Diese Website nutzt Cookies, nähere Infos finden Sie hier. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass sie Cookies verwendet. 

353.440 Shows4.555 Titel1.480 Ligen27.071 Biografien8.884 Teams und Stables3.739 Turniere
Benutzername und Kennwort: 
  
Passwort vergessen?
Kostenlosen Account registrieren?
Schmaler • Farben: 1234
                     
 
Die Montagskriege

Mehr als fünf Jahre lieferten sich World Championship Wrestling und die World Wrestling Federation an jedem Montag ein Ratingsgefecht, dass die Wrestlingwelt in neue Höhen führte. Wir blickten in einer sechsteiligen Serie auf die Geschehnisse zurück.
Wahl der Saison

Die Saison 1996/1997
Zweite Saison: 02.09.1996 - 25.08.1997

Eine kurze Übersicht:

Parallel ausgestrahlte Shows: 44
Siege von Nitro: 44
Siege von RAW: 0
Unentschieden: 0
Nitro Durchschnittsrating: 3.4 (+ 0.6)
RAW Durchschnittsrating: 2.4 (- 0.2)
Gemeinsames Durchschnittsrateing: 5.7 (+ 0.3)
Längste Siegessträhne: 44 Wochen für Nitro (das ganze Jahr)

Mit USA vs. Kanada keine Chance gegen die nWo

Die WCW hatte in der vergangenen Saison die letzten zehn Wochen im Direktvergleich gewonnen. Sie brauchte also keine Hilfe, doch die WWF half ihr trotzdem.

Nachdem der Ultimate Warrior so schnell wieder verschwunden war, entschied sich die WWF, Sycho Sid als Main Eventer zurückzubringen. Um die Midcard "aufzubessern", brachte man Ron Simmons als Faarooq, einen römischen Zenturio mit albernem Helm und fettem Hintern, in die Liga. Bill Irwin kam als der Hockeyspieler "The Goon", Tracy Smothers wurde zum Südstaatler "Freddie Joe Floyd", Amateurwrestler Alex Porteau startete als "The Pug", Headshrinker Fatu kehrte als maskierter iranischer Schützling von The Iron Sheik zurück - und so weiter. Teilweise bemerkte die WWF ihre Fehler und tat etwas dagegen. So zum Beispiel bei Faarooq. Als der Mann endlich wieder in Form kam, wurde er zuerst zum Anführer der Nation of Domination, einer Heelgruppe, die sehr gut ankam und die Karriere von D'Lo Brown und The Rock in Schwung brachte, und dann zum biertrinkenden, arschtretenden Acolyte. The Sultan kam sein fetter Hintern am Ende noch zugute, wurde er doch später zu Rikishi, als das Iraner-Gimmick danebenging. Die anderen Gimmicks wurden aber nicht gestoppt und die WWF ließ sie solange bei nicht vorhandenen Publikumsreaktionen weiterlaufen, bis sie gar keine andere Chance mehr hatte, als sich von den Wrestlern zu trennen.

Die WCW profitierte von alledem. Jeff Jarrett kam von der Federation und war der erste frühere WWFler, der das Angebot einer Mitgliedschaft in der nWo ablehnte und Babyface wurde. Hall und Nash waren super angesagt als coole Heels, die die Tag-Team-Szene dominierten, während Hogan als Heel und Träger des WCW World Heavyweight Title an der Spitze der Liga stand. Eric Bischoff trat der nWo bei und wurde damit der erste Wrestlingboss in den beiden großen Ligen, der aktiv bei einer Storyline mitmachte.

In vielen Bereichen war die WCW der WWF zu dieser Zeit weit voraus. In der WWF standen auch einige hoffnungsvolle zukünftige Topstars wie Rocky Maivia und Steve Austin in den Startlöchern. Bret Hart kehrte zudem nach längerer Abwesenheit zurück, doch noch waren alles halbgare Sachen, die sich erst weit später auszahlen sollten. Der Großteil der Storylines kam bei den Fans einfach nicht an. Das Gegenteil war in der WCW der Fall: dort ging es zwar nicht mehr ganz so heiss zu wie im Sommer 1996, aber die Phase der vorhersehbaren Geschichten war noch Jahre entfernt. Die Mainstreamfans wurden im Gegensatz zur WWF immer wieder aufs neue überrascht und sahen keinen Grund, den Sender zu wechseln. In dieser Zeit passierte nicht viel. Die WCW wusste, dass sie das richtige Konzept hatte und änderte daran natürlich nichts. Die WWF wusste, dass sie in Schwierigkeiten war und sie versuchte alles Mögliche ohne Erfolg. So kam es zur 83wöchigen Siegesserie von Nitro. In der WCW lief es so gut, dass man sogar überlegte, aus der nWo tatsächlich eine zweite eigenständige Liga zu machen, um die WWF auf dem Papier vom zweiten auf den dritten Platz zu verdrängen.

