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Prophecy's Puro Praxis #30: G1-Rückblick, Teil 1 - Stardust Genius

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Kolumne
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"Prophecy's Puro Praxis #30: G1-Rückblick, Teil 1 - Stardust Genius" von Prophecy
Da liegt die 23. Auflage des G1 Climax auch schon wieder hinter uns und es war eine auf viele Arten denkwürdige Auflage! Die Show in Osaka bewarb sich eindrucksvoll um den Titel Show of the Year, diverse Kämpfe sind potentielle Matches of the Year, einige Wrestler lieferten die beste Leistung ihrer bisherigen Karriere ab und am Ende steht ein Gewinner, mit dem nur wenige gerechnet haben. Ich hatte Tetsuya Naito auch nicht auf meiner Liste der Favoriten. Dabei habe ich mich vom typischen japanischen Booking nach einer Verletzung blenden lassen. Man kann natürlich spekulieren, ob Jado und Gedo hier den geplanten Sieg des Vorjahres, den seine Verletzung möglicherweise verhinderte, nachgeholt haben. Doch das ist müßig und zu viele Gedanken sollte man sich ja auch nicht machen, das zerstört nur die Freude über den vielleicht besten G1 aller Zeiten.

Neun Shows an zwölf Tagen (ich habe das Finale erst einen Tag später gesehen), danach brauchte ich erst einmal den nötigen Abstand vom Geschehen, bevor ich mich hinsetzen konnte, um diese Puro Praxis zu schreiben. Die Möglichkeit, sich alle Shows bei Ustream anzugucken, wurde zum ersten Mal angeboten. Auf der einen Seite die Kritik, dass die Fans übersättigt werden. Auf der anderen Seite die Freude auf mehr als 30 Stunden hochklassiger Wrestlingaction. Wenn New Japan in Zukunft beim System mit einem iPPV pro Monat bleibt und einmal im Jahr den G1 auf diese Art zugänglich macht, dann kann ich damit sehr gut leben. Doch zur Regelmäßigkeit sollte es auf keinen Fall werden mehr als eine Show pro Monat anzubieten. Denn je mehr Shows man geboten bekommt, um so selektiver wird der Zuschauer bei der Bestellung dieser Shows.

Ich werde mich der Analyse des G1 in diesem Jahr mal über die Teilnehmer nähern, da das sowohl beim Schreiben als auch beim Lesen (hoffentlich) mehr Spaß macht als ein simpler Rundown der Ereignisse. Ehre wem Ehre gebührt, also fangen wir natürlich mit dem Sieger des 23. G1 Climax an!

Der Triumphator: Tetsuya Naito
Für Naito war es die vierte Teilnahme am Turnier und schon im vergangenen Jahr wurde er als einer der Favoriten auf den Turniersieg gehandelt. Dann kam ihm jedoch der Kreuzbandriss dazwischen und eine Verletzungspause stand an. Diese endete erst im Juni diesen Jahres und vor dem Turnier hat er erst zwei Kämpfe bestritten. Kaum jemand rechnete damit, dass der Finalist von 2011 dieses Ergebnis wiederholen oder sogar noch toppen könnte. Doch er hat alle Zweifler Lügen gestraft und jetzt steht er ganz oben. Rein von der Leistung im Ring ist Naito noch nicht ganz wieder da, wo er vor seiner Verletzungspause war. Es wird allerdings von Match zu Match besser und so ist zu erwarten, dass er sich bis zum großen Titelkampf gegen Kazuchika Okada noch weiter steigern können wird. Die größten Kritiker Naitos bemängeln vor allem sein schlechtes Selling. Hier muss man durchaus sagen, dass es auf diesem Gebiet definitiv Verbesserungspotential beim Stardust Genius gibt. Allerdings empfinde ich es nicht als so schlimm, wie es von einigen Fans im Internet gemacht wird.

Hierbei sollte sowieso bedacht werden, dass für das Selling in Japan andere Regeln gelten als beispielsweise in den USA. Zwar wird auch in Japan natürlich die Schwächung einzelner Körperstellen dargestellt. Doch in den entscheidenden Momenten spielt der Fighting Spirit eine große Rolle. Gemeint ist damit die Tatsache, dass ein Wrestler im entscheidenden Moment diese Schmerzen ausblenden kann. Wenn beispielsweise der Arm bearbeitet wird, dann wird von einem Wrestler erwartet, dass er diese Schmerzen ausblenden und trotzdem eine Lariat durchzieht, wenn er damit das Match gewinnen kann. Das ist der Unterschied zwischen einem Mitläufer im Roster und dem Superstar. Besonders das viel kritisierte Match gegen Minoru Suzuki empfinde ich persönlich als völlig in Ordnung. Klar, der Shooter Suzuki bearbeitet Naitos Bein nach allen Regeln der Kunst, sodass dieser eigentlich kaum noch in der Lage war richtig zu laufen. Doch das verkauft Naito über weite Strecken des Kampfes auch perfekt, bevor er dann in den Fighting Spirit Mode schaltet und das Match dann mit der Stardust Press vom obersten Seil beendet. Vielleicht wäre es tatsächlich geschickter gewesen, wenn Naito an dieser Stelle das Match lieber mit dem Koji Clutch beendet hätte. Aber das ist meiner Meinung nach nur ein kleiner Schönheitsfehler.

