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Die schlechtesten Gimmicks der Neunziger

In einer 11teiligen Serie analysierten wir im Frühjahr 2006 die schlechtesten Gimmicks der neunziger Jahre. Hier findet ihr unsere Berichte.
Kapitel

1995: D'you know what I mean!?
Bull|shit [bulʃit m. ; -s; derb]
unsinnige Sache, Angelegenheit;
so ein B.!; was er sagt, ist B.!
[engl. bull ”Bulle, Stier“ und shit ”Kot, Scheiße"]

Und damit herzlich Willkommen zu Ausgabe Nummer 6 der schlechtesten Gimmicks der 90er Jahre, heute mit einem meiner Lieblingsjahre - 1995. Was die Gimmicks dieses Jahres angeht ist wirklich beispiellos und sucht seinesgleichen. Bei keinem anderen Jahrgang war es schwieriger, eine Top5 zu erstellen, bei deren Anblick ich Genugtuung verspürte. Immer wieder hatte ich das Gefühl, jemanden vergessen oder umgangen zu haben - besonders lange befasste ich mich Platz 1 der Hitliste. Nachdem ich es mir bei der letzten Ausgabe schon herausnahm, zwei Kultfiguren auf die Pole Position zu stellen, konnte ich es mir auch dieses mal wieder nicht verkneifen, DIE Kultfigur meiner Wrestlingjugend mit Platz 1 zu belohnen. Rechtfertigung erlange ich durch die oben genannte Definition des Wortes Bullshit (mit freundlicher Unterstützung von wissen.de). Unsinnig - das ist nicht gleichbedeutend mit Mist. Also, obwohl vieles Mist und Teil von 1995 war, werden Namen wie die Allied Powers, Buddy Landell, Barry Horowitz, Hunter Hearst Helmsley, Jean-Pierre Lafitte oder Ahmed Johnson in dieser Ausgabe nicht auftauchen. Die Creme de la Creme der „schlechtesten“ Gimmicks von 1995 sieht wie folgt aus - und beachtet bei dieser Ausgabe umso mehr den Leitspruch dieser Reihe: „They were funny, cause they sucked!“.

5. Mantaur

Wie lässt sich der Mantaur am besten beschreiben? Er war wohl alles in allem eine Mischung aus Bastion Booger, Bruder Tuck und einer Kuh. Mit dem Mantaur-Charakter überschritt man sämtliche Grenzen der Zumutbarkeit, was darin gipfelte, dass man ihm bei seinem Einmarsch einen Stierkopf auf den Schädel setzte. Wrestlerische Fähigkeiten besaß Mike Hallick nicht und wie auch sein erster Auftritt als Goldust's Bodyguard blieb es ihm erspart, Mantaur über eine längere Zeit verkörpern zu müssen. Neben wenig nennenswerten Jobber-Squashes hatte Mantaur lediglich einen PPV-Auftritt im 1995er Royal Rumble. Ich kann mich in meiner lange andauernden Karriere an kaum einen Charakter erinnern, der stumpfsinniger und lächerlicher war als Mantaur. Lediglich die Tatsache, dass er nur wenige Woche Teil des Geschehens war, lässt ihn hier hinten auf der 5 stehen. Mit etwas mehr Aufmerksamkeit und On-Air-Time hätte man dieses Gimmick ohne Probleme in die TOP5 der Gesamtliste der beklopptesten Gimmicks der 90er bekommen.

