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From Parts Unknown: Mehr als nur ein Gimmick - Der Ultimate Warrior

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Kolumne
Ausgabe

"From Parts Unknown: Mehr als nur ein Gimmick - Der Ultimate Warrior" von Prophecy
Als wäre die Woche nach WrestleMania nicht eh schon mit unendlich vielen berichtenswerten Dingen überfrachtet, hat sich in diesem Jahr noch eine traurige Nachricht dazu geschlichen, die alles andere überschattet. Der Tod des Ultimate Warriors ist die größte Main-Stream-Meldung aus dem Wrestlingbereich seit dem Tod von Randy Savage und fand so in vielen Fernseh- und Radioberichten ebenso ihren Platz wie in Online- und Printmedien. Auch in Deutschland haben wichtige Medien wie der Spiegel, die Welt, der Focus und die Sender der Pro7/Sat.1-Gruppe ihm Artikel und Berichte gewidmet. Da ist es mehr als angebracht diesem polarisierenden Superstar eine ausführliche Karrierebetrachtung zu widmen.

An der Seite von Sting vom Bodybuilder zum Wrestler
Hellwigs Weg zum Wrestling war einer der typischen Wege in den 1980ern. Nach seinem Schulabschluss zog es ihn aus seiner Heimat Indiana nach Kalifornien, wo er vom Virus Bodybuilding infiziert wurde. So begann er mit dem Training und wurde in Georgia zu einer lokalen Größe bei den Amateuren. Bei den landesweiten Turnieren reichte es zwar nicht zu Siegen, aber mehrfach platzierte er sich auf College-Niveau unter den besten fünf. Als er im Jahr 1985 dann mal wieder in Kalifornien war, um sich auf einen Wettkampf vorzubereiten, boten ihm einige andere Bodybuilder an sich ihnen anzuschließen – anzuschließen beim Versuch im Wrestling Fuß zu fassen. Einer dieser Bodybuilder war kein geringerer als Steve Borden, vielen sicherlich besser bekannt als Sting. Zur Vierergruppe gehörten zudem Garland Donoho und Mark Miller, wobei das hier eher der Vollständigkeit halber erwähnt sei. Denn gerissen haben die beiden im Wrestling nichts.

Die beiden Männer hinter der Vierergruppe, die als Powerteam USA eine Gang von patriotischen Muskelbergen verkörperte, waren Rick Bassman und Red Bastien. Dass dieses Gimmick eine direkte Reaktion auf die Erfolge von Hulk Hogan war, ist nicht schwer zu erraten. Als erfahrener Wrestler übernahm Bastien, der Sting damals im Gold's Gym entdeckt hatte, das Training und Bassman übernahm die Promotionarbeit. Das tat er so gut, dass die Promobilder der vier bei verschiedenen Promotern für Aufsehen sorgten, noch bevor sie ausreichend gut trainiert waren. Dies sorgte vor allem bei Hellwig und Borden allerdings schnell für Unzufriedenheit. Denn die beiden hatten keine Lust mehr zu warten und sendeten ihr Promomaterial direkt an verschiedene Promoter, um endlich in den Ring steigen zu können. Ein Promoter meldete sich bei den beiden und gab den Rookies die Chance sich zu beweisen. Es war Jerry Jarrett, der die beiden nach Memphis holte, um dort als Freedom Fighters erste Erfahrungen im Ring zu sammeln. Als Justice und Flash bekamen die beiden Dutch Mantel als Manager an die Seite gestellt, doch weder ihr Look noch der erfahrene Mann an ihrer Seite konnten sie vor dem unweigerlichen Absturz retten.

Die beiden hatten bis dahin weder einen Kampf vor Publikum bestritten, noch waren sie dafür auch nur ansatzweise bereit. Bildmaterial aus der damaligen Zeit offenbart auf sehr deutliche Weise, dass die beiden noch keine Ahnung davon hatten, was sie da taten, und vor allem schrecklich unbeweglich waren. Das führte schließlich dazu, dass Jerry Jarrett sie zu Heels turnen musste, da die Fans sie als Publikumslieblinge einfach nicht annahmen. Das lag allerdings nicht ausschließlich an ihrem damaligen Können, sondern auch daran, dass in Memphis eigentlich alle Publikumslieblinge im Tag Team Wrestling die Statur und den Stil des Rock 'n' Roll Express hatten. Als Blade Runners hatten die beiden dann einen Run als Heels und während Sting schon den Namen bekam, unter dem er später seine größten Erfolge feiern sollte, bekam Hellwig den Namen Rock aufs Auge gedrückt. Mehr als ein halbes Jahrzehnt vor dem großen WWE-Steroidskandal wurden die Blade Runners im TV von den Publikumslieblingen unter anderem bezichtigt, dass sie nichts könnten außer sich mit Steroiden voll zu pumpen...

