Diese Website nutzt Cookies, nähere Infos finden Sie hier. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass sie Cookies verwendet. 

386.418 Shows4.896 Titel1.529 Ligen28.148 Biografien9.219 Teams und Stables4.024 Turniere
Benutzername und Kennwort: 
  
Passwort vergessen?
Kostenlosen Account registrieren?
Schmaler • Farben: 1234
                     
 
Die Montagskriege

Mehr als fünf Jahre lieferten sich World Championship Wrestling und die World Wrestling Federation an jedem Montag ein Ratingsgefecht, dass die Wrestlingwelt in neue Höhen führte. Wir blickten in einer sechsteiligen Serie auf die Geschehnisse zurück.
Wahl der Saison

Die Saison 2000/2001
Sechste Saison: 28.08.2000 - 26.05.2001

Eine kurze Übersicht:

Parallel ausgestrahlte Shows: 25
Siege von Nitro: 0
Siege von RAW: 25
Unentschieden: 0
Nitro Durchschnittsrating: 2.4 (- 0.5)
RAW Durchschnittsrating: 5.1 (- 1.1)
Längste Siegessträhne: 25 Wochen für RAW (vom 28.08.2000 - 26.03.2001)

Das Ende der WCW

Die WWF wechselte Anfang des sechsten Jahres der Montagskriege zu TNN, nachdem man fast 15 Jahre beim wesentlich etablierteren USA Network zu sehen war. Dies hatte zwei Auswirkungen: TNN war die Heimat von Extreme Championship Wrestling und so wurde von vielen erwartet, dass die ECW ihren einzigen nationalen TV-Vertrag verlieren würde. Die WWF erklärte sich jedoch bereit, dass die ECW ebenfalls auf TNN ausgestrahlt wird. Es gab jedoch zuviele Probleme zwischen der ECW und Viacom, als dass der Vertrag dauerhaft aufrecht erhalten werden konnte. Die ECW verließ TNN im Oktober und stellte ihre Geschäfte im Januar 2001 ein. Die zweite Sache war, dass die Ratings sanken. TNN hatte immer noch seinen alten Ruf als "Nashville"-Network und wurde in weniger Kabelnetze eingespeist. Die WCW durfte also darauf hoffen, einige der Fans, die die WWF dadurch verlor, nun zu gewinnen. Es klappte aber leider nicht. Zwar sanken die WWF-Ratings um etwa 20 Prozent, aber bei der WCW war keine Verbesserung festzustellen. Trotz dieser Chance fielen die Nitro-Ratings auf neue und zuvor undenkbare Tiefstwerte.

Dies lag allerdings zum großen Teil auch an äusseren Faktoren und nicht so sehr an der Inkompetenz der Booker. Die Eigentümer der WCW, Turner bzw. Time Warner, bereiteten sich auf ihre Fusion mit AOL vor. Geschäftsbereiche, die Verluste einfuhren, wie zum Beispiel die WCW, sollten wenn möglich abgestoßen werden. Um dies zu verhindern, musste die WCW versuchen, Kosten einzusparen und wieder profitabel zu werden. Dies konnte man den Sendungen auch ansehen, da sie weniger professionell aussahen, unter anderem wurden die Pyros stark zurückgefahren. Die Angestellten sahen sich einer ungewissen Zukunft gegenüber und es kamen obendrein Gerüchte über einen Verkauf der Liga auf.

Vince Russo als Hauptverantwortlicher für das Produkt sah, dass sich die Stimmung gegen ihn wendete und wollte wohl auch nicht derjenige sein, der am Ruder saß, wenn die WCW endgültig zusammenbrach. Er nahm sich wegen einer Kopfverletzung, die ihm Bill Goldberg in einer Sendung zugefügt hatte, als Entschuldigung für einen längeren Urlaub, und entschied sich dann, aus diesem Urlaub nicht mehr zurückzukehren. In den letzten sechs Monaten gab es häufige Änderungen im Schreiberteam. Teilweise war sogar Eric Bischoff involviert, hauptsächlich zuständig waren in dieser Zeit Johnny Ace und Terry Taylor.

