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Die schlechtesten Gimmicks der Neunziger

In einer 11teiligen Serie analysierten wir im Frühjahr 2006 die schlechtesten Gimmicks der neunziger Jahre. Hier findet ihr unsere Berichte.
Kapitel

1990: Von Hähnen, Friseuren und einer Prise Rock and Roll
Die Neunziger Jahre prägten viele heutige Wrestlingfans in ihrer Art und Weise, das Sports-Entertainment zu sehen und zu beurteilen. So auch mich. Vergleiche ich z.B. einen Wrestler mit Shawn Michaels, dann vergleiche ich ihn nicht mit dem Geheimratsecken-HBK von RAW sondern dem Heartbreak Kid, dem Showstopper, dem Icon, dem Main Event. Triple H wird für mich immer der Snob bleiben, der von Henry O. Godwinn in den Schweinetrog geworfen wurde – ebenso wie der Big Boss Man ein blaues Shirt in meinen Erinnerungen trägt und Rikishi nicht tanzt, sondern Köpfe schrumpft.

Ich denke jeder Wrestlingfan ist durch die Zeit geprägt, zu der er begann Wrestling zu schauen. Bei mir waren das die frühen neunziger Jahre, als Tele 5 noch Tele 5 war – mit „Bim Bam Bino“ und „Ring frei“! Woche für Woche wurde mir in letztgenannter Show etwas geboten, was mich unterhielt wie kaum etwas Zweites. Vielleicht war es mein Alter, vielleicht war es die Tatsache, dass es noch kein Internet in der heutigen Form gab – aber damals war es mir egal, was die Männer im Ring zeigten, wie technisch wertvoll es war... Das einzige was zählte, war ihr Gimmick und wie sie mich und das Publikum unterhielten. So auch heute noch. Ich schätze gutes Wrestling ungemein, aber ich liebe nichts so sehr wie verdammt gutes Entertainment. Verdammt gute Storylines. Verdammt gute Fehden. Verdammt gute Gimmicks – und genau da zeigt sich, dass ich ein Fan der 90er bin, denn was uns da an Gimmicks geboten wurde, steht wohl beispiellos im Raum. Aus heutiger Sicht betrachtet würde wohl kaum noch eines dieser Gimmicks funktionieren – aber damals waren sie einfach genial. Und je mieser diese Gimmicks waren, desto lieber erinnere ich mich doch an sie zurück. Gott bewahre, ich wünsche sie mir nicht in die heutige Zeit, aber getreu dem Motto „They are funny cause they suck“ will ich euch in 10 Folgen meine TOP50 der beklopptesten, überflüssigsten, nervtötendsten – einfach genialsten Gimmicks der 90er Jahre präsentieren.

5. Brutus Beefcake

Das Grundprinzip eines Gimmicks ist eine Rolle, in die ein Wrestler schlüpft. Einen Charakter, den er spielt. So liegt es natürlich nahe, einen Wrestler einfach einen bestimmten Beruf verkörpern zu lassen. So gab es in der Vergangenheit einen Gefängniswärter, einen Müllmann, einen Klempner und gar einen Zahnarzt. Was man Ed Leslie auf den Leib schrieb war allerdings noch eine Nummer härter als all die oben genannten, und das obwohl da schon einige harte Nummern dabei waren... Denn man machte Ed Leslie zu Brutus Beefcake. Auf Deutsch: Brutus Fleischkuchen. Zu Beginn seiner Karriere trat Beafcake die meiste Zeit als Heel auf und hatte das Gimmick eines männlichen Strippers – zusammen mit Greg „the Hammer“ Valentine formte er gar ein recht erfolgreiches Tag Team namens „The Dream Team“. Dann aber kam das Jahr 1990. Das war noch weite Zeit vor den Klempnern, Müllmännern und Zahnärzten – aber trotzdem wagte man es, einen Maßstab zu setzen. Brutus Beafcake (als Stripper ergab der Name „Fleischkuchen“ sogar noch fast Sinn) wurde nun vom Tänzer zum Friseur umgeschult. Seinen Namen ergänzte man durch „the Barber“ und qualifizierte ihn damit für die 1990er TOP5. Und doch gehörte das Friseurs-Gimmick zu den wohl erfolgreichsten des Ed Leslie. Gar ein Tag Team Match bei WrestleMania an der Seite von Hulk Hogan krönten einige Jahre später diesen Charakter. Und doch hat es aus einem untalentierten Mann keine Legende machen können. Betrachtet man darüber hinaus, was für Gimmicks ihm andere Ligen so aufdrückten – ach, was soll’s, dann war der Friseur doch gar nicht so verkehrt. Ed Leslie – ein Mann mit wenig Talent und einer Menge Pech bei der Gimmickauswahl. Meine Nummer 5 im Jahre 1990.