4. The Dumpster

Nachdem ich hier schon über einige Berufe-Gimmicks philosophieren durfte, komme ich nun zu einem der Paradebeispiele aus dieser Kategorie, welches einzig und allein durch den wrestlenden Klempner TL Hopper getoppt werden könnte. Zur Ehrenrettung der 1995er Gimmickschmiede bei der World Wrestling Federation muss man aber sagen, dass Duke Droese schon vor seinem Run in der großen Liga als Müllmann auftrat. Ich wollte jetzt nicht, dass das so untergeht, daher noch mal: Als Müllmann! Noch bevor die Hardcore Division von WWE ihren großen Durchbruch fand, marschierte Droese mit einer Alu-Mülltonne durch die Gegend und setzte sie auch gerne mal gegen seine Gegner ein. Bevor Droese seinen Finsher ausführte (ein Tilt-a-wirl-Backbreaker namens „Trash Compactor“) brüllte er noch eine ewig lange Catchphrase durch den Ring, die in etwa so was bedeutete wie „Es ist Zeit den Müll raus zu bringen“. Die größte nennenswerte Fehde, und das ist aus heutiger Sicht eine wahre Sensation, hatte der Dumpster gegen Triple H, der damals eine Phase durchlebte in der er gegen alles fehdete, was irgendwie mit Schmutz zu tun hatte. Unterm Strich blieb Droese ein Standard-Face der neunziger Jahre, der mich trotz der Idiotie seines Gimmicks immer ganz gut unterhalten konnte. Ihn bei der Gimmick-Battle-Royal bei WrestleMania 15 zu sehen zauberte ein Nostalgie-Lächeln auf mein Gesicht. Und obwohl Droese durch Gimmick und Einsatz zur Lower Card verdammt war, bewies er in einigen Segmenten, dass er großartiges komödiantisches Talent besaß, was ihm mit einem anderen Charakter vielleicht doch zu mehr Ruhm verholfen hätte.

3. The Blu Twins

Oh, Mann, ich muss immer schmunzeln wenn ich einen Gedanken an die Blu Twins verschwende. Jacob und Eli Blu sollten wohl zwei Hinterwäldler darstellen, gemanagt durch „Uncle Zebekiah“. Und obwohl man sich entgegen der Regel mal Gedanken machte, wie man einem Zwillingspäärchen ein Gimmick verpassen könnte, waren die beiden doch nicht mehr als jedes andere Zwillings- oder Bruderpaar auch. Man tauschte sich gegeneinander aus, um das Match zu gewinnen, täuschte Tags vor usw. usf. Im Allgemeinen eine überaus lächerliche Geschichte, was man wohl auch recht schnell einsah und sie aus dem Fernsehen verbannte. Nennenswerte Fehden hatten Jacob Blu und Eli Blu nicht - zumindest nicht als Jacob und Eli. Denn hinter der braunen Mähne verstecken sich niemand geringeres als die Harris Twins, Ron und Don. Auch bekannt als Skull und Eightball, Bruise Brothers oder Creative Control. Wirklich überzeugen konnten sie mich aber in keiner ihrer vielen Rollen.
Und trotzdem waren die Blu Twins etwas, was ich mir unheimlich für die heutige Zeit wünschen würde - sie waren ein Tag Team. Sie waren kein lieblos zusammengewürfeltes Team, sondern eins mit dem man Geschichten erzählen kann, das Fehden durchführen kann und zueinander passt. So etwas gibt es leider in der WWE von heute nicht. Ja, und obwohl sie damals Mist waren, fänd ich sie heute doch irgendwie rulig. Mexicools gegen Blue Twins - ich finde, das hätte was.

2. Dr Isaac Yankem, DDS

Ich muss eine Aussage zurücknehmen, die ich vorhin in dieser Ausgabe getroffen habe. Ich sagte, der Müllmann Duke Droese wäre nach dem Klempner TL Hopper das zweitschlechteste Berufe-Gimmick aller Zeiten. Nein, Lüge. Das hier, das ist schlimmer, viel viel schlimmer...

Wir befanden uns in einer Zeit, in der Bret Hart eine lange Fehde mit Jerry Lawler bestritt. Diese Fehde sollte ihren Höhepunkt in einem Gimmick-Match beim King of the Ring 1995 erreichen - in einem „Kiss my Foot“-Match (welches übrigens eine ähnlich hohe Platzierung in den „schlechtesten Gimmick-Matches der 90er“ erreichen würde). Die Stipulation war, dass der Verlierer des Kampfes dem Gewinner die Füße küssen musste. Bret siegte, Lawler küsste. Er lutschte an Harts Füßen und er lutschte seine eigenen Füße - ein Fest wäre das für Gene Snitsky gewesen, aber an ihn war damals noch nicht zu denken. Lawler schwor Rache. Sein Mund verpestet, sein Gegner Hart im Visier. Was lag also näher, als Lawlers Zahnarzt ins Spiel zu bringen? Richtig, alles erdenkliche. Man versuchte damals tatsächlich eine Fehde aufzubauen zwischen einem der größten Stars des Business - und dem Zahnarzt seines ehemaligen Rivalen. Klingt nach einem Paradebeispiel des einleitend erklärten Begriffes.