In der sechsten Saison konzentrierte sich die WCW ein paar Jahre zu spät darauf, junge Talente zu fördern. Scott Steiner war eines davon und auch wenn er nicht gerade ein fantastischer junger Newcomer war, so war er dennoch im Vergleich zu Hulk Hogan, Randy Savage und Roddy Piper junges Gemüse. Steiner bekam einen solchen Push, dass er die WCW absolut dominierte. Er sorgte für die Verletzung oder das Karriereende von einem Top-Babyface nach dem anderen (einschließlich Booker T, Bill Goldberg, Kevin Nash und - durch eine wirkliche Verletzung - Sid). Neben ihm nahm die WCW auch noch andere junge und aufstrebende Wrestler aus ihrem Roster und gab ihnen endlich die Möglichkeit, in den Shows zu glänzen.

Zum größten Teil fehlte der WCW dadurch jedoch die Starpower und das, obwohl man keine konsequente kreative Linie verfolgte. Anfang der Saison profitierte die WCW noch von RAWs Wechsel zu TNN und dass RAW teilweise erst später ausgestrahlt werden konnte mit durchschnittlichen Ratings von etwa 2.9. Nach ein paar Monaten musste man sich aber schon glücklich schätzen, wenn man überhaupt noch die Marke von 2.5 übertraf. In den letzten sechs Wochen vor der letzten Ausgabe kam man im Durchschnitt sogar nur noch auf peinliche 2.1 Ratingspunkte. Die letzte Show kam dann noch einmal auf 3.0. Dafür waren aber eine PPV-mäßige Card und vor allem das Interesse der Fans, WWF-Inhalte bei Nitro zu sehen, verantwortlich.

Die WWF verlor in Prozent in etwa ebensoviele Zuschauer in diesem Zeitraum. Dies wird mit folgenden Begründungen erklärt: Erstens der Wechsel zu TNN. Aufgrund eines Rechtsstreits mit USA Network, das sein Zugpferd Nummer 1 verständlicherweise nicht so einfach ziehen lassen wollte, wusste die WWF erst sieben Tage vor dem Wechsel erst mit Sicherheit, dass dieser rechtens ist und konnte auch erst dann richtig mit der Werbung dafür beginnen. Auch TNN wollte sein Programm erst bei dem Wechsel auf ein jüngeres Publikum für die ganze USA umstellen und wurde so zurückgehalten, neue Sendungen länger vorzubereiten und zu kaufen. Der "Nashville"-Faktor schreckte die Zuschauer ab und obendrein hatte der Sender zehn Prozent weniger Reichweite als USA Network. Die Quoten fielen um mehr als zehn Prozent. Von 6.1 in den letzten Wochen beim USA Network auf 5.2 in den ersten fünf Wochen bei TNN.

Die WWF versuchte die Probleme herunterzuspielen und tat so, als ob das Wrestling kein Trend war und dass man mit starken Shows jederzeit wieder gute Quoten erzielen könne. Dies darf bezweifelt werden, schließlich muss es in der Popkultur immer vorangehen. Vielleicht wird World Wrestling Entertainment nochmal in einigen Jahren so groß wie Ende der Neunziger, in der Zwischenzeit sollte sie aber auf jeden Fall verhindern, einen Tiefpunkt wie Anfang der Neunziger anzusteuern. So weit war es zu dieser Zeit natürlich noch lange nicht (und ist es bis heute nicht), aber die Liga sah sich trotzdem mit ernsthaften Problemen konfrontiert.

