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Die schlechtesten Gimmicks der Neunziger

In einer 11teiligen Serie analysierten wir im Frühjahr 2006 die schlechtesten Gimmicks der neunziger Jahre. Hier findet ihr unsere Berichte.
Kapitel

1992: Butler, Models, Papageien
Mit Gimmicks erfüllt der Wrestlingautor einen bestimmten Zweck. Niemand bekommt ein Gimmick aufgedrückt, wenn das keinen tieferen Sinn hätte. Für gewöhnlich soll es einen bestimmten Charakter interessanter machen. Storylines und Fehden sollen ihm leichter zu verpassen sein - ein Stück Glamour für eine farblose Persönlichkeit. Nicht dass er farblos wäre, aber The Undertaker wäre heute nicht die Legende die er ist, wenn ihn Brother Love einst als Mark Calaway aus Houston, Texas in die WWF gebracht hätte anstatt des Undertaker aus Death Valley. Ein Gimmick für einen Joungstar ist ein tolles Mittel - man bekommt ihn somit viel leichter in den Mittelpunkt als es ohne möglich gewesen wäre. Chris Masters, Carlito oder gar John Cena. Nur ein paar aktuelle Beispiele für Personen, die ohne ihr Gimmick heute nicht da stünden, wo sie stehen.

Auf diese Herleitung komme ich nicht ohne Grund. Und damit herzlich Willkommen zu Teil 3 der schlechtesten Gimmicks der 90er Jahre. 1992 war ein Jahr, in dem man mehrmals gegen genau die oben beschriebene Logik verstoßen hat. Getreu dem Motto „Wer hat noch nicht, wer will noch mal“ wurden jedem Joungstar (was noch okay ist) und jedem Veteranen (was eine Frechheit ist) Gimmicks der unterschiedlichsten Güteklassen auf den Leib geschrieben. Fünf der schlimmeren Beispiele haben es in meine persönliche Top 5 geschafft - das Jahr 1992:

5. High Energy

High Energy - das waren die großartigen Owen Hart und Koko B. Ware. Zwei an sich überaus talentierte Männer, mit denen man 1992 nichts anzufangen wusste und sie deshalb zu diesem Team machte. Owen, vorher als Blue Blazer unterwegs, durfte nun sein Gesicht zeigen und sich ab sofort „the Rocket“ nennen. Passend zu Koko’s Spitznamen „the Birdman“ machte man einen Papageien zum Maskottchen des Teams. Jake Roberts hatte die Schlange, die Bulldogs hatten die Bulldogge und Dupree hatte Fifi. Weitergebracht hat es keinen, am wenigsten aber High Energy. Ohne Sinn und Verstand zog man Owen und Koko einfach bunte Klamotten an, die man dann Jahre später für Bob Hollys Einstiegsgimmick wieder verwendete. Man ließ sie lachen, grinsen und beim Einmarsch Shake Hands mit dem Publikum machen. Ein Face-Team aus dem Bilderbuche - das wohl genau aus diesem Grunde nicht funktionierte. Nachdem Owen nach langer verletzungsbedingter Zwangspause wieder zur WWF zurückkehren konnte, war Koko nicht mehr beim Unternehmen unter Vertrag, was uns das Wiederauferleben von High Energy ersparte - und noch viel besser: Owen endlich als Einzelwrestler herausbrachte. High Energy - ein Team, dass 10 Jahre zuvor noch revolutionär gewesen wäre, 1992 war es seiner Zeit jedoch hinterher und hat ihre Mitglieder nur gebremst, mehr nicht.

4. Virgil

Kennt ihr diesen Effekt? Ihr seht ein Foto und schlagt euch vollkommen aus Reflex mit der rechten Hand vor den Kopf... Genauso geht es mir, wenn ich Virgil sehe. Anders war es, als er dann als Teil der nWo bei der WCW antrat. Wenn ich ihn dort sah, dachte ich mir immer „Ha, WCW, jetzt habt ihr den an der Backe!“.

