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Prophecy's Puro Praxis #34: Match des Jahrtausends

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Kolumne
Ausgabe

"Prophecy's Puro Praxis #34: Match des Jahrtausends" von Prophecy
Ein Jahr ist es her, dass ich mit dem etwas reißerischen, aber korrekten Titel „Die Gott verdammt beste Show des Jahres“ die höchste Leserzahl der Puro Praxis bis zum damaligen Zeitpunkt einfuhr. In der vergangenen Woche präsentierte New Japan die Neuauflage der Show, die mich zu diesem Titel inspirierte. Ich kann es vorweg nehmen, es war abermals eine grandiose Show. Das ist insofern auch nicht verwunderlich, als dass New Japan King of Pro-Wrestling gerne zur zweitgrößten Stand-Alone-Show des Jahres machen möchte. Unangefochten an der Spitze steht natürlich die traditionelle Dome Show am 4. Januar und die insgesamt zweitgrößte Show ist das Finale das Climax. Dahinter soll sich nun King of Pro-Wrestling einreihen. Dann wollen wir nicht länger warten, sondern stürzen uns gleich mal ins Getümmel.

IWGP Heavyweight Title
Das insgesamt siebte Aufeinandertreffen von Kazuchika Okada und Hiroshi Tanahashi sollte die zweite Ausgabe von King of Pro-Wrestling headlinen. In der offiziellen Zählweise ist es das sechste Aufeinandertreffen, was man auch begründen kann, da das allererste Singles Match der beiden das Abschiedsmatch von Okada war, bevor er sich auf seine Exkursion nach Mexiko und die USA begab. Beschränken wir uns auf die Duelle Tanahashis gegen den Rainmaker, dann stand es vor diesem Duell 2:2 bei einem Time Limit Draw. Sechs Kämpfe in nicht einmal zwei Jahren sind für japanische Verhältnisse extrem viel, aber dieses Duell hat halt auch viele Vorteile. So treffen hier zwei Wrestler aufeinander, die sich auf Augenhöhe begegnen, was für Spannung sorgt, da eigentlich jeder Ausgang möglich ist. Außerdem ist ein fantastischer Kampf nahezu garantiert. Gefühlsmäßig können die beiden gar keine schlechten Kämpfe gegeneinander zeigen. Nicht umsonst gilt ihre Matchserie bei vielen Fans als moderne Version von Steamboat gegen Flair.

Ihr sechstes Aufeinandertreffen wurde jetzt noch mit einigen zusätzlichen Anreizen gespickt. Wie ich ja in der letzten Ausgabe andeutete, kamen Spekulationen darüber auf, dass ein weiterer Time Limit Draw, dieses Mal nach 60 Minuten, ein möglicher Ausgang sein könnte. Das wurde relativ schnell von offizieller Seite ausgeschlossen. Denn Kazuchika Okada verkündete, dass er den Titel für vakant erklären werde, sollte es dazu kommen. Titelvakanzen sind in Japan sowieso nur Ausnahmefälle und angesichts des sich unaufhörlich nähernden 4. Januars war es hier keine Option, die ernsthaft in Erwägung gezogen werden konnte. Zusätzlich verkündete Hiroshi Tanahashi, dass dies sein letzter Titelkampf sein werde (vermutlich während Okadas Regentschaft), wenn er verlieren sollte. Es deutete angesichts dieser Klausel also viel auf einen Titelwechsel hin. Doch es sollte alles ganz anders kommen.

Na ja, nicht alles. Denn es wurde das zu erwartende Spektakel. Wenn ich mich noch einmal den Worten des letzten Jahres bedienen darf, dann war dieses Match das Gott verdammt beste Match des Jahrtausends! Ich persönlich habe seit etlichen Jahren kein so gutes Match mehr gesehen wie dieses 35-minütige Kunstwerk. Eigentlich ist mir persönlich diese Länge für ein Match zu lang, aber Tana und Okada haben es einmal mehr geschafft, dass ich auch 35 Minuten gebannt auf den Bildschirm starrte. Es fing damit an, dass Okada nicht sein normales Theme nutzte, sondern zum Tokyo Dome Remix zum Ring marschierte. Normalerweise sind die Anfangsminuten eines solchen Kampfes immer etwas langweilig, aber die beiden wussten hier von Anfang an zu begeistern und es wurde ein Beweis dafür wie unglaublich beliebt Tanahashi ist. Bei einem Sprung vom Top Rope verletzte sich Tanahashi am Knie und ging ohne Fremdeinwirkung zu Boden. Aus, vorbei – so schien es zumindest und es war glaubwürdig. Es war die perfekte Simulation einer realen Verletzung. Außerhalb des Rings brach Panik aus, jeder tuschelte mit einander und keiner schien zu wissen, was zu tun war. Schließlich kam der Ringarzt und untersuchte das Knie. Wie aus dem Nichts sprang Tanahashi plötzlich auf und attackierte den Champion. Die Fans waren außer sich und buhten den Herausforderer aus voller Überzeugung aus… nur um wenig später wieder im Ace-Modus ihren Liebling anzufeuern.

Es war sensationell, vielleicht der beste Verletzungsangle aller Zeiten! Die Publikumsreaktionen sollten während des Kampfes epische Ausmaße annehmen und vor allem unterstrichen sie auch die Akzeptanz Okadas in der breiten Masse. Denn beide Wrestler wurden gefeiert und angefeuert. Nicht wie man es teilweise von Indy-Show kennt, wo es die Wechselgesänge gibt. Nein, in einer Phase wurde Tanahashi angefeuert, dann war Okada dran und dann wechselte es wieder. Hier standen zwei Megastars im Ring und die Fans in der ausverkauften Sumo Hall ließen es sie spüren!