Topstar Stone Cold kehrte nach etwa einjähriger Verletzungspause zurück und man sollte erwarten, dass dies ein Riesenfest mit einem ordentlichen Aufschwung der Quoten wird. Die Rückkehr wurde jedoch verpatzt und die Quoten blieben aus. Zuerst wurde ausgerechnet Rikishi als Fahrer des Wagens präsentiert, der Austin überfahren hatte (damit war seine Abwesenheit erklärt worden). Da die Fans, was nicht sonderlich verwundern dürfte, kein Interesse an Rikishi als Main Event Heel zeigten, machte man ihm später zum Beauftragten von Triple H. dass man Triple H weiter als Heel behielt, vermasselte dann auch seine kommende Fehde mit dem neuen Topheel Kurt Angle, an der die Fans eigentlich schon interessiert waren. Zu einer richtigen Entscheidung kam es zwischen den beiden dann auch nicht mehr. Einziger Erfolg der Federation in dieser Saison war wohl der Push von Angle zum Topheel und Träger des WWF Title. So hatte die WWF am Ende zwar die Montagskriege gewonnen, humpelte aber eher über die Ziellinie. Nahezu ein Fünftel der Fans hatte man verloren.

Das Ende der Kriegskriege schien ein gute Voraussetzung für die Zukunft der WWF zu sein. Interne Probleme behob man, indem man Paul Heyman holte, der nach dem Ende der ECW verfügbar war. Vor allem eröffnete die Art des Endes der WCW aber zahlreiche vorher undenkbare kreative Möglichkeiten.

Am 26.03.2001 gab die WWF den Kauf der WCW bekannt. Eigentlich waren die Verträge schon drei Tage zuvor unterzeichnet worden. Am selben Abend gab es übergreifende Storylines bei RAW und Nitro und am Ende sogar zum allerersten Mal eine Zusammenschaltung der beiden Sendungen. Dabei gab Vince McMahon über Satellit bei RAW den Kauf der WCW bekannt. Nitro endete dann damit, dass Shane McMahon Bei Nitro in Panama City auftrat und erklärte, er sei seinem Vater zuvorgekommen und werde seinem Vater in Zukunft mit der WCW die Hölle heiß machen.

Für eine Fortsetzung des WWF-gegen-WCW-Krieges war also der Grundstein gelegt, obwohl der Krieg eigentlich vorbei war. Eine Fehde der beiden Ligen war das, wovon Fans seit Jahren geträumt hatten. Nun konnte man positiv in die Zukunft blicken und sich darauf freuen, dass WCW-Stars eine Invasion in der WWF starten. Die WWF hoffte nun natürlich, ohne die Nitro-Konkurrenz wieder neue Zuschauer an den Montagabenden hinzuzugewinnen. Daraus wurde leider nichts, aber das ist eine andere Geschichte.

Zum Schluss noch einige bemerkenswerte Dinge:

RAW wurde am 28.08. und 04.09. aufgrund der US-Open erst spät Abends ausgestrahlt. In den beiden folgenden Wochen lief es die letzten Male zur Prime Time auf USA Network. RAW und Nitro konnten zusammen nur einmal ein höheres kombiniertes Rating als 9.0 erzielen: Am 11. September. Über 8.0 kamen die beiden Shows auch nur drei Mal und am Ende schaffte man nur noch selten den Sprung über die 7er-Marke, einen Wert den RAW ein Jahr zuvor noch alleine übertroffen hatte. Unter 8.0 waren die Sendungen davor zuletzt im Februar 1998 gelegen, unter 7.0 sogar nicht mehr seit Dezember 1997. Nitro schaffte nur am ersten und letzten Montag der sechten Saison den Sprung über 3.0. (das zweite Mal also bei der letzten Ausgabe). Am 16.10.2000 fiel RAW in der Prime Time mit 4.8 erstmals seit November 1998 unter die 5er-Marke. Im Laufe des sechsten Jahres wurde das ganz normal. Nur bei der letzten Show war der Vorsprung von RAW kleiner als 2.x-Ratingspunkte. An diesem Abend lag er nur bei 1.7 und das war der kleinste Vorsprung seit zwei Jahren.
Seite: 1 2 3 4 5 6
 