4. The Genius

Auf Rang 4 tummelt sich ein Mann, der im besagten Jahr ein Pay-Per-View-Match gegen den Fleischkuchen-Mann bestritt – und das obwohl er eigentlich nur ein „Manager“ war. Beim Royal Rumble fügte man Beefcake ungeheuren Schaden zu, indem man ihn gegen „The Genius“ mal gerade zu einem No Contest wrestlen ließ. Genius, mit bürgerlichem Namen Lanny Poffo und Bruder von Randy Savage, hatte zwar durchaus einen Wrestlinghintergrund, sein 1990er Gimmick allerdings hatte bis auf kleinste Auftritte wie bei eben diesem Royal Rumble eine reine Manager-Rolle. Beurteilt man Poffo nach den Namen, die er gemanagt hat, dann könnte man ihn für einen ganz Großen halten. Denn neben den weniger erfolgreichen Beverly Brothers managte er 1990 den oft kopierten aber nie erreichten Mr. Perfect. Wie lässt sich das Gimmick beschreiben, was machte es so schlecht? The Genius lief stets mit einem Akademiker-Outfit rum und lachte blöd. Ja, ich denke, so lässt sich sein Gimmick am besten beschreiben. Es ist schon ein wenig ironisch, wenn man betrachtet wie perfekt doch der Name seines Schützlings Mr Perfect zu Hennig selber passte – und wie überaus weit man mit dem Namen „the Genius“ neben dem gelandet ist, was Poffo zu dieser Zeit war – nämlich alles andere als genial. Einen Vorteil hat das ganze für Poffo (find ich diesen Namen witzig...) dann noch. In die Geschichtsbücher ging er somit nicht als DER Edeljobber der WWF aus den späten 80er-Jahren ein, sondern als the Genius. Glückwunsch. Echt toll.

3. Rythm and Blues

Viele wissen gar nicht, dass es dieses Team überhaupt gab – und das, obwohl sie um das Jahr 1990 wirklich erfolgreich waren. Der Honky Tonk Man dürfte unschwer erkennbar sein. Auch dass Jimmy Hart der Manager des Teams war ist ein Stück weit nachvollziehbar, zumindest optisch passte er sehr gut ins Bild. Dass sich bei dem Mann rechts im Bild jedoch um den legendären Greg Valentine handelt, der jüngst in die Hall of Fame der WWE aufgenommen wurde – das glaubt man doch kaum, auch wenn man es eigentlich weiß. Für seine lange blonde Mähne bekannt, passte man Valentine hier optisch einfach ohne Rücksicht auf Verluste an den Honky Tonk Man an. Eine Mode bei der Neukreierung von Tag Teams – und gleichzeitig eine Beleidigung für die, die angepasst werden. Greg Valentine hatte nun also auch eine schwarze Tolle und eine überaus amüsantes Team war geboren. Erfolge konnten die beiden gemeinsam allerdings nicht verzeichnen, eine Fehde gegen die Hart Foundation (Abschluss war sogar ein WM-Match) bleibt alles, woran ich mich noch erinnern kann. Rythm and Blues waren gimmickmäßig ein Team, dass es durchaus hätte schaffen können, aber das Team und sein Gimmick waren der beiden Mitglieder hochgradig unwürdig – und finden sich deshalb auf Platz 3 der miesesten Gimmicks von 1990.

