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Die Montagskriege

Mehr als fünf Jahre lieferten sich World Championship Wrestling und die World Wrestling Federation an jedem Montag ein Ratingsgefecht, dass die Wrestlingwelt in neue Höhen führte. Wir blickten in einer sechsteiligen Serie auf die Geschehnisse zurück.
Wahl der Saison

Die Saison 1998/1999
Vierte Saison: 31.08.1998 - 23.08.1999

Eine kurze Übersicht:

Parallel ausgestrahlte Shows: 48
Siege von Nitro: 2
Siege von RAW: 46
Unentschieden: 0
Nitro Durchschnittsrating: 4.0 (- 0.3)
RAW Durchschnittsrating: 5.7 (+ 2.0)
Längste Siegessträhne: 41 Wochen für RAW (vom 02.11.1998 - 23.08.1999)

Die meisten Wrestlingfans aller Zeiten

RAW hatte es mit einem Sprung im dritten Jahr wieder zu einer ernsthaften Konkurrenz für Nitro gebracht, in den letzten drei Wochen der Saison schaffte Nitro aber nochmal ein eigenes kurzes Comeback mit drei Siegen in Folge im direkten Vergleich. Es sah so aus, als ob Nitro ernsthaft wieder die unangefochtene Nr. 1 am Montag wird, als man auch die erste Woche des vierten Jahres gewann. Ric Flair war aufgrund von Vertragsstreitigkeiten am 14.09.1998 zurückgekehrt und hatte eine lange und sehr emotionale Ansprache gehalten, die von den Fans in der Halle mit Standing Ovations belohnt wurde. An diesem Abend gewann Nitro mit 4.5 zu 4.0. Außerdem gewann Nitro am 26.10.1998. An dem Abend wurde der komplette Main Event des PPVs vom Vorabend, Diamond Dallas Page vs. Bill Goldberg, im Free-TV wiederholt. Alle anderen 46 Montage im direkten Vergleich wurden allerdings von RAW gewonnen. Nicht nur gab es bei RAW die hervorragend gebookte Fehde zwischen Vince McMahon und Steve Austin zu sehen. Die WCW half der WWF auch noch, indem man vieles beim Booking falsch machte.

Statt auf dem Erfolg von Flairs Rückkehr aufzubauen, sorgte man gleich dafür, dass Flair in den Hintergrund abwanderte, indem man auf die Fehde zwischen Hulk Hogan und dem Ultimate Warrior setzte. Das kam bei den Fans nicht an und sorgte für sinkende Ratings, da die Fans das pathetische Superhelden-Gimmick vom Warrior leid waren. Den zweiten Ratingssieg schaffte man daher nur noch mit der Wiederholung des PPV-Main-Events, was aber keine Grundlage für zukünftige Ratings war. Dabei darf aber nicht vergessen werden, dass die WCW dennoch in den nächsten Monaten sehr starke Quoten einfuhr. Die WCW fuhr nur sechsmal in den ersten vier Jahren Ratings ein, die bei 5.0 oder darüber lagen. Drei davon im Januar 1999. Nitro war also trotz der neuen WWF-Dominanz erfolgreicher denn je, aber es schauten auch mehr Leute als je zuvor Wrestling und mit besseren Storylines hätte man womöglich noch besser abgeschnitten. Die WCW hatte Glück, dass die Fans hinter Goldberg als Champion standen und dass auch einige der Midcard-Geschichten funktionierten.