Im November 1996 entschieden die WWF und USA Network in einem Akt der Verzweiflung, RAW um eine Stunde vorzuverlegen, um der Nitro-Konkurrenz aus dem Weg zu gehen. Ausgerechnet beim ersten Mal, als die Sendung früher ausgestrahlt wurde und so von jüngeren Zuschauern gesehen werden konnte, strahlte die WWF den berüchtigten Pistolen-Angle aus, bei dem Steve Austin in das Haus von Brian Pillman einbrechen wollte, während der ihn mit einer Pistole erwartete. Der Skandal war groß, woraufhin die Geschichte sofort fallengelassen und nie wieder im WWF-TV erwähnt wurde.

Die WWF und RAW erreichten den Tiefpunkt bei WrestleMania XIII, das heute noch als einer der am schlechtesten promoteten PPVs mit einer der langweiligsten Cards aller Zeiten gilt. Nur mal als Beispiel: Rocky Maivia, zu der Zeit noch ein richtig braves Babyface, das gerade den WWF Intercontinental Title Title gewonnen hatte, obwohl er die Fans absolut langweilte, verteidigte den zweitwichtigsten Titel der Liga gegen niemand geringeren als The Sultan. The Sultan kam bei den Fans sogar noch schlechter an als Rocky. Ein weiteres Problem war Shawn Michaels. Er hatte den WWF Title von Sid zurückgewonnen und erklärte ihn später für vakant. Die offizielle Erklärung war, dass Shawn mal eine Pause brauchte, um sein verletztes Knie auszukurieren. Die inoffizielle Begründung war, dass Shawn nicht bereit war, sich bei WrestleMania für Bret Hart hinzulegen oder mit Drogenproblemen zu kämpfen hatte. Dadurch waren bei WrestleMania nicht nur noch weniger große Stars, sondern auch der WWF Title verlor an Glaubwürdigkeit.

Tiefer konnte die WWF nicht mehr sinken, und so war der März 1997 auch der Beginn der Bemühungen der WWF, wieder zu einer ernstzunehmenden Konkurrenz zu werden. Im Februar waren schon einige zweistündige Sonderausgaben von RAW gelaufen, wobei man auch Station im Manhattan Center machte (dort fand das erste RAW statt). An dieser Stelle traten verschiedene ECW-Wrestler auf und man versuchte, dem imaginären Krieg der Ligen in der WCW einen wirklichen Krieg zweier Ligen entgegenzusetzen. Im März wurde Monday Night RAW in "RAW is WAR" umbenannt und wie Nitro auf zwei Stunden ausgedehnt. Direkte Konkurrenz gab es allerdings nur zwischen 21:00 und 22:00 Uhr, da RAW immer noch eine Stunde früher begann.

Das neue Zwei-Stunden-Format bedeutete, dass RAW von nun an nicht mehr vier Wochen im Voraus an einem Tag aufgezeichnet werden konnte. Den Rest des Jahres lief RAW deshalb live. Steve Austins Beliebtheit wuchs stetig, und er war neben Bret Hart das einzige Herausragende an WrestleMania XIII gewesen. Die beiden hatten bei WrestleMania ein tolles Match abgeliefert und tauschten nun ihre Rollen: Bret wurde zum Heel, Austin zum Babyface. Durch die Liveausstrahlung kam bei RAW das Gefühl der Fans zurück, dass alles passieren könne. Die neugeformte Hart Foundation kam bei den Fans an und die Ratings verbesserten sich wieder leicht.

Die WCW veranstaltete quasi immer dieselbe Show. Ihre Ratings, die im ersten Jahr einen Höhepunkt von 3.6 erreicht hatten, blieben stabil, bis sie im September 1996 langsam aber stetig zu sinken begannen. Als die WWF jedoch etwas an Boden gewinnen konnte, war dies auch für das Kreativteam von World Championship Wrestling ein Grund, sich wieder mehr ins Zeug zu legen.

RAW profitierte von Steve Austins Popularität und der USA-vs.-Kanada-Fehde. Bei Nitro wurde das Hauptaugenmerk auf den Höhepunkt der Sting-Storyline, das Match zwischen Hulk Hogan und Sting Ende 1997, gelegt. Nachdem diese Geschichte einen kleinen Durchhänger gehabt hatte und nicht viel Neues passiert war, ging es an den letzten Montagen vor Starrcade richtig ab.

Im März war Nitro wieder auf ein durchschnittliches Rating von 3.0 gesunken. In der zweiten Hälfte der Saison schaffte man eine starke Verbesserung der Ratings auf durchschnittlich 4.0. Dies ging jedoch nicht zu Lasten von RAW. Während man vor WrestleMania XIII noch etwa bei 2.0 lag, schaffte man eine Steigerung auf durchschnittlich 3.0. Man merkte deutlich, wie die Konkurrenz die Shows verbesserte. War RAW schlecht, musste die WCW sich nicht anstrengen. War es jedoch gut, musste sich auch die WCW ins Zeug legen. Insgesamt wurden so eine Menge neuer Zuschauer gewonnen, so dass die Ratings zusammengezählt um ganze zwei Punkte stiegen.