Was der Herausforderer Okada spüren ließ, war die Tatsache, dass er unbedingt den Titel gewinnen wollte. Denn Tanahashi zeigte keine Rücksicht und bearbeitete Okadas Arm absolut brutal und sorgte so dafür, dass dieser nahezu unbrauchbar wurde. Etliche Aktionen musste der Rainmaker abbrechen, weil sein Arm nicht mitspielte und als er dann doch den Rainmaker ins Ziel brachte, nütze es ihm nichts. Denn die Schmerzen waren so groß, dass er Tanahashi nicht rechtzeitig schultern konnte, und als er es doch schaffte kickte der Herausforderer in allerletzter Millisekunde aus. Beide Männer gingen volles Risiko und setzten ihre Gesundheit aufs Spiel. Ein High Fly Flow vom Top Rope auf den außerhalb des Rings stehenden Champion mit einer extrem hohen Flugkurve war ein absolutes Highlight. Kurze Zeit später verpasste Okada dem Herausforderer einen Tombstone auf den Hallenboden und hätte beinahe durch Auszählen gewonnen, doch in letzter Sekunde kam Tanahashi zurück in den Ring. Das Nacherzählen dieser einzelnen Spots wird der Großartigkeit dieses Kampfes nicht mal ansatzweise gerecht. Dieses Match muss man gesehen haben, um es zu glauben. Tana konterte einen Rainmaker und zeigte selbst einen. Es schien vorbei, der Referee hatte die Hand förmlich schon zum dritten Mal auf die Matte geschlagen, doch in allerletzter Sekunde bekam Okada die Schulter hoch. An dieser Stelle waren wir schon in der absoluten Schlussphase, hatten die 30-Minuten-Marke hinter uns gelassen und jeder Move hätte das Ende sein können.

So war gefühlt das Publikum auch überzeugt, dass es das Ende war, als Tanahashi mit dem Styles Clash nachsetzte und dann aufs Top Rope stieg. Der High Fly Flow und das anschließende Cover schienen nur noch reine Formsache zu sein. Dann dieser magische Moment, in dem man ungewollt für den Heel ausmarkt. Irgendwie bekam Okada die Knie angezogen und Tanahashi krachte mit den Rippen voll auf diese. Spätestens diese Aktion war der Startschuss für die All-Out-Sequenz, in der beide Wrestler nahezu jeden Move des Gegners irgendwie abwehren und kontern konnten. Dann plötzlich, der Rainmaker geht durch. Okadas Gesicht ist schmerzverzerrt. Irgendwie kann er die Schmerzen überwinden. Er covert schneller als beim ersten Mal. Eins! Zwei! Drei! WOW! Die Fans in der Sumo Hall hatten Wrestlinggeschichte live miterlebt und sie feierten das Match unnachgiebig. Im Jahr 2013 sind wir noch weit entfernt von den Zuschauerzahlen vergangener Boomphasen von New Japan und angesichts der veränderten Rahmenbedingungen erscheint es nahezu unmöglich diese wieder zu erreichen. Was allerdings die Leistung angeht, erleben wir aktuell eine der stärksten Phasen aller Zeiten. Hirosho Tanahashi ist stärker als jemals zuvor und auch das ist angesichts früherer Leistungen kaum möglich. Wenn er jetzt nicht radikal einbricht, dann wird im Hinblick auf Matchqualität als vielleicht größter Star New Japans in die Geschichte eingehen. Natürlich haben die drei Musketiere in den 90er Jahren mehr gedrawt, aber im Ring ist Tanahashi ihnen mindestens ebenbürtig. Und Okada? In einem Alter, in dem man in Japan normalerweise noch als Rookie angesehen wird, steht er bereits an der Spitze New Japans und wenn er sich so weiter entwickelt, dann kann er Tanahashi diese Position vielleicht sogar irgendwann streitig machen – noch liegen hier bei aller bereits vorhandenen Qualität von Okada allerdings Welten dazwischen.

Nach dem Match verkündete Tanahashi noch einmal, dass er nicht mehr um den IWGP Heavyweight Title antreten wird. Damit wurde dieses Match zu einer Fackelübergabe, zumindest für die nächste Zeit. Denn endgültig kann das einfach nicht sein. Andere Aufgaben warten jetzt auf ihn. Welche das sein werden, wird die Zukunft zeigen. Vielleicht heißen sie Shinsuke Nakamura und/oder Katsuyori Shibata, wer weiß. Währenddessen offenbarte Okada in seiner Post-Match Promo, dass er sich weiter entwickelt. Ließ er bisher immer Gedo für ihn sprechen, schnappte er sich dieses Mal selber das Mikrofon. Doch das war an diesem Abend noch lange nicht genug. Es schien alles nach dem üblichen Schema abzulaufen. Der Champion hält eine Promo, der nächste Herausforderer kommt in die Halle und das Match wird inoffiziell angesetzt. Pustekuchen! Prince Devitt war es, der Okada erst vor wenigen Monaten herausgefordert hatte und zudem am gleichen Abend nur in einem Six Mean Tag gestanden hatte. Ein merkwürdiger Herausforderer – auch wenn er Okada im Climax gepinnt hatte. Doch es kam alles anders, auf Bullet Club Art. Während Okada sich auf den Iren konzentrierte, war es Karl Anderson, der den Champion hinterrücks brutal attackierte und aufmischte. In einer wilden Promo erklärte Anderson, dass die extrem knappe Finalniederlage im Climax 2012 gegen Okada seine Karriere verändert habe und er seitdem auf Rache sinnt. Okada habe ihm damals alles genommen, im Gegenzug werde er jetzt Okada den Titel nehmen.

Wrestling wie es sein sollte!
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