Als das Jahr 1999 fortschritt, begannen aber so langsam viele Fans, entweder zur WWF abzuwandern oder nicht mehr einzuschalten. Nachdem die WWF drei Monate am Stück die Montagskriege für sich entschieden hatte, überlegte man natürlich, woran das liegen könne. Die Idee setzte sich durch, dass es auch an Goldberg lag und deshalb ersetzte man ihn zur Jahreswende nach Starrcade durch den gerade in den "Ruhestand" gegangenen Hulk Hogan. Goldberg wurde vom Unbesiegbaren zu einem einfachen Main Eventer, nachdem Kevin Nash ihn bei Starrcade besiegte. Schlimmmer noch: Die WCW zerstörte seine in 18 Monaten aufgebaute Magie dadurch, dass man ihn in eine Midcardfehde mit Scott Hall steckte. Nebenbei wurde auch der WCW World Heavyweight Title stark abgewertet, als Kevin Nash ihn nach seinem Sieg an Hogan weiterschenkte.

Ric Flair verlor in dieser Zeit eine Menge der Zugkraft, die er bei seiner Rückkehr gehabt hatte. Er war als starker Anführer der Babyface-Horsemen zurückgekehrt und musste sich dann mit Matches gegen den nicht gerade glaubwürdigen Gegner Eric Bischoff herumärgern. Als die WCW einsah, dass man offenbar auf das falsche Pferd gesetzt hatte und Flair endlich seinen Platz als #1-Herausforderer auf den Titel gegen Hogan einräumte, interessierte das nicht mehr allzu viele der Fans. Die Reaktionen waren sogar so übel, dass nichts näher lag, als ihn wieder zum Heel zu turnen. Dadurch kam Hogan auch auf die Idee, dass er es vielleicht doch nochmal als Babyface-Titelträger schaffen könnte.

Die WCW besannte sich darauf, was ihr immer Quoten gebracht hatte: altbekannte WWFler verpflichten und in den Main Event stellen. Viele waren nicht mehr übrig, also durfte Roddy Piper herhalten. Er wurde gleich an die Spitze gepusht. Zuerst als Babyface-Gegner für Flair, dann als sein Heel-Verbündeter. Den Fans war das eigentlich egal. Ursprünglich kamen die Wechsel der WWFler so rüber, dass die WCW der angesagtere Platz für einen Wrestler sei. Damals hatte die WWF zusätzlich mit einem Main-Eventer-Problem zu kämpfen. Nachdem die WWF jedoch wieder dominierte und neue Topstars etabliert hatte, kam ihnen die WCW eher wie ein WWF-Altersheim vor. Es setzte sich schnell die Meinung durch, dass diese Altherren die anderen und interessanteren Wrestler zurückhielten. Selbst in WCW-Reihen etablierte Stars wie Kevin Nash, Goldberg, Sting und Bret Hart, die der WCW mit Sicherheit hätten helfen können, standen nicht mehr im Rampenlicht. Sie verschwanden in Midcard-Fehden oder mussten Auszeiten wegen Verletzungen o.ä. nehmen.

Ein relativer Newcomer in der WCW, Chris Jericho, schaffte mit bekam Anfeindungen gegen Bill Goldberg heftige Reaktionen vom Publikum. Er galt jedoch als Cruiserweight-Wrestler und war der WCW damit als Gegner für Gldberg nicht glaubwürdig genug für ein Match. Jericho musste immer mehr jobben und verschwand dann nach einer Verletzung ganz aus den Sendungen. Die WWF sah das Potenzial in Jericho und verpflichtete ihn, sobald es möglich wurde. Ein weiterer vielversprechender junger Nachwuchsstar der WCW, The Giant alias The Big Show, wechselte ebenfalls zu Titan. Man sollte glauben, dass die WCW ihren Nachwuchs für spätere Zeiten hegte und pflegte, aber was man in den ersten Monaten des Jahres 1999 machte, konnte einen nur wundern.

Im Januar 1999 erzielte die WCW Ratings im 4er- und 5er-Bereich. Nur zwei Monate später im März konnte man schon glücklich sein, wenn man den Sprung über die 4.0 schaffte. Noch ein paar Wochen später, am 19.04.1999, kam Nitro auf ein Rating von 4.1. Es sollte das letzte Mal sein, dass die Show ein Rating in dieser Höhe haben würde. Am letzten Montag des vierten Jahres landete Nitro sogar bei 2.9. Es war das erste Mal seit März 1997, dass Nitro nicht einmal die 3er-Hürde schaffte.

