Diese Website nutzt Cookies, nähere Infos finden Sie hier. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass sie Cookies verwendet. 

355.969 Shows4.565 Titel1.485 Ligen27.131 Biografien8.909 Teams und Stables3.764 Turniere
Benutzername und Kennwort: 
  
Passwort vergessen?
Kostenlosen Account registrieren?
Schmaler • Farben: 1234
                     
 
Früher war alles besser #1

Sortierung
Kolumne
Ausgabe

"Früher war alles besser #1" von Prophecy
Angesichts des Titels dieser Kolumne könnte ich eigentlich auch die Prinzen zitieren, aber sagen wir mal, dass ich den Titel nicht geklaut habe, es sich stattdessen viel mehr um eine Hommage an Saltatio Mortis für dieses großartige Lied handelt. So oder so ist euer einzig wahrer Prophet nach etwas längerer Auszeit wieder da und das besser als jemals zuvor... aber doch komplett anders. Früher war alles besser ist natürlich eine ironische Anspielung auf die ständigen Äußerungen älterer Fans, dass im Wrestling früher doch eh alles besser war. Sei es Flair gegen Steamboat, die Attitude Era oder erst recht alles, was mit World Championship Wrestling zu tun hat.

Nicht zuletzt werden auch mir ja immer wieder solche Äußerungen zu Last gelegt, ganz abgesehen von meiner ständigen Klugscheißerei oder meine herablassende Art. Eine Frechheit ist das ;) Doch was nützt das eigentlich alles? Sollten wir nicht viel lieber einfach das genießen, was wir heute geboten bekommen? Ich persönlich habe schon vor zwei, drei Jahren diesen Wendepunkt erreicht und seitdem macht Wrestling doch gleich viel mehr Spaß als die Jahre zuvor. Normalerweise seid ihr von mir ja diese ellenlangen Kolumnen mit jeder Menge Analysen gewohnt. Doch da ich in der glücklichen Situation bin, dass es bei mir sowohl beruflich als auch privat super läuft, geht das einfach nicht mehr. Daher werdet ihr im Rahmen dieser neuen Kolumne von mir - immer wenn mir was besonders positives über den Weg läuft – etwas zu lesen bekommen und zwar in handlicher Form. Für die erste Ausgabe möchte ich aber dann doch meinem Ruf noch einmal gerecht werden und etwas ausführlicher zu Wort kommen.

Hier geht es heute um Stephanie McMahon, die mich in die Attitude Era zurückversetzt, um AJ Styles, der des beste Match seines Lebens wrestlet, und dann auch noch auch noch für unsere MMA-Fans (aber auch Wrestlingfans sollten hier lesen) um Jon Jones und Daniel Cormier.


Ich bin sicherlich nicht der einzige, dem drei Stunden RAW einfach viel zu lang sind. Daher habe ich mittlerweile zwei verschiedene Herangehensweisen an die Show. Entweder ich höre mir erst den Podcast vom Wrestling Observer an und identifiziere so die besonders guten und besonders schlechten Segmente, um mir diese dann anzugucken. Oder ich skippe einfach mal schnell durch RAW, um zu sehen, was denn interessant sein könnte. So auch heute morgen und nachdem ich das Abschlusssegment in der Vorwoche noch recht belanglos fand, war es in dieser Woche komplett anders und von einem auf den anderen Moment fühlte ich mich wieder in die Attitude Era versetzt.

Grundsätzlich muss man ja sowieso mal festhalten, dass Stephanie McMahon in den letzten Wochen und Monaten die beste Leistung ihrer gesamten Karriere zeigt. In dieser Rolle ist sie einfach perfekt und während man ihr früher eigentlich immer angemerkt hat, dass sie schauspielert, wirkt das jetzt einfach natürlich. Böse Zungen würden jetzt behaupten, dass sie auch gar nicht schauspielert, sondern tatsächlich diese machtgeile Schlampe ist, aber daran möchte ich mich jetzt nicht beteiligen...

Während WWE notgedrungen versucht das Match zwischen John Cena und Brock Lesnar mit den Videoeinspielern so aufzubauen wie das UFC-Money-Match zwischen Brock Lesnar und Frank Mir, stehen bei RAW Stephanie McMahon und Brie Bella im Abschlusssegment. Normalerweise ein Grund abzuschalten bzw. den VLC Player zu schließen. Doch das würde ich in dieser Woche nicht empfehlen. Denn besonders die Ereignisse nach der eigentlichen Vertragsunterzeichnung waren einfach stark. Angefangen mit dem Schlag mit der Mappe gegen Nikki und der absolut genialen Aktion von Hunter wie er Brie in der Ecke gefangen hält (eigentlich Slapstick pur, aber so, so gut), über die Intensität im Gesicht von Steph und dem Pedigree gegen Nikki bis hin zur Ohrfeige von Brie gegen Hunter (Hunter in bester Vince-McMahon-Manier) und dem Pedigree gegen Brie.

