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Die schlechtesten Gimmicks der Neunziger

In einer 11teiligen Serie analysierten wir im Frühjahr 2006 die schlechtesten Gimmicks der neunziger Jahre. Hier findet ihr unsere Berichte.
Kapitel

1996: Tag Team Crap
Ein schöner Vergleich meines Vaters scheint mir an dieser Stelle angebracht. Als im vorletzten Jahr die Fußball-Europameisterschaft anstand, wurde diese auf Pro Sieben vom Comedy-Duo Elton und Pocher begleitet. Meinen Vater veranlasste das zu folgender Aussage: „Der Pocher ist eine echte Zumutung und um Elton lustig zu finden, muss man wohl vorher einen Liter Lackreiniger getrunken haben. Aber beide zusammen: Die Untergrenze alles Zumutbaren.“

Wie schon an der Überschrift dieser mittlerweile schon siebten Ausgabe der schlechtesten Gimmicks der 90er Jahre zu erkennen, gibt es dieses Mal Crap im Doppelpack zu sehen. Armen einzelnen Seelen miese Charaktere zu verpassen reichte den Bookern im Jahr 1996 nicht mehr, man konzentrierte sich auf Teams. Das hatte den Vorteil, dass man sich jeweils immer nur ein schlechtes Gimmick ausdenken brauchte und dieses einfach mehreren Wrestlern auf die Nase drückte. Das Problem an der Sache war, dass es diese Vorgehensweise in keinster Weise besser machte.

Welche Teams ich im einzelnen meine und mit welchen Glanzstücken man auch im Singlesbereich weiterhin Gimmickmüll-Geschichte schrieb, lest ihr in den folgenden Zeilen. Und nach zwei Ausgaben mit Favorites meinerseits auf den Pole Positions stinkt heute auch endlich Platz eins mal wieder gewaltig bis zum Himmel.

5. The Godwinns

An der Geschichte der Godwinns lässt sich die Vorgehensweise, nach der man Tag Teams zu dieser Zeit erschuf, bestens beschreiben. Im Stile der Hoppers, Yankems, The Goons und Droeses war man 1996 weiterhin kräftigst damit beschäftigt, absoluten Müll zu produzieren. Zu diesem Müll gehörte auch der neueste Geniestreich der Marihuana-Connection: Henry O. Godwinn, oder kurz: H.O.G... Welch ein Zufall. Henry stellte einen Schweinezüchter da (jeglichen Kommentar zur Sinnfreiheit kann ich mir nach den vergangenen 6 Ausgaben wohl mittlerweile sparen) - und seine Initialen hießen übersetzt auch noch „Eber“. So etwas lustiges hatte man seit legendären Namenswortspielen wie Justin Credible oder Hugh Morrus schon nicht mehr gehört. Godwinn war ein Heel und überschüttete seine Gegner stets mit einem Eimer voll Schweinepampe. Vollkommen ignorierend, dass dieser Charakter dem Publikum so egal war wie das Jubiläumsfest der Volksmusik, baute man das Gimmick aus. Man nahm einen zweiten Wrestler, verpasste ihm ein und dasselbe Gimmick (Phineas I. Godwinn, kurz: P.I.G.) und ein neues Team war geboren. Nachdem irgendjemandem auffiel, dass die beiden ein wenig Ähnlichkeit zum längst verdrängten Gimmick des Hillbilly Jim hatten, machte man diesen zu allem Überfluss auch noch zu deren Manager. Die Godwinns wurden Faces und sorgten für den ein oder anderen Lacher. Dann wurden sie später zu Southern Justice, Henry wurde arbeitslos und Phineas wurde Mideon - und nackt.