Besonders lustig ist die abschließende Information, wer dieser Zahnarzt war, bzw. wer ihn verkörperte. Sein Name war Dr. Issac Yankem, die frühere Christmas Creature und der spätere Fake Diesel. Sprich: ein Mann mit der Hand ganz tief in der Kloake der Gimmickwelt - Glen Jacobs. Man entschuldigte sich bei Jacobs wenige Jahre später, als man ihm voll schlechten Gewissens zur Entschädigung eines der wohl besten Gimmicks der letzten 10 Jahre verpasste, unter dem er unter anderem World Champion wurde, denn man machte ihn zu Kane. Es ist so lächerlich. Die große Rote Maschine. Ein ehemaliger Zahnarzt.

1. Waylon Mercy

Ich erhebe mich von meinem Schreibtischstuhl und verneige mich vor der Ikone meiner Wrestlingjugend. Dem Mann, der mich endgültig an das Business gebunden hat, das ich immer noch - 10 Jahre später - mit Spannung und Leidenschaft verfolge. Waylon Mercy ist eine Legende.

Zur damaligen Zeit war Dan Spivey im Wrestling schon ein Name. In zahlreichen Ligen trat er an und es war nur eine Frage der Zeit, bis ihn sich die WWF schnappte und mit einem karrierezermürbenden Gimmick bestrafte. Man machte aus Dan Spivey Waylon Mercy. Einen komplexen und völlig überzogenen Charakter, der neben seinem hohen Bullshit-Faktor eine nie dagewesene Genialität besaß. Von seiner ersten Promo an war ich von Mercy begeistert. Mercy war Heel - und bekam trotzdem von seinem ersten Auftritt an für die damalige Zeit ungewöhnlich viele Pops. Zu entspannter, lustig lockerer Klaviermusik schritt er zum Ring und begrüßte die Fans am Rand mit einem Handschlag. Also, er gab ihnen die Hand, kein einfaches Abklatschen. Er trug eine Freizeithose, ein weißes Unterhemd und darüber ein buntes Hawaii-Hemd. Im Ring angekommen begrüßte er zunächst den Ringrichter und dann seinen Gegner mit einem freundlichen Handschlag, einem überlegenen Lächeln und ein paar netten Worten. Sobald der Ringgong ertönte war das Lächeln weg und er kämpfte. Es war einfach genial. Zwar musste Mercy die meiste Zeit seiner kurzen Karriere jobben, verzeichnete aber als Höhepunkt einen Sieg über den damaligen Champ Diesel, durch Auszählen. Eine Verletzung zwang Spivey zum Karriereende, aber noch immer wünsche ich mir, dass ich Waylon Mercy in welcher Weise auch immer, irgendwann mal wieder im Wrestling bewundern darf. „D'you know, what I mean!?“ - Oh, Mann.

Waylon Mercy ist wohl neben Shawn Michaels und Chris Jericho der einzige, über den ich jemals so etwas Herausragendes schreiben würde. Verzeiht es mir also bitte, dass ich diese Kolumne dazu missbrauche meiner Ikone zu huldigen. Das Gimmick von Mercy empfand ich wie gesagt als eines der besten dieser Zeit, was wahrscheinlich dadurch begründet war, dass es so unheimlich überzogen dargestellt wurde. Dass das kein Garant fürs Funktionieren ist, bewies man ja mit den anderen Beispielen - Mantaur, Droese, Yankem - alles maßlos überzogen. Alles maßlos unterirdisch, alles Bullshit. Ein Hurricane oder ein Eugene hätten in der 1995er Gesellschaft wohl schon zu den glaubwürdigsten Zeitgenossen gezählt.

Und doch, würde mich jemand fragen, aus welchem Jahr ich am liebsten mal wieder ein RAW oder eine Superstars-Ausgabe sehen würde, dann wäre es 1995. Die Ansammlung dieser ganzen Figuren ähnelte einer Freakshow Sondergleichens, die Shows waren bunt, poppig und so voller Comedy wie wohl zu keiner anderen Zeit. Bullshit sei eine unsinnige Sache. 1995 war unsinnig, 1995 war Bullshit - 1995 rulte die 90er Jahre!
 
 
 
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