Man kann jetzt natürlich darüber streiten, ob das Match Steph gegen Brie wirklich Fans dazu bewegt den Summerslam zu ordern, aber scheiß drauf, genau diese Analysen wollte ich mir hier ja ersparen und stattdessen nur genießen. Großartiges Segment!


Immer wenn ich diese pauschalen Früher war alles besser Kommentare höre, dann kann ich nur mit dem Kopf schütteln und der Hauptgrund dafür ist New Japan Pro Wrestling. Gleiches gilt für Kommentare, die in die Richtung gehen, dass das Wrestling heute einfach schlecht ist. Die Antwort hier rauf ist ebenso New Japan Pro Wrestling. Grundsätzlich gilt heute mehr als jemals zuvor: Wenn WWE dir nicht mehr gefällt, dann gibt es so viel legale und leicht zu empfangende Alternativen. Sei es Ring of Honor, die ihre Shows jede Woche umsonst auf ihrer Homepage online stellen, sei es All American Wrestling, die dies auf ihrem You-Tube-Kanal machen, oder seien es New Japan oder Dragon Gate Pro Wrestling, die ihre iPPVs auf Ustream anbieten. Es gibt so viele gute Alternativen zu dem, was WWE euch bietet.

Aktuell läuft der G1 Climax von New Japan Pro Wrestling und von den ersten neun Tagen gehören mindestens vier Tage unter die besten fünf Shows des Jahres (weltweit wohlgemerkt). Die Wrestler bringen sich dort förmlich um, um den Fans gute Matches am laufenden Band zu bieten. Der G1 Climax 2014 ist ohne Frage die beste Serie von Shows aller Zeiten. Es hat einzelne Shows gegeben, die besser waren, aber in der Masse wird der G1 Climax in die Geschichte eingehen und mit ihm die teilnehmenden Wrestler. Einer dieser teilnehmenden Wrestler ist AJ Styles. Der Mann, dem TNA Wrestling Ende 2013 nur noch einen neuen Vertrag mit mehr als 30% Gehaltskürzung anbieten wollte. Der Mann, nach dem WWE daraufhin nicht einmal die Fühler ausgestreckt hat.

Wenn am Ende des Jahres der Aufsteiger des Jahres zu wählen ist, dann gibt es ligenübergreifend eigentlich nur einen Mann, der für diesen Award in Frage kommt: AJ Styles! Der Phenomenal One wächst gerade förmlich über sich hinaus. Das besondere am G1 ist, dass man hier mit einer „nur“ guten Leistung ziemlich sicher das schwächste Match der Show hat, mit einer „nur“ sehr guten Leistung wahrscheinlich nicht einmal nur eine Erwähnung wert ist. Beim G1 pushen sich einige der besten Wrestler der Welt so weit, dass es fast unmenschlich ist, was wir hier für Leistungen geboten bekommen. Wenn Styles hier mit seiner Leistung, wie man sie aus normalen TNA Matches kennt, angekommen wäre, dann hätte er ganz schnell wieder einpacken können. Doch was macht Styles? Er packt sein A-Game aus und wrestlet einige der besten Kämpfe seiner Karriere. Und ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass er am 1. August, dem 7. Tag des Turniers, den besten Kampf seiner Karriere bestritten hat.

Dieses Match bietet für einen langjährigen Fan des japanischen Wrestlings so viel, wenn man die ganzen Feinheiten beachtet. Doch gleichzeitig ist es auch das optimale Einsteigermatch für jeden, der sich damit noch nicht beschäftigt hat. Denn jeder einzelne Move baut wie in einer guten Geschichte auf Ereignisse früher im Kampf auf. Was diesen Kampf und das Ergebnis so speziell macht, ist auch die Erwartungshaltung. Denn AJ Styles Gegner war Minoru Suzuki. Suzuki ist ein ehemaliger MMAler, der auch viele Shoot-Styles-Elemente in seinen Wrestlingstil mit einfließen lässt. Gegen so einen Gegner hat AJ Styles in seiner Karriere nie zuvor gewrestlet. Denn in den USA gibt es so einen Wrestler nicht – es gab ihn auch nie, denn Ken Shamrock ist damit nicht mal ansatzweise zu vergleichen. Nun gab es die Sorge, dass das Match deswegen nicht gut werden würde, weil viele Angst hatten, dass Styles sich auf den Stil nicht einstellen können würde. Pustekuchen!