4. Flash Funk

2 Cold Scorpio - ein Name, der in der Wrestlingwelt keinen geringen Bekanntheitsgrad hat. Nachdem er in der WCW mit Buff Bagwell teamte (damals noch brav als Marcus Alexander), orientierte er sich weiter in Richtung ECW und machte sich dort durchaus einen angesehenen Namen. Auch an der WWF ging die Information nicht vorbei, dass bei der extremen Konkurrenz ein Mann für Furore sorgte, der mit guter Leistung und gutem Gimmick durchgehend große Fanreaktionen bekam. Was machte man also: man verpflichtete ihn. Das Gimmick aus ECW-Zeit wollte den Bookern aber nicht so recht in den Sinn passen. Da hatte einer von ihnen einen Traum. Mithilfe seiner seherischen Fähigkeiten, sah er in ferner Zukunft einen sehr erfolgreichen dunkelhäutigen Wrestler, der einen Zuhälter darstellte und immer mit ein paar Frauen tanzend zum Ring schritt. Damals ahnte er nicht, dass er von The Godfather träumte und nicht von Flash Funk. Das Gimmick von Funk war zum Scheitern verurteilt. Bunte Highflyer hatten ihren Zenit 1996 schon lange Überschritten und Flash Funk stellte irgendwie nichts da. Als Kenner der ECW tat es einem damals in der Seele weh, wie man den harten Scorpio bei der WWF verbraten hatte. Ein Star aus der Extreme wurde zur Witzfigur. Das war als würde man beispielsweise The Sandman als Surfer, Shane Douglas als Lehrer oder D-Von Dudley als Priester auftreten lassen... Man gut, dass auf die Idee noch niemand gekommen ist.

3. The Body Donnas

Skip und Zip. Drollige Namen, nicht war? Bei den Godwinns beschrieb ich bereits, wie man im Jahre 1996 vorging, um Tag Teams zu erschaffen. Bei den Body Donnas war es nicht anders. Ursprünglich bestanden die Donnas aus Skip (Chris Candido) und Sunny (Tammy Sytch). Ihre Promovideos als Fitnessgurus kamen neulich in einer Neuverfilmung mit Simon Dean in der Hauptrolle über die Bildschirme, daher sollte man sie kennen. Das Gimmick von Skip brauche ich daher auch gar nicht ausführlich zu beschreiben, denn es war absolut identisch mit dem, was wir heute als Simon Dean kennen. Nachdem das Publikum dann auch von diesem Charakter gelangweilt war, zauberte man Skip nach dem Phineas-Prinzip einen Partner an die Seite. Tom Prichard, schon als Teil der Heavenly Bodys Teil dieser Reihe, musste sich die Haare abscheiden, den Rest blond färben und sich gemeiner Weise Zip nennen. In der damaligen Tag Team Szene klonte man dann einfach noch Marty Jannetty und so ergab sich aus den Godwinns, den Body Donnas, den new Rockers und den einzig echten Team der Smoking Gunns eine 4-Team-Tag-Team-Szene, bei der der Titel immer locker flockig hin und her wechselte. An Langeweile konnte diese Szene nur durch das Jahr 2005 unterboten werden.

2. The Executioner

Buddy Rose ging in die Geschichte ein als der erste Mann, der bei einer WrestleMania verloren hat. Wenn man so will, erreichte er unter der Maske des Executioners quasi Legendenstatus. Von diesem „Executioner“ ist hier allerdings nicht die Rede. Wir reden hier von der 1996er Version. Hier wurde niemand unter der Maske eine Legende, nein, hier wurde ein Legende unter der Maske zum Niemand. The Undertaker steckte gerade in einer großartigen Fehde mit Mankind und mittlerweile auch mit seinem vormaligen Mentor Paul Bearer. Bei einem Buried Alive Match tauchte plötzlich ein maskierter Henker auf und attackierte den Deadman. Dieser maskiete Henker war der neue Executioner. Ein Charakter, der kam, verlor und wieder verschwand. Das alleine ist schon idiotisch genug. Es wird aber richtig heftig, wenn man betrachtet, wer hinter der Maske steckte: Terry Gordy. Wem dieser Name kein Begriff ist, dem sollte zumindest der Name „Fabulous Freebirds“ ein Begriff sein - eines der großartigsten und einflussreichsten Tag Teams der Geschichte (bestehend aus Michael Hayes, Jack, Jimmy Garvin und eben Terry Gordy). Mit dieser Aktion, ihn von einem Stück Wrestlinggeschichte zu einer sinnlosen Witzfigur zu machen, schadete man dem Status einer Legende wie selten zuvor. Gordy verstarb 2001, in Erinnerung behalte ich ihn als Freebird - als nichts anderes.

