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Die verlogenen Mitleidsbekundungen für Daniel Bryan!

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Kolumne
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"Die verlogenen Mitleidsbekundungen für Daniel Bryan!" von Prophecy
In der Diskussion rund um den Rücktritt von Daniel Bryan und schon zuvor geht es fast ausschließlich nur um zwei Themen. Einerseits wurde darüber diskutiert, was WWE denn einfalle Bryan daran zu hindern in den Ring zu steigen, wenn er doch wolle und ja auch mehrere Ärzte seine Meinung teilen. Andererseits wurde darüber diskutiert wie schade es doch ist Daniel Bryan zu verlieren. Die erste Diskussion dürfte mittlerweile so gut wie verstummt sein, denn offensichtlich hat WWE hier alles richtig gemacht. Das wohlgemerkt auch nicht zum ersten Mal. Bereits bei Christian und Corey Graves waren Schäden am Gehirn der Grund, warum WWE sie nicht mehr wrestlen lassen wollte. Gehirnerschütterungen waren neben seinen schlechten Blutwerten auch einer der Gründe, warum WWE damals darauf verzichtete Nigel McGuinness unter Vertrag zu nehmen. Ich würde auch sofort garantieren, dass Daniel Bryan nicht der letzte Wrestler sein wird, dessen Karriere bei WWE auf Grund dieser Thematik frühzeitig beendet wird. Bleiben also noch die vielen Wortmeldungen, wie schade es doch um Daniel Bryan ist. Und bevor mich jetzt irgendjemand falsch versteht. Ich bin seit fast 15 Jahren ein großer Fan des American Dragon und natürlich ist es sehr schade, dass wir diesen fantastischen Wrestler nicht mehr im Ring sehen werden.

Doch einfach nur darüber zu reden wie schade das ganze doch ist und dann einfach weiter zu machen als sei nichts gewesen, kann es auch nicht sein. Wer meine Kolumnen und Artikel regelmäßig liest, der weiß, dass ich ein strikter Gegner von ungeschützten Stuhlschlägen zum Kopf und auch von unnötigen Schlägen und Tritten zum Kopf bin. Wenn wir nun also innerhalb von einem Jahr zwei Main Eventer auf Grund von Kopfverletzungen verlieren, dann muss das doch Konsequenzen haben. Für Daniel Bryans letzte Verletzung kann ganz klar Sheamus verantwortlich gemacht werden und laut Christians Freund Lance Storm gibt es auch für dessen Karriereende intern einen Mann, der dafür verantwortlich gemacht wird. Natürlich können einzelne Aktionen auch einfach ein unglücklicher Zufall, also ein Unfall, sein. Allerdings ist die Personalie Sheamus insofern interessant, als dass er grundsätzlich ziemlich rücksichtslos im Ring agiert und seine Gegner damit unnötig gefährdet. Können die Offiziellen das weiter so durchgehen lassen, wenn sie gleichzeitig Wrestler auf Grund der Folgen so einer Arbeitsweise in den Ruhestand schicken (müssen)?

Promoter und Fans müssen sich eigentlich schon längst, aber spätestens jetzt, die Frage gefallen lassen, ob wir weiterhin wollen, dass unsere Lieblingswrestler unnötige Risiken eingehen. Die Death-Match-Szene hat sich nach dem Boom im ersten Jahrzehnt unseres Jahrtausends nahezu aufgelöst – zumindest ist es aus der breiten Öffentlichkeit (also bezogen auf Indy-Fans) verschwunden. Das vor allem auf Grund der Tatsache, dass die Grenzen hier immer weiter getrieben wurden. Einer der Gründe war allerdings auch hier ein gesundheitlicher. Bei mehreren Wrestlern wurden in einem kurzen Zeitraum ansteckende Blutkrankheiten festgestellt, woraufhin sich einige Promoter dazu entschieden haben überhaupt keine Death Matches mehr zu zeigen und andere dies nur noch nach der Vorlage eines aktuellen Bluttests ansetzen. Mehr zu diesem Thema gibt es in einer Serie zur Geschichte des Hardcore Wrestlings, die ich in einigen Wochen veröffentlichen werde.