1992 gehörte ich noch zu den jüngeren Wrestlingfans und trotzdem - obwohl ich das war, was die meisten hier wohl einen „Mark“ bezeichnen - fand ich Virgil so dermaßen durchschaubar, ich fand diesen Charakter dermaßen durchsichtig, dass mich ein bloßer Gedanke an ihn langweilte. Das Gimmick in kurzen Worten: Virgil war der Butler von Ted DiBiase. DiBiase behandelte ihn mies und Virgil turnte. Es endete in einem Match der beiden... Bla, bla, bla. Als Face ging Virgil nach seiner Fehde mit dem Million Dollar Man langsam aber sicher immer weiter unter. Und womit? Mit Recht. Im Ring konnte er nichts, am Mikrophon konnte er nichts und Ausstrahlung hatte er wie eine defekte Stehlampe. Einer DER Jobber der frühen Neunziger Jahre, der mit einer miesen Storyline startete und in einem noch mieseren Gimmick endete. Die WCW blieb ihren Maximen treu, denn als Virgil von der WWF gefeuert wurde, heuerten sie ihn wie jeden Ex-WWFler natürlich sofort an und ließen ihn, na was wohl, spielen? Den Bodyguard von Ted DiBiase. Ja mein Gott, sie haben’s nicht besser gewusst.

3. El Matador

Die Einleitung zielte zu einem Teil auf diesen Mann - El Matador. Eigentlich kein wesentlich schlechteres Gimmick als die meisten anderen auch. Es hat zwar wenig Tiefe und begründete sich eigentlich ausschließlich in der groben Herkunft des Akteurs und einem speziellen Outfit, aber nach gleichem Rezept wurden schon weitaus schlechtere Gimmicks erschaffen. Was den El-Matador-Charakter aber eben so schlecht machte, war die Tatsache, dass er von keinem jungen Mann gespielt wurde, dem durch das Gimmick Farbe verliehen werden sollte, der dadurch gepusht werden sollte. Nein, man steckte Veteran Tito Santana in das Matadoren-Kostüm. Das war der Anfang vom Ende von Santanas fast schon 10 Jahre andauernder WWF-Karriere. Aus einem charismatischen talentierten Texaner wurde nun eine Comic-Figur, die in der Masse unterging. Einziger nennenswerter Höhepunkt war ein sehr ansehnliches Match mit Shawn Michaels als Opener der 1992er WrestleMania, ein knappes Jahr später war es das dann mit Tito Santana und der World Wrestling Federation. Das Gimmick hat Tito zerstört und ihm den Weg verbaut. Man verpasst einem Kurt Angle doch heutzutage auch nicht einfach so aus heiterem Himmel ein Teutonen-Gimmick oder macht Chris Benoit zu Chris „the Barber“ Benoit. Der Matador war überflüssig und seither hat man Tito Santana in meinen Augen seitens WWE noch eine Menge Wiedergutmachung zu leisten.

2. Nailz

Wie schon mehrmals erwähnt gibt es mehrere Arten von Gimmicks. Eine Art des Gimmicks könnte man „Opposite-Gimmick“ nennen. Man hat also einen festen etablierten Star und benötigt einen Gegner für diesen. Im aktuellen Roster hat man niemanden parat, also muss jemand Neues her. Da der etablierte Star ein Gimmick hat, bekommt man den Neuen am besten über dieses Gimmick in eine Storyline mit dem Star. Man nimmt einfach ein gegenteiliges Gimmick und der Spaß kann losgehen. Für diese Art der Gimmicks gibt es zahlreiche Beispiele: The Executioner, The Patriot, Isaac Yankem, DDS, ja, und Nailz. Eines hatten all diese Charaktere gemeinsam - sie waren zum Scheitern verurteilt. Sie waren alle One Hit Wonder, denn irgendwann war die Gimmick-Battle vorbei und sie standen blöd da. Der Star machte weiter im Programm mit einer echten Fehde und der neue stand dann da mit einem Gimmick, das eigentlich nur gegen einen Gegner funktionierte. Nailz war nun mal ein ehemaliger Gefangener vom Big Boss Man, der sich an ihm rächen wollte. Nachdem das gegessen war, erfüllte Nailz somit keinen Zweck mehr, bis auf den eines zweitklassigen Heels mit unbrauchbarem Gimmick. Ich habe von einer kurzen Fehde gegen Virgil gelesen, an die ich mich aber nicht mehr erinnern kann - das Verdrängen von Virgil hat somit größtenteils funktioniert. Jedenfalls wurde Nailz noch im Laufe des Jahres 1992 gefeuert, nachdem er dem Chef persönlich welche auf die Zwölf gab und um ein Haar seine In-Ring-Kluft zum Freizeitoutfit hätte machen können.