1. Der Fake Diesel und der Fake Razor Ramon

Viele Kenner betrachten den Moment als geschmacklichen Tiefpunkt der Monday Night Wars, als Eric Bischoff die Ergebnisse des aufgezeichneten RAWs bei Monday Nitro verriet. Aus WCW-Sicht mag das so sein. Lassen wir den Screwjob außen vor und betrachten nur die Worked Shoots, dann ist der Tiefpunkt aus Sicht der World Wrestling Federation ein anderer - nämlich dieser. Scott Hall und Kevin Nash, unheimlich erfolgreich unter den Namen Razor Ramon und Diesel in der WWF und Zugpferde dieser Liga, verließen McMahon-Land in Richtung WCW. Einer der derbsten Rückschläge für Vince zur damaligen Zeit. Die Art und Weise wie man mit diesem Verlust umging, war lächerlich, idiotisch, kindisch und überflüssig zugleich. Ich meine nicht den Besuch der dX - nein, das hatte Stil. Ich spreche von Fake Diesel und Fake Razor. Während der Nacho Man und The Huckster offensichtliche Parodien waren, wollte man die beiden Fakes tatsächlich als glaubhafte Charaktere darstellen, ließ sie sogar bei einem PPV um die WWF Tag Team Titles kämpfen. Die WCW tat das einzig richtige: Sie ignorierte diesen jämmerlichen Versuch der WWF sie zu ärgern. Wobei man sich in Turnerland in Sachen „kopieren“ natürlich auch nicht allzu weit aus dem Fenster lehnen durfte.

Viele der bisher beschrieben Gimmicks, waren lächerlich, blöd oder welche schmückenden Wörter man für den „Griff ins Klo“ noch alle benutzen mag. Wenn Vince McMahon allerdings eines Tages die Chance bekommen sollte, ein Gimmick aus seinen Geschichtsbüchern streichen zu dürfen, dann muss es einfach das der Fake Outsiders sein - Bastion Booger, Eugene, The Artist Formerly Known as Goldust hin oder her - etwas Schlimmeres gab es nie, gibt es nicht und wird es auch, oh Herr, hoffentlich niemals wieder geben.

Bullshit im Doppelpack, das war die Devise des Jahres 1996. Im Folgejahr setzte man gar noch einen drauf und produzierte gleich eine Vielzahl an unterirdischen Stables. Doch dazu erst beim nächsten Mal. Vielleicht zurück zur einleitenden Anekdote meines Vaters. Er mag weder Pocher noch Elton - doch im Doppelpack hasst er sie. Diese Einstellung respektiere (und teilweise teile) ich. Diese Aussage kann er allerdings nur treffen weil er nichts von der WWF im Jahre 1996 versteht, denn alles was man hier im Doppelpack geboten bekam, war viel viel schlimmer als es eine Berichterstattung vom Duo Elton/Pocher jemals sein könnte. Dass das Funk-Gimmick funktionieren kann, das bewies man mit dem Godfather. Dass Terry Gordy eine Legende ist, ist ebenso Fakt wie die Tatsache, das Dennis Knight ein Pechvogel in Sachen Gimmicks ist wie kaum ein Zweiter.

In der nächsten Ausgabe widme ich dann der neuen Welle der Herkunftsgimmicks und ganz besonders einem der ganz großen Härtefälle, die ich zu meinem Erschrecken in den letzten beiden Ausgaben völlig umgangen habe, aber für 1997 nachreichen werde. Nachdem ich in den letzten Ausgaben oft darauf hinwies, dass ein mieses Gimmick auch durchaus Kult und somit dann gar nicht mehr so mies sein muss, will ich hier und heute zu Ausgabe 7 noch eine abschließende Anmerkung machen: Die Fake Outsiders haben so viel mit Kult zu tun wie Schweine mit Bergsteigen. In diesem Sinne.
 
 
 
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