 
 
Diesen Artikel empfehlen
    
            
 
Interessantes bei GB
In den frühen achtziger Jahren reiste Ric Flair in die Dominikanische Republik, um dort den NWA World Heavyweight Title aufs Spiel zu setzen. Diese Reise sollte nicht so enden, wie er sich das vorgestellt hatte, denn für Flair und seinen Begleiter Roddy Piper stand am Ende eine Flucht in einer Ambulanz und ein Spucknapf voller Kokain zu Buche. Wie es dazu kam, das könnt ihr in unserer Skandale-Rubrik nachlesen. ... aufrufen
 
 
Interessantes bei GB
Wenn Titel vakant sind oder auch um Herausforderer für Titelträger zu finden, werden sehr gerne Turniere angesetzt um die Entscheidung in einem sportlichen Wettstreit zu fällen. Wir bei Genickbruch haben eine vierstellige Anzahl an solchen Turnieren in unserer Datenbank eingepflegt, von den ganz großen Begegnungen um WWE Hüftgold, bis hin zu den kleinsten Promotions, die sich in unserer Datenbank tummeln. ... aufrufen
 
Interessantes bei GB
In einer zehnteiligen Serie stellt THU für Genickbruch weltbewegende Matches vor - vielfach aus der WWE-Geschichte. Ihren besonderen Einfluss verdanken sie entweder starkem Wrestling, intensiver Matchführung oder das Business verändernden Matchausgängen. Lest euch ein in die Geschichte von Hogan vs. Andre the Giant, Bret Hart vs. British Bulldog und vielen anderen Matches, die die Welt bewegten! ... aufrufen
NewsShowsPersonalienHintergrundExklusivGeschichte
Wrestlingnewsnach LigaTag Teams und StablesShootsMediendatenbankTitelträger
Updates der Homepagenach OrtManagerSkandaleExklusivinterviewsTitelstatistiken
 nach DatumProminenteLexikonWeitere InterviewsTurniere
Forumnach ZensurR.I.P.-ListeMatchartenUnsere Hall of FameEinschaltquoten
DiskussionsforumUpdatesVerhaftungenLucha LibreEine Schippe GeschichteZeitstrahl
  VerletzungenPuroresuEuropakalenderZuschauerrekorde
LigenBiosVerwandtschaftenEinstündige MatchesProphecyZuschauerpotentiale
ÜbersichtBios von A bis ZTrainerHalloween HavocFlimmerkisteMatchrekorde
Die "großen Vier"Biografie suchenMask MatchesEinstige HeldenMonatliche Best OfsKonstellationen
US-Independent-LigenBilanzen nach LigaHair MatchesMontagskriegeKolumnenübersicht 
Kanadische LigenBilanzen nach OrtWrestler in FilmenEinflussreichste WrestlerPodcastsInternes
Oldschool-LigenSpezialbilanzenGB100Der Stable GuyGimmickmüll i.e.S.Showtippspiele
Japanische LigenKlickchartsBAMM15Die Four HorsemenSchrottplatzMeinungsmacher
Mexikanische Ligen Year End AwardsFamily TraditionDer schwarze KanalDas Genickbruch-Team
Andere lateinam. LigenUmfragenPWI500Der WWE TitleMüll der neunziger JahreGeschichte der Homepage
Europäische LigenUmfragenObserver-AwardsDie New World OrderZufallsinformationenBewerbung als Mitarbeiter
Sonstige Wrestlingligen Weitere AwardsDie Geschichte der XPWCelebrity DeathmatchImpressum & Rechtliches
Mixed-Martial-Arts-Ligen KommentatorenGimmickmatchesVideo-ReviewsLinks
   WeltbewegendesCD-Reviews 
Texteigentümer dieser Seite: Axel Saalbach          Genickbruch.com © by GB-Team (2001-17)          Programmierung © by Axel Saalbach (2006-17)