Nach einem kurzen gemeinsamen Abstecher ins Mid-South-Territorium trennten sich die Wege der beiden Trainingspartner. Während Sting dem Territorium treu blieb und später als Aushängeschild des Territoriums nach dem Verkauf an Jim Crockett Promotions ein Teil von World Championship Wrestling wurde, ging es für Hellwig nach Texas, wo er sich Gary Harts Stable anschloss. Hier wechselte er nicht nur den Namen und trat von nun an als Dingo Warrior an, sondern passte auch sein Facepaint und sein Auftreten an. Beides erinnerte damals schon sehr stark an das, wie man ihn auch bei WWE später sehen sollte. Man kann sogar so weit gehen, dass das Gimmick des Ultimate Warriors hier schon geboren wurde, inklusive das Wackeln an den Ringseilen und dem Rennen zum Ring. Im Tag Team an der Seite von Lance von Erich konnte er sich die Tag Team Titles sichern, bevor er dann als Singles Wrestler um den NWA Texas Heavyweight Title antreten durfte. Zu dieser Zeit hatte er die Offiziellen so von sich überzeugt, dass sogar Mark Miller auf seine Empfehlung hin ein Try Out als sein Tag Team Partner bekam. Das führte allerdings zu nichts und auch der Warrior blieb nicht mehr lange in Texas. Denn grünere Landschaften erwarteten ihn im Nordosten.

Doch an dieser Stelle lohnt es sich einen kurzen Einschub zu machen, denn manchmal wird Geschichte auch durch Unterlassen geschrieben. Wir kennen ja alle Big Van Vader mit seinem in Japan für ihn kreierten monströsen Helm, der zu seinem Markenzeichen wurde. Hätte der Warrior 1987 zu seinem Wort gestanden, dann wäre es vielleicht nie dazu gekommen. Denn zu dieser Zeit hatte Hellwig zugesagt nach Japan zu New Japan Pro Wrestling zu kommen und dort ein Headliner Programm gegen Antonio Inoki zu wrestlen. Als Hellwig dann aber bei der World Wrestling Federation unterschrieb, war dies gestorben und New Japan verpflichtete stattdessen Vader, der sofort zu einem der gefürchtetsten Wrestler Japans aufstieg. Und sind wir mal ehrlich, der Warrior hätte auf Grund seiner beschränkten Fähigkeiten in Japan niemals den Erfolg eines Vaders haben können. So war diese Absage dann sowohl für Hellwig als auch für New Japan und Big Van Vader im Endeffekt das beste, was allen Parteien passieren konnte.

Überzeugendes Debüt und rasanter Aufstieg
Dort wrestlete er auf den C-Circuit House Shows - damals gab es drei tourende Gruppen, die C-Shows fanden in High School Sporthallen statt und waren für Undercarder und Newcomer und wurden jeweils mit ein oder zwei Kämpfen mit Midcardern on top aufgefüllt) zusammen mit anderen Newcomern wie Ted DiBiase, Lanny Poffo und Bam Bam Bigelow. Sein Debüt gab er im Juni 1987 gegen Steve Lombardi alias The Brooklyn Brawler. Im Oktober hatte er dann sein erstes Match im Fernsehen und zwar bei Wrestling Challenge gegen Terry Gibbs, gegen den er zuvor etliche Kämpfe bei House Shows bestritten hatte. Damals trat er noch als Dingo Warrior an, doch das sollte sich ändern. Denn Vince McMahon gefiel der Name nicht und einfach nur Warrior ging auch nicht, da es ja bereits die Road Warriors und andere gab. Ob die Idee für das Ultimate nun von Vince McMahon oder doch von Hellwig stammt, da gibt es verschiedene Geschichten zu.

So oder so war der Ultimate Warrior dann im Herbst 1987 geboren und er wurde von den Fans sofort angenommen. Das merkte man schon bei den House Shows. Es war ungewöhnlich, dass ein unbekannter Newcomer bei den C-Shows solche Reaktionen zog und so ging es für ihn schnell nach oben. Auch wenn er sich im Dezember des gleichen Jahres mit Rick Rude einem anderem Frischling geschlagen geben musste, war schnell zu erkennen, dass man größeres mit ihm vor hatte. In Richtung WrestleMania 1988 stand das Turnier um den vakanten WWF World Heavyweight Title im Mittelpunkt, doch der Warrior wurde aus dem Turnier heraus gehalten. Man kann darüber spekulieren, ob dies passierte, um ihn vor einer Niederlage zu bewahren. Auf jeden Fall legte er sich mit Hercules Hernández an, der ihn in einem Kampf gegeneinander mit seiner Kette attackierte. Das führte zu einem Match bei Mania, das der Warrior klar für sich entscheiden konnte. Große Teile des weiteren Jahres verbrachte er in einer Fehde mit Bobby Heenan und seinen Mannen, was im Sommer zu einer Reihe von Weasel Suit Matches bei House Shows und schließlich auch im TV führte. Natürlich triumphierte der Warrior hier.

