, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

All diese einzelnen Faktoren führen zu einem lohnenswerten Gesamtkunstwerk, das ich jedem Fan nur wärmstens ans Herz legen kann. Aber guckt euch die DVD keinesfalls an einem Regentag an, wenn ihr gerade von eurer Freundin verlassen worden seid. Denn dann werdet ihr garantiert depressiv!

Was hat diese Dokumentation, was die anderen nicht haben?

* Einbeziehung von Wrestlingjournalisten und Fans!
* Einige wirtschaftliche Hintergründe, die so sonst nur angekratzt worden sind!
* Es wird die Geschichte von echten Personen erzählt!
* ECW wird weder romantisiert noch wird die Liga beerdigt, sondern als das präsentiert, was sie war!

Homepage: Barbed Wire City
Shops: Offizieller Shop, Highspots, RF Video

Und wer jetzt wieder Lust auf ECW bekommen hat, der sollte die Tage in meinem Blog vorbei gucken. Denn dort gibt es ab morgen wöchentlich die Betrachtung der ECW TV Show, die vor 20 Jahren startete. Erlebt Terry Funk, den Sandman mit seinem Surfer-Gimmick, die ersten Schritte von Paul Heyman und all den anderen Personen, die ECW in den folgenden Jahren zur Kult-Promotion gemacht haben!
 
 
 
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