Ganz anders die WWF: am 29.12.1998 hatte RAW ein Rating von 4.9. Anschließend gab es zwei Jahre lang kein Rating mehr mit einer 4 oder weniger vor dem Komma. Die WWF nutzte die Storylineschwächen der WCW auf ihrem Weg zu WrestleMania XV. Solide und logisch aufgebaute Fehden sorgten dafür, dass man regelmäßig Ratings im mittleren und hohen 5er-Bereich erzielte. Nach Wrestlemania stiegen die RAW-Ratings noch weiter und die Ratings lagen regemäßig im 6er-Bereich. Manchmal schaffte man sogar den Sprung über die 7er-Marke, erstmals bei der RAW-Ausgabe nach Owen Harts Tod. Die Federation bewies aber mit vielen späteren Shows, dass man sowas auch ohne solche morbiden Vorfälle schaffen konnte.

Es kam noch schlimmer für die WCW. Früher hatte man Verluste ohne Ende machen dürfen, da Ted Turner die Liga für Steuerabschreibungen nutzte. Das war schon länger vorbei, nun stiegen die Verluste der WCW jedoch ins Dramatische und Turner sorgte dafür, dass die WCW so gewinnträchtig wie möglich zu arbeiten hatte. Durch die neue Sparlinie konnte man plötzlich keine teuren Dekorationen, Autos usw. mehr zerstören und auch das Aussehen der Shows im TV litt darunter.

Eric Bischoff versuchte den Sprung zurück an die Spitze, indem er immer wieder irgendwelche Stars aus dem Non-Wrestling-Bereich bei der WCW auftreten ließ. Es gab musikalische Auftritte bei Nitro und Prominente stiegen in den WCW-Ring. Das zahlte sich bei den Einschaltquoten jedoch nicht aus. Die Wrestlingfans wollten Wrestler sehen, und andere Leute wurden auch nicht zum Einschalten bewegt. Eine der größten Fehlentscheidungen war, dass Bischoff dem Rapper "Master P" Percy Miller eine Hauptrolle in der WCW einräumte. Master P führte den Stable "No Limit Soldiers" an. Die Gruppierung floppte dermaßen, dass Master Ps hochbezahlter Vertrag innerhalb weniger Wochen aufgekündigt wurde. Wie falsch die Booker den Publikumsgeschmack einschätzten, zeigte sich an der Reaktion der Fans. Die West Texas Rednecks, angeführt von Curt Hennig, die eigentlich die Heel-Gegner der No Limit Soldiers sein sollten, wurden in kürzester Zeit zu den Fanfavoriten, weil sie die Rapper so gut runterputzten.

Bischoffs Versuche, mit Non-Wrestling-Stars Ratings zu erhaschen, bestimmten die letzten Wochen der Saison. Alles erschien ohne ein wirkliches Konzept zu erfolgen, genau wie die WWF es zuvor falsch gemacht hatte. Doch die WCW setzte erst im folgenden Jahr neue Standards für Verzweiflung und Backstagechaos. Was die WCW alles versuchte, um doch noch das Ruder herumzureißen, erfahrt ihr im nächsten Teil der Montagskriege.

Zum Schluss noch einige bemerkenswerte Dinge:

Zusammengezählt erzielten RAW und Nitro am 04.01.1999 erstmals ein Rating von 10.0. Ein einziges Mal übertrafen sie sogar die 11er-Marke: Am 24.05.1999. Im direkten Konkurrenzkampf schaffte RAW am 01.03.1999 es als erste Show, über die 6er-Marke zu springen (am 01.03.99 mit einer 6.4). Mit 7.2 schaffte man dann am 24.05.1999 den nächsten Rekord. Man sieht, wie die RAW-Ratings zu dieser Zeit explodierten.
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