Intercontinental Champion
Nur kurze Zeit später, nicht einmal 10 Monate nach seinem TV-Debüt sollte er dann schon den ersten großen Erfolg seiner Karriere einfahren. Beim allerersten Summerslam sollte der Honky Tonk Manseinen WWF Intercontinental Title eigentlich gegen Brutus Beefcake verteidigen. Doch Hogans Buddy wurde kurz zuvor von Ron Bass attackiert und verletzt. Dies führte dazu, dass der selbsternannte größte Intercontinental Champion aller Zeiten eine offene Herausforderung an alle Wrestler im Backstage Bereich aussprach. Das hätte er besser nicht getan, denn nach nur 27 Sekunden beendete der Ultimate Warrior die 454 Tage andauernde Regentschaft vom Elvis-Imitator. Zu dieser Zeit entwickelte der Warrior einen weiteren Aspekt seines Gimmicks, für das er heute eher verspottet wird – seine Interviews. Wenig Logik, dafür aber umso mehr Grunzen und mystische Anspielungen. Je weiter die Karriere des Warriors von diesem Punkt an fortschritt, umso zusammenhangloser wurden die Promos und immer mehr wurde der Tod und das Leben danach zum festen Bestandteil seiner Promos. Man mag davon halten, was man will. Doch auf jeden Fall war es einzigartig und er zog die Fans in seinen Bann.

Bei der Survivor Series 1988 stieg er als Teamkapitän in den Ring und als einziger Überlebender sicherte er seinem Team mit Pins gegen Ron Bass und Greg Valentine den Sieg gegen das vom Honky Tonk Man angeführte Team. Während er sich in den folgenden Monaten einerseits noch mit dem Ex-Champion herum schlagen musste, hatte sich mit Rick Rude bereits der nächste Herausforderer auf den Intercontinental Title in Position gebracht. Den Honky Tonk Man entledigte sich der Warrior mit einem finalen Match bei Saturday Night's Main Event, während er sich gegen den Ravishing One beim Royal Rumble einen Posing Contest lieferte. Das Publikum stand natürlich eindeutig auf der Seite ihres Favoriten. Dies führte dazu, dass Rude sich als schlechter Verlierer präsentierte und den Warrior mit einer Eisenstange attackierte. Abermals hatte es der Warrior hier auch mit Bobby Heenan zu tun, der Rick Rude managte. Und The Brain sollte dann auch bei ihrem Intercontinental Title Match bei WrestleMania V eine entscheidende Rolle spielen. Denn als der Warrior sich aus der Rude Awakening heraus powern konnte, landete Rude auf dem Apron. Als der Warrior ihn nun mit einem Suplex in den Ring zurück befördern wollte, zog Heenan ihm die Füße weg, Rude fiel auf den Warrior und fesselte seine Schultern mit Unterstützung von Heenan bis drei auf die Matte.

Dass der Ultimate Warrior das nicht so einfach stehen lassen konnte und wollte, dürfte klar sein. Rick Rude verteidigte seinen Intercontinental Title quer durchs ganze Land vor allem gegen den Warrior, aber auch gegen andere Gegner. Unter anderem legte er sich dabei auch mit "Rowdy" Roddy Piper an, was sich schnell rächen sollte. Denn der verrückte Schotte mischte sich beim Summerslam entscheiden in den Rückkampf zwischen Rude und dem Ultimate Warrior ein. Als es nämlich so aussah, dass Rude das Match tatsächlich gewinnen könnte, lenkte Piper diesen ab. Das nutzte der Warrior zu einem German Suplex, ließ noch einen Gorilla Press folgen und machte dann mit dem Splash den Sack zu. Damit war Rude aus dem Weg geräumt, fehdete dieser nun doch mit Roddy Piper. Doch der nächste Herausforderer sollte nicht gerade leichter sein. Denn auf ihn wartete André the Giant. Die Gesundheit des Riesen war damals schon arg in Mitleidenschaft gezogen, doch seine Aufgabe war es hier auch nur den Warrior over zu bringen. Das tat er auch, indem er bei House Shows und auch bei einer TV-Übertragung aus dem Madison Square Garden in wenigen Sekunden gegen den Warrior verlor.
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