Wrestling ist grundsätzlich nicht gut für den Körper und jeder Wrestler, der in den Ring steigt, muss sich darüber im Klaren sein, dass Wrestling den eigenen Körper schadet. Allerdings gab es mal die Prämisse, dass gutes Wrestling eben das ist, wenn es möglichst real aussieht, aber die Wrestler möglichst wenig Schaden nehmen. Bret Hart rühmt sich immer wieder damit, dass er in seiner Karriere keinen einzigen Wrestler in einem Match verletzt hat. Meiner Meinung nach ist dies eine viel größere Leistung als vieles, womit andere Wrestler angeben. Als Fans können wir uns meiner Meinung nach auch nicht damit raus reden, dass das doch mündige Menschen sind und niemand sie dazu zwingt das zu tun, was ihnen schadet. Mit unserem Konsumverhalten können wir dies nämlich auf jeden Fall positiv oder negativ beeinflussen. In Zeiten von Social Media gibt es zudem die Möglichkeit die Verantwortlichen öffentlich dafür anzuprangern. Schon nach der Benoit-Tragödie und den Ergebnissen rund um Christopher Nowinski haben verantwortungsvolle Promoter ungeschützte Stuhlschläge verboten. Trotzdem gibt es noch etliche Ligen da draußen – auch in Deutschland – in denen es weiterhin praktiziert wird und deren Promoter das ganze auch noch schön bzw. klein reden.

Im Zuge des verletzungsbedingten Karriereendes von Daniel Bryan ist jetzt wieder genug Öffentlichkeit da, um den nächsten Schritt zu gehen, um für ein sichereres Arbeitsumfeld für Wrestler zu sorgen. Ungeschützte Stuhlschläge zum Kopf sollten im Wrestling geächtet werden. Auch unnötig stiffe Aktionen, wie sie auch bei New Japan Pro Wrestling immer wieder zu sehen sind, sind vollkommen überflüssig. Kämpfe wie Tomohiro Ishii gegen Katsuyori Shibata, das ein Klassiker hätte sein können, wären nicht einen Hauch schlechter, wenn beispielsweise auf ungeschützte Kopfstöße verzichtet werden würde. Viel mehr habe ich das Match vom vergangenen Wochenende schlecht in Erinnerung, weil wieder einmal unnötig über die Stränge geschlagen wurde. Stiffe Schläge und Tritte gegen Körperregionen, in denen sie keinen oder nur überschaubaren Schaden anrichten können, sind vollkommen legitim. Ein schönes Beispiel sind Forearms. Richtig ausgeführt, sind diese absolut ungefährlich und treffen nur die Nackenmuskulatur, aber es gibt genug Wrestler, die dabei so rücksichtslos vorgehen, dass sie auch den Kopf treffen – vollkommen unnötig. 99,9% der Fans würden den Unterschied nicht einmal ansatzweise merken.

Aber auch bei World Wrestling Entertainment müsste sich einiges ändern. Verschiedene Wrestler berichten, dass die Schüler im Performance Center mit auf den Weg gegeben wird, dass sie Schläge voll durchziehen und richtig Wumms dahinter legen sollen. Ob das wirklich die richtige Herangehensweise ist? Gerade bei Rookies, die ihr Handwerk noch nicht vollkommen verstehen, die also auch nicht unbedingt wissen, wie sie Schläge sicher ausführen, ist das schon ziemlich gefährlich. Aber auch Aktionen, die für viele Fans mittlerweile alltäglich geworden sind, sollten auf dem Prüfstand stellen. Braucht es wirklich Powerbombs oder Spinebsuter auf den Hallenboden? Wenn die Aktionen gut ausgeführt werden, dann sind sie scheiße für den Rücken (und daher schon diskutabel genug), aber sobald nur eine Unsicherheit dazu kommt, sind diese Aktionen für den Kopf extrem gefährlich. Sobald ein Wrestler bei so einer Aktion zu sehr auf dem Hintern aufkommt, fliegt der Kopf als Reaktion unkontrolliert zurück und knallt auf den Hallenboden. Der sogenannte Backlash-Effekt sorgt aber nicht nur außerhalb des Rings, sondern auch darin regelmäßig für Gehirnerschütterungen oder zumindest Symptome einer solchen.

Natürlich können wir auch einfach so weiter machen wie bisher, ungeschützte Stuhlschläge abfeiern und und und. Aber dann dürfen wir uns auch nicht wundern, wenn es immer häufiger Nachrichten wie von Christian, Graves und Bryan gibt. Und vor allem sollten wir uns dann auch diese verlogenen Mitleidsbekundungen schenken.
 
 
 
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