Die Reaktionen in der Sumo Hall nach dem Titelgewinn waren auf jeden Fall fantastisch. Ich bin mir sicher, dass wir in einigen Jahren auf diesen Climax zurückblicken werden und sich dann niemand darüber beschweren kann, dass Naito gewonnen hat. The Stardust Genius hat einfach alles, was es braucht, um ein Top Star zu werden. Dabei sind die Parallelen zu Hiroshi Tanahashi so überdeutlich. Allen voran können beide einen Main Event Style gehen, den es einfach braucht, um diese dramatischen Main Events bei New Japan bieten zu können. Darüber hinaus verfügt Tatsuya Naito über eine ganz spezielle Aura, die es ihm erlaubt je nach Gegner in verschiedene Rollen zu schlüpfen. Naito ist kein clean-cut Babyface, er kann sehr wohl auch mit Heel-Tendenzen überzeugen. Dabei stellt er sich hundertprozentig auf den Gegner ein. Gegen einen Minoru Suzuki hat man nur die Babyface-Seite gesehen, gegen einen Kota Ibushi ist er in die Heel-Rolle geschlüpft und hat auch diese Aufgabe sehr gut gelöst. Tanahashi macht das in seinen Kämpfen auch perfekt, sodass seine Gegner noch besser aussehen. Beide machen das nicht plump durch unfaire Aktionen, sondern gehen dabei sehr subtil vor.

Wie schon der amtierende Champion Kazuchika Okada im Vorjahr, wird auch Naito seinen Shot auf den IWGP Heavyweight Title erst am 4. Januar des nächsten Jahres einlösen. Denn als erstes Ziel hat er den NEVER Openweight Title von Masato Tanaka als Ziel ausgegeben. Dieser Titel war im vergangenen Jahr eigentlich für ihn kreiert worden, bevor er sich verletzte, und im zweiten Match nach seiner Rückkehr war er Tanaka bereits unterlegen. Mit dem G1-Sieg hat er nun aber ein sehr gutes Argument, um einen Rückkampf zu fordern. Bei Destrcution am 28. September werden die beiden aufeinandertreffen. In diesem Kampf geht es allerdings nicht nur um den Titel, sondern auch um den Shot im Tokyo Dome.

Beste Kämpfe im G1 gegen Kota Ibushi (Tag 2), Minoru Suzuki (Tag 4), Hiroshi Tanahashi (Tag 9)

Der Champion: Kazuchika Okada
Auch wenn ich jetzt vielleicht etwas zu negativ klinge, aber das war die schlechteste Leistung eines amtierenden IWGP Heavyweight Champions im G1, an die ich mich erinnern kann. Damit meine ich definitiv nicht, dass er schlechte Kämpfe abgeliefert hat. Denn das hat er definitiv nicht, gleichzeitig hat er aber auch keine herausragenden Kämpfe abgeliefert. Normalerweise wird das Turnier genutzt, um neue Herausforderer für den restlichen Verlauf des Jahres aufzubauen. Das sind neben dem Turniersieger die Wrestler, die den Champion im Turnierverlauf besiegen konnten. Normalerweise kommt man damit auf drei oder höchstens vier Herausforderer. In diesem Jahr sind es gleich sechs potentielle Herausforderer, manche mit einer stärkeren Position, manche mit einer schwächeren. Diese Zahl werde ich später noch relativieren. Doch so oder so ist ein 4-4-1 Record im G1 eines IWGP Heavyweight Champions unwürdig. Erschwerend kommt noch die Tatsache hinzu, dass Okada zwar kein einziges schlechtes Match abgeliefert hat, im Mix dieser herausragenden Wrestler um ihn herum allerdings völlig untergegangen ist. Die herausragenden Kämpfe haben andere Wrestler gezeigt und die hervorstechenden Einzelleistungen gehen auch auf das Konto anderer Wrestler. Wenn ich das alles berücksichtige, dann kann man nach dem G1 nur zu dem Ergebnis kommen, dass Okada den Titel nicht verdient hat. Das hört sich hart an und das ist nur zum Teil seine Schuld, aber man muss es wohl so sagen.

Okada kann der herausragende Performer einer Show sein, doch dafür braucht es die richtigen Umstände. Dave Meltzer hat es im Wrestling Observer eigentlich perfekt zusammengefasst, daher beschränke ich mich an dieser Stelle mal darauf einfach seine Worte wiederzugeben: „Er ist exzellent im Ring, aber New Japan hat etliche Wrestler auf dem Level. Er ist nicht der Beste. In Sachen Charisma fehlt ihm auch etwas. Ich denke, der Unterschied zu einem PPV ist, dass er dort den großen World Title Entrance bekommt und ein 30-Minuten-Match wrestlen kann. Da wirkt er am besten. Hier wurde er allerdings nicht wie der Top Guy gebookt und meiner Meinung nach sollte der Champion vielleicht nicht jeden Main Event bestreiten. Allerdings meistens und niemals tiefer als im Co-Main Event.“ (Dave Meltzer, Wrestling Observer vom 19.08.2013) Volle Zustimmung meinerseits für diese Analyse. Doch gehen wir Okadas Turnier mal etwas genauer durch:
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