Ich würde jetzt gerne soooooo viel über dieses Match schreiben, doch in geschriebener Form kommt das sicherlich nicht mal ansatzweise so gut rüber wie es in Wirklichkeit war. Wenn das Match demnächst auf You Tube auftaucht (und das wird es), dann schaut es euch unbedingt an. Oder kauft euch den iPPV auf ustream.com/njpw. Das wäre natürlich noch die viel bessere Variante! Ich weiß auf jeden Fall jetzt schon welches mein Match des Jahres sein wird. Hier hat einfach alles gepasst, von den beiden Wrestlern, über das Tempo, die Länge, die Struktur des Kampfes bis hin zu den Publikumsreaktionen. Fünf Sterne! Das ein oder andere kleine Highlight möchte ich an dieser Stelle aber doch heraus heben. Styles ist bei New Japan Mitglied des BULLET CLUB Stables und dieses Stable hat die Pistolengeste (also mit Zeigefinger und Daumen) als ihr Markenzeichen. So deutet Styles die Exekution von Suzuki an und hält diesem den Finger an den Kopf. Was macht Suzuki? Er greift den Finger und versucht ihn zu brechen. Einer von Suzukis Trademark Moves ist der Armbar. Doch was macht er im weiteren Verlauf des Kampfes? Statt den Druck auf das Ellenbogengelenk zu legen, überdehnt er den Zeigefinger und setzt Styles so zu. Großartig auch die Konter rund um den Ankle Lock oder die Schlag-Sequenzen.

Und dann gab es da noch eine Szene, die dieses Match so viel besser macht. Was passiert in den USA, wenn der böse Kane sich durchs Publikum brawlt? Richtig, die Fans versuchen ihn zu berühren. Was passiert, wenn Minoru Suzuki AJ Styles durch die Gegend prügelt? Richtig, Frauen kreischen aus Panik und erwachsene Männer ergreifen die Flucht! So sollte Wrestling sein! Ich könnte noch ewig weiter machen, doch guckt euch den Kampf doch einfach an. Ein Meisterwerk.


Aller guten Dinge sind drei und als solches habe ich zum Abschluss noch etwas aus dem Mixed-Martial-Arts zu bieten, was aber genau so gut auch im Wrestling hätte passieren können. Normalerweise hätte der UFC Light Heavyweight Champion Jon Jones am 27. September seinen Titel bei UFC 178 gegen den Herausforderer Alexander Gustafsson verteidigen sollen. Der Schwede verletzte sich allerdings im Training, sodass ein Ersatzmann gefunden werden musste und das wurde der Olympia-Vierte von 2004 Daniel Cormier. 2008 galt Cormier zudem als großer Favorit auf die Goldmedaille musste auf Grund von Nierenversagen allerdings zurückziehen. Es ist allgemein bekannt, dass Jones den Olympioniken überhaupt nicht leiden kann und das ist eigentlich immer eine gute Grundlage für eine starke Buyrate. Jones ist dafür bekannt, dass er absolut keine Lust darauf hat seine Kämpfe aufzubauen (und dadurch gerne die ein oder andere Million aus dem Fenster wirft). Cormier hingegen ist eine absolute Promotionmaschine und stellt sich voll in den Dienst der UFC.

Da Jones sich über die Jahre mit verschiedenen Aktionen viele Feinde gemacht hat und Cormier sehr beliebt ist, haben wir hier eine perfekte Ausgangslage für viele PPV-Käufe und das obwohl Cormier im Vergleich zu Gustafsson der schwächere Kämpfer ist. Doch was diesen Kampf ausmacht, das haben wir gestern bei einem Pressetermin erlebt. Und wenn man sich unter den Experten so umhört, dann war es tatsächlich kein Work, sondern 100%ig ein Shoot! Die beiden Kontrahenten wurden zu einem Face-Off für Pressefotos auf die Bühne gerufen, doch statt einen gewissen Abstand zu wahren ging Jones direkt Stirn an Stirn, was Cormier überhaupt nicht passte, woraufhin dieser den Champion zurück schubste. Moderator John Anik flog direkt einmal in die als Hintergrund aufgespannte Leinwand, die zusammen krachte, während Jones zu einem Schwinger ausholte, Cormier jedoch verfehlte. Daraufhin gingen die beiden mit etlichen Männern, die sie trennen wollten, zu Boden und konnten nur mit Mühe wieder getrennt werden. Ansehen könnt ihr euch das ganze hier: http://youtu.be/-uK23HPTiOY

Später sollten die beiden bei FOX Sports noch zu einem Interview bereit stehen. Das taten sie auch, doch beide bestanden darauf nicht im selben Raum mit dem anderen zu sein und so wurde Cormier nur aus dem Nachrichtenstudio zugeschaltet, während Jones mit Kenny Florian im Interviewbereich saß. Jones war als erster dran und entschuldigte sich erst mal bei allen möglichen Leuten, nur nicht bei Cormier. Stattdessen schob er Cormier die ganze Schuld zu, denn seiner Meinung nach sei es völlig normal Stirn an Stirn zu gehen. Gleichzeitig erklärte er, dass es zwischen den beiden die ganze Zeit schon angespannt war. Cormier hingegen berichtete, dass man Backstage cool miteinander war, er Jones sogar seine Freundin vorgestellt habe und und und. Dann entschuldigte sich zwar auch er für das Geschehene, aber erklärte gleichzeitig, dass er genau so wieder handeln würde, wenn ihm jemand zu nahe komme.