Zum Schluss noch einige bemerkenswerte Dinge:

Das erste Mal wurde die 4.0er-Grenze bei den Ratings im direkten Konkurrenzkampf von Nitro am 04.08.1997 durchbrochen. Nitro kam damals gleich auf 4.4. RAW erzielte dreimal ein niedrigeres Rating als 2.0. Im Dezember 1996 waren es sogar mal nur 1.5 Punkte. Am 04.08.1997 übertrafen beide Shows zusammengerechnet erstmals die Ratinggrenze von 7.0. Die Federation hatte ursprünglich mit einer einstündigen RAW-Ausgabe ab 21:00 Uhr begonnen, verlegte diese später auf 20:00 Uhr vor, verlängerte die Show auf zwei Stunden und verlegte sie dann wieder eine Stunde nach hinten, so dass es wieder eine direkte Konkurenz zu Nitro gab. 1997 war Nitro erstmals drei Stunden lang (eine besondere Ausgabe, später wurde es dann für zwei Jahre Standard).
Seite: 1 2 3 4 5 6
 
 
 
Diesen Artikel empfehlen
    
            
 
Interessantes bei GB
Eine haarige Sache haben wir bei Genickbruch auf die Beine gestellt, nämlich eine Datenbank zu Hair Matches. Intensive Fehden werden oft auf diese Art zu Ende geführt, wenn der unterlegene Recke durch das Abschneiden der Haartracht gedemütigt wird und sich in der Folge nur ungern beim Sieger blicken lässt. Besonders verbreitet sind Hair Matches in Mexiko, aber auch in den Big Four kam es in der Vergangenheit zu dieser Stipulation, sogar ganz ohne Beteiligung von Brutus Beefcake. ... aufrufen
 
 
Interessantes bei GB
Das Halloween-Fest startete vor einigen Jahren seine Invasion ins europäische Brauchtum, doch bereits viel früher war Halloween Havoc in den heimischen Wohnzimmern zu sehen. In der langjährigen Geschichte dieses WCW-Pay-per-Views gab es gruselige Momente ebenso zu sehen wie faszinierende Matches. In 15 Teilen blickt Genickbruch zurück auf eine Zeit in der Rasslin' auch abseits des Titanlands eine große Nummer war. ... aufrufen
 
Interessantes bei GB
Noch bevor die Hölle zufror und Bret Hitman Hart sein Comeback bei WWE feierte, war dieser großartige Superstar bereit mit Genickbruchs fleissiger Mitarbeitsbiene Miss Socko ein Interview zu führen. In einem langen Telefonat redete er sich einiges von der Seele, sprach über seine Biographie, die Wellness Policy und andere Themen. Verpasst nicht, was er zu sagen hatte in einem der exklusivsten Exklusivinterviews hier auf Genickbruch! ... aufrufen
NewsShowsPersonalienHintergrundExklusivGeschichte
Wrestlingnewsnach LigaTag Teams und StablesShootsMediendatenbankTitelträger
Updates der Homepagenach OrtManagerSkandaleExklusivinterviewsTitelstatistiken
 nach DatumProminenteLexikonWeitere InterviewsTurniere
Forumnach ZensurR.I.P.-ListeMatchartenUnsere Hall of FameEinschaltquoten
DiskussionsforumUpdatesVerhaftungenLucha LibreEine Schippe GeschichteZeitstrahl
  VerletzungenPuroresuEuropakalenderZuschauerrekorde
LigenBiosVerwandtschaftenEinstündige MatchesProphecyZuschauerpotentiale
ÜbersichtBios von A bis ZTrainerHalloween HavocFlimmerkisteMatchrekorde
Die "großen Vier"Biografie suchenMask MatchesEinstige HeldenMonatliche Best OfsKonstellationen
US-Independent-LigenBilanzen nach LigaHair MatchesMontagskriegeKolumnenübersicht 
Kanadische LigenBilanzen nach OrtWrestler in FilmenEinflussreichste WrestlerPodcastsInternes
Oldschool-LigenSpezialbilanzenGB100Der Stable GuyGimmickmüll i.e.S.Showtippspiele
Japanische LigenKlickchartsBAMM15Die Four HorsemenSchrottplatzMeinungsmacher
Mexikanische Ligen Year End AwardsFamily TraditionDer schwarze KanalDas Genickbruch-Team
Andere lateinam. LigenUmfragenPWI500Der WWE TitleMüll der neunziger JahreGeschichte der Homepage
Europäische LigenUmfragenObserver-AwardsDie New World OrderZufallsinformationenBewerbung als Mitarbeiter
Sonstige Wrestlingligen Weitere AwardsDie Geschichte der XPWCelebrity DeathmatchImpressum & Rechtliches
Mixed-Martial-Arts-Ligen KommentatorenGimmickmatchesVideo-ReviewsLinks
   WeltbewegendesCD-Reviews 
Texteigentümer dieser Seite: Axel Saalbach          Genickbruch.com © by GB-Team (2001-17)          Programmierung © by Axel Saalbach (2006-17)