1. Rick Martel

Die Nummer eins unter den miesesten Gimmicks des Jahres 1992 zählt wieder in dieselbe Kategorie wie auch schon El Matador. Das Gimmick an sich ganz okay, aber die Tatsache wen man es spielen ließ, eine Frechheit. Bezeichnend die Tatsache, dass Martel und Santana eine der meiner Meinung nach besten Fehden des Jahres 1990 geführt haben - und zwar als Rick Martel und Tito Santana. Nach Ende dieser Fehde beließ man bei Santana eigentlich alles beim alten, änderte nur Musik, Outfit und Namen. Martel wurde aber völlig umgekrämpelt. Nicht nur, dass Martel - eine Tag Team Legende seit der frühen 80er Jahre - dadurch der Lächerlichkeit preisgegeben wurde, auch für ihn bedeutete dieser neue Charakter den Anfang vom Ende seiner WWF-Karriere - so gut er ihn auch spielte. Trauriger Höhepunkt war das Blindfold-Match bei WrestleMania 7, das bis heute als eines der mit Abstand schlechtesten WrestleMania-Matches aller Zeiten gilt (da kamen Lesnar und Goldberg nicht mal annähernd dran) - und das lag weder an Martel noch an seinem Gegner Jake Roberts, sondern ausschließlich an miserablem Booking in Anlehnung an eine miserable Storyline basierend auf einem miserablen Gimmick. Rick Martel behielt das Model-Gimmick noch mehrere Jahre sogar bis in den Indy-Bereich, was mir ein vollkommenes Rätsel ist - was wohl aber auch erklärt, dass seine Historie bedeutender Titelregentschaften mit dem Beginn seines Model-Charakters endet.

Insbesondere aus Tito Santana und Rick Martel hätte noch viel mehr ohne ihr Gimmick werden können. Sie waren beide Stars der 80er, die man auf diese Art und Weise versuchte, in die 90er zu „integrieren“, was in meinen Augen aber in keinster Weise notwendig gewesen wäre. Während mit Virgil oder Nailz wahrscheinlich einfach nicht mehr zu holen war als diese eine bedeutende Storyline, hat man Santana und Martel durch ihre Gimmicks regelrecht ausgebremst.

Auch Veteranen benötigen selbstverständlich Hin und Wieder ein Feintuning an ihrem On-Air-Charakter, das will ich hier gar nicht bestreiten. Und doch ist es aber ein Unterschied, ob bspw. ein Eddie Guerrero (Gott hab ihn selig) Heel turnte oder auf einmal eine Mama Cita hatte oder anfing zu lügen, betrügen und zu stehlen - oder man ihm ein Rotes Höschen angezogen und ab sofort als „The Lifeguard“ im Baywatch-Stil antreten gelassen hätte. Verdienten Namen des Wrestling-Business sollte man eines lassen - eben diesen, ihren verdienten Namen. Und damit schließe ich die 1992-Horrorschublade und verweise auf die nächste Ausgabe, denn da kommt ein großer, ein wahrlich gigantischer Haufen Gimmickmist auf uns zu. In diesem Sinne, das war meine Top5 aus dem Jahr 1992, bis zum nächsten Mal!
 
 
 
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