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Review: The Fit Finlays

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"Review: The Fit Finlays" von Prophecy
Ronan McCloskey wollte eigentlich eine Dokumentation über das Wrestling in Irland drehen. Doch nachdem er mit einigen Stars gesprochen hatte, wurde ihm schnell klar, dass er sich auf die Finlays konzentrieren sollte. So entstand die Ende 2010 im BBC erstmals ausgestrahlte Dokumentation The Fit Finlays. Das ist zwar schon etwas her, aber die Dokumentation gibt es seit einigen Monaten legal auf YouTube zu sehen. Also dachte ich mir, dass ich mich dem doch mal widmen sollte. Ich werde nicht zu viel erzählen, ich will euch den Spaß am Selbergucken ja nicht nehmen, aber einen Eindruck möchte ich euch doch vermitteln.

The Fit Finlays beeindruckt vor allem durch das vorhandene Bildmaterial, das gestochen scharf Wrestling aus den 70ern Jahren bis heute dokumentiert. Dabei gibt es sowohl Material aus Irland von Ritterfesten, aus Wales, aus Deutschland von der CWA in Bremen, als auch später von WCW und WWE. So gelingt es Fit Finlays Karriere tatsächlich in bewegten Bildern nachzuzeichnen. Das Hauptaugenmerk liegt auf seiner Zeit in Europa, bevor dann auch seine Zeit in den USA Erwähnung findet. In der Dokumentation kommen sowohl sein Vater Dave Finlay als auch seine Mutter und seine Schwester von Familienseite zu Wort. Auch seine deutsche Ehefrau Mel kommt zu Wort, genau wie seine Weggefährten Johnny Howard (Rasputin the Mad Monk), Eddie Hamill (The Amazing Kung Fu) und der legendäre walisische Wrestler und Promoter Orig Williams, der während der Dreharbeiten leider verstarb.

Den Handlungsrahmen bildet ein Besuch Finlays in seiner Heimat Belfast, anlässlich einer Tour mit World Wrestling Entertainment, während der er seine Familie, die Ringerklasse seines Vaters und einiges mehr besucht. Von hier aus wird die Geschichte des jungen Finlays erzählt wie er von Beginn an zwischen Wrestlern herum lief und in seiner Jugend viel Zeit mit seinem Vater verbrachte, indem er ihm beim Ringaufbau für dessen Shows half. Mit 14 Jahren gab er dann sein Debüt als Pro Wrestler, weil ein Wrestler namens Jimmy Rogers eine No Show hinlegte und sein Vater einen Wrestler für einen Tag Team Kampf brauchte. Doch mit der Zeit wurde die Situation in Irland wegen den bekannten religiösen Unruhen (Stichwort: Bloody Sunday) immer schwieriger, sodass es die Finlays nach Wales zu Orig Williams zog. Während die Familie den ersten Sommer dort gemeinsam verbrachte, ging Finlay im Folgejahr alleine und blieb schließlich ganz.

Es wrestlete dort einige Jahre und tourte durch die ganze Welt bis es ihn schließlich nach Deutschland und hier vorrangig nach Bremen zog. Seine Mutter betonte im Interview wie sehr er Deutschland liebte und das nicht nur, weil er hier seine Ehefrau Mel kennenlernte. Finlay berichtet über sein Leben im Wohnwagen, die wilden Parties und die niemals schließenden Bars in Deutschland. Doch er war nicht immer ein netter Kerl, sondern lebte sein Star-Dasein voll aus. So pöbelte er vor Clubs, um sich vorzudrängeln und dann ohne zu bezahlen rein zu kommen. Allerdings schreibt er dem auch teilweise seinen Erfolg zu. Denn er gab sich außerhalb des Rings so wie er auch im Ring war und das brachte ihm das Geld. Die berüchtigte Geschichte, wie er etlichen Fans als Reaktion auf die Frage, ob Wrestling echt sie, den Daumen brach bzw. auskugelte dürften die meisten kennen.

Erst die Geburt seines Sohnes David im Jahr 1993 brachte ihn auf den Boden der Tatsachen zurück und er wurde ruhiger. Zu dieser Zeit fand er auch zu Gott, obwohl er vorher überhaupt nichts mit Religion zu tun hatte. So erzählt er eine Geschichte von der Krebserkrankung seiner Frau, bei der ihm der Arzt schon riet, dass er sich Gedanken machen solle wie es mit seinem Sohn und ihm alleine weiter geht. Doch Mel wurde wieder vollkommen gesund. Man mag solche Geschichten für Humbug oder esoterischen Bullshit halten, aber bei Finlay kommt es authentisch rüber.

Anschließend geht es in die USA, wo Finlay sich anfangs extrem langweilte, da er nur 12 Tage im Monat im Ring stand. Dann folgt relativ schnell der Sprung zu seiner Verletzung, die ihm fast das Bein gekostet hätte, und zu der Zeit als Road Agent. Es gefiel ihm zwar, aber er wollte unbedingt wieder wrestlen, obwohl seine Ärzte anfangs zweifelten, ob er jemals überhaupt wieder laufen konnte. So belog er selbst seine Mutter, warum er wieder trainierte. Doch wir kennen das Happy End und so endet diese Doku mit einem weinenden Finlay in den Armen seines Vaters als er darüber spricht, dass Wrestling das ist, was er immer machen wollte.


David Finlay, ich und David Finlay Jr. vor einem Jahr in Hannover

Fazit: Eine schöne Doku über Fit Finlay, die einige Aspekte ausführlich dokumentiert und selbst für langjährige Fans doch noch einiges neues bereit hält. Leider sind einige Aspekte sehr kurz gehalten oder überhaupt nicht erwähnt, was ich sehr schade finde. Dass die Karriere in den USA so gut wie überhaupt nicht beleuchtet wird, ist verschmerzbar – schließlich war es ursprünglich auch als Doku über das irische Wrestling gedacht. Die Interviewpartner waren perfekt ausgewählt, auch wenn ein paar Personen wie Tony St. Clair sicherlich noch mehr hätten dazu beitragen können. Begeistert bin ich vom fantastischen Bildmaterial.

Also angucken, das lohnt sich auf jeden Fall und hat mit 50 Minuten auch eine sehr angenehme Länge. Zu sehen gibt es die Dokumentation hier!

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