Yeah Baby, that's what we want to see!

In diesem Sinne wünsche ich euch allen eine schöne Zeit mit unserem Lieblingssport bis wir uns wieder lesen!
 
 
 
Diesen Artikel empfehlen
    
            
 
Interessantes bei GB
Schon vor der Action im Ring veranstalten die meisten Wrestler eine Show mit ihrem Einzug. Musik gehört da ebenso dazu wie Luft zum Atmen. Wir haben uns bei Genickbruch bemüht die Texte zur Musik zu sammeln und für unsere Leser in einer umfangreichen Rubrik aufzubereiten. Wühlt euch durch hunderte Themes und lest nach, welche Worte euren Lieblingswrestler am Weg zum Ring begleiten. ... aufrufen
 
 
Interessantes bei GB
Ironman steht nicht nur im Triathlonsport für einen der härtesten Wettkämpfe, auch im Wrestling zeichnen sich nur die Topathleten in dieser Matchart aus. Zumeist über 60 Minuten bekriegen sich zwei Kontrahenten und versuchen dabei die meisten Punkte aus Pinfalls und Submissions einzufahren. Genickbruch blickt zurück auf die Geschichte dieser Matchart, die nur zu besonderen Zwecken und für besondere Fehden ihre Verwendung findet. ... aufrufen
 
Befreundete Homepages
Bücher von Frank Günther
 
Interessantes bei GB
In einer Zeit als die Grenzen zwischen Work und echten Matches noch sehr vage waren und Promotions im heutigen Sinn eher unbekannt, entwickelte sich ein Junge aus Wisconsin zu einer der absoluten Größen des Sports. Mehrstündige Matches, Double-Crosses und Einnahmenrekorde bestimmten die Laufbahn von Ed 'Strangler' Lewis und wir blicken hier bei Genickbruch auf seine ereignisreiche Karriere zurück! ... aufrufen
NewsShowsPersonalienHintergrundExklusivGeschichte
Wrestlingnewsnach LigaTag Teams und StablesShootsMediendatenbankTitelträger
Updates der Homepagenach OrtManagerSkandaleExklusivinterviewsTitelstatistiken
 nach DatumProminenteLexikonWeitere InterviewsTurniere
Forumnach ZensurR.I.P.-ListeMatchartenUnsere Hall of FameEinschaltquoten
DiskussionsforumUpdatesVerhaftungenLucha LibreEine Schippe GeschichteZeitstrahl
  VerletzungenPuroresuEuropakalenderZuschauerrekorde
LigenBiosVerwandtschaftenEinstündige MatchesProphecyZuschauerpotentiale
ÜbersichtBios von A bis ZTrainerHalloween HavocFlimmerkisteMatchrekorde
Die "großen Vier"Biografie suchenMask MatchesEinstige HeldenMonatliche Best OfsKonstellationen
US-Independent-LigenBilanzen nach LigaHair MatchesMontagskriegeKolumnenübersicht 
Kanadische LigenBilanzen nach OrtWrestler in FilmenEinflussreichste WrestlerPodcastsInternes
Oldschool-LigenSpezialbilanzenGB100Der Stable GuyGimmickmüll i.e.S.Showtippspiele
Japanische LigenKlickchartsBAMM15Die Four HorsemenSchrottplatzMeinungsmacher
Mexikanische Ligen Year End AwardsFamily TraditionDer schwarze KanalDas Genickbruch-Team
Andere lateinam. LigenUmfragenPWI500Der WWE TitleMüll der neunziger JahreGeschichte der Homepage
Europäische LigenUmfragenObserver-AwardsDie New World OrderZufallsinformationenBewerbung als Mitarbeiter
Sonstige Wrestlingligen Weitere AwardsDie Geschichte der XPWCelebrity DeathmatchImpressum & Rechtliches
Mixed-Martial-Arts-Ligen KommentatorenGimmickmatchesVideo-ReviewsLinks
   WeltbewegendesCD-Reviews 
Texteigentümer dieser Seite: Prophecy          Genickbruch.com © by GB-Team (2001-17)          Programmierung © by Axel Saalbach (2006-17)