2. Tugboat

Fred Ottman dürfte den meisten Fans noch als eine Hälfte der Natural Disasters in Erinnerung sein. Im Jahr 1990 war er allerdings Tugboat und verkörperte einen gut gelaunten Seemann. Warum, das weiß der Geier, aber er verkörperte einen gut gelaunten Seemann. Einen großen, fetten, bärtigen Popeye, wenn man so will. Da das das Publikum aber ebenso wenig spannend fand wie es sich hier wohl anhört, musste man den Jungen irgendwie over bringen. Die beste Methode in der damaligen Zeit um einen Face over zu bringen war es, ihn mit Hulk Hogan teamen zu lassen. So stellte man Tugboat also nicht bloß als gut gelaunten Seemann vor – sondern als gutgelaunten Seemann, der ein Kumpel vom Hulkster ist. Naja, und wenn das dann selbst nicht klappt, was macht man dann? Im „Gimmick 1-Mal-1“ steht, dass man ihn dann turnen muss – und da man sich immer genau nach diesem 1-Mal-1 richtete, wurde aus dem gut gelaunten Seemann kurzzeitig ein mies gelaunter Seemann und nicht mehr ganz so guter Kumpel von Hogan, bis man der Wrestlingwelt dann einen großen Gefallen erwies und den Seemann zugunsten der Natural Disasters begrub. Tugboat wurde Typhoon – und als diesen sollten wir ihn auch in Erinnerung behalten.

1. The Red Rooster

And the winner is... Der rote Hahn! In Celle gibt es eine Kneipe namens “roter Hahn” – die hat Stil. Von dieser Kneipe sprechen wir hier allerdings nicht, nein, wir sprechen vom Red Rooster, das Gimmick, das der überaus talentierte Terry Taylor im Jahr 1990 verkörperte. Und das hatte Weißgott keinen Stil! Es war eine einzige Beleidigung an Allem, wofür Terry Taylor trainierte, Leistung zeigte und sich den Allerwertesten aufriss. Es war eine Beleidigung an seine Fähigkeiten und an dem Zuschauer, der sich eben dieser Fähigkeiten ergötzen wollte. Das Fass zum Überlaufen brachte die Tatsache, auf welche Art und Weise man das Gimmick darstellte. Hätte man Taylor doch wenigstens eine Maske verpasst, wie es mit Tiergimmicks z.B. in Mexiko an der Tagesordnung ist. Aber nein, man zog Terry Taylor einfach einen roten Mantel an und färbte ihm einen roten Irokesen in seine lange blonde Haarpracht! Für die, die Taylor nur als Offiziellen aus WWE oder TNAW kennen: Vergesst bitte diesen Absatz, vergesst diesen Beitrag – Terry Taylor hat so was nie gemacht! So, und jetzt ab in den Roten Hahn auf ein kühles Blondes.

Neben liebenswert schlechten Gimmicks wie das des Barbers und von Rhythm and Blues bot 1990 neben dem Rooster und den anderen genannten noch nicht viel wirklichen Müll. Aber das war auch erst der Anfang. Mit Brutus Beefcake ebnete man den Weg für noch viele schreckliche Berufsgimmicks. Mit „Pimp my Legend“ in Form von der Umwandlung eines Greg Valentine in einen Elvis-Verschnitt ebnete man den Weg für viele unsägliche Gimmickwechsel bei Veteranen. Und mit Tugboat schlug man den Weg ein, wieder nach 0815-Muster vorzugehen, wenn mal was mit einem Gimmick nicht so klappt, wie man sich das vorerst dachte.

Ich hoffe, dieser kleine geschichtliche Ausflug hat ein wenig gezeigt, dass wir in der heutigen Welt mit einem Carlito, mit MNM und The Boogeyman doch gar nicht so schlecht dran sind. Und wer diese erste Ausgabe noch nicht „heftig“ genug fand, wer die genannten Gimmick noch nicht „so mega-schlecht“ fand, der darf gespannt sein, denn die 90er hielten noch eine Menge Scheiß bereit. Bis zum nächsten Mal!
 
 
 
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