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Eine Schippe Geschichte

In dieser von verschiedenen Mitarbeitern übersetzten Reihe kann man in erster Linie ungeordnete Artikeln aus den WAWLI Papers finden. Die Reihe "Wrestling As We Liked It" stammt aus der Feder von J. Michael Kenyon, seines Zeichens einer der Wrestlinghistoriker mit der größten Fülle an Wissen. Die WAWLI Papers sind eine per e-Mail verschickte Onlinepublikation, mit der versucht werden sollte, bei den Wrestlingfans Interesse an einer Ära ihres Sports zu wecken, die schon lange zurückliegt und deshalb kaum noch Beachtung findet. Hier könnt ihr die 42 bisherigen Ausgaben unserer "Schippe Geschichte" nachlesen.
Kapitel

17. Januar 1931: Auf den Spuren von 24 Champions
Auf den Spuren von 24 Champions
Autor: Frank Smith
erschienen in: The Seattle Post-Intelligencer
Erscheinungsdatum: 17. Januar 1931

24 Heavyweight-Champions gab es in den vergangenen 60 Jahren. Das bedeutet ein neuer Champion alle zweieinhalb Jahre – zumindest wenn man den Statistiken Glauben schenken möchte. Die Nachforschungen, welche uns in die staubigsten Archive führten, beenden das Gerede eines jeden neuen Champions, dass er den Titel ewig halten würde. Der kürzliche Sieg von Ed Don George, dem Wolverine Express, gegen den farbenfrohen Gus Sonnenberg in Los Angeles, löste bei uns die Suche nach der Vorgeschichte des Titels aus. Das spektakuläre und unerwartete Auftreten des ehemaligen Ringermeister der Universität von Michigan in der Welt des professionellen Wrestling darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass er schon vor seinem Auftreten im Rampenlicht der Großstädte einen großen Namen hatte.

Früher kostete ein Haus zwischen 50.000 und 75.000 US-Dollar, deswegen ist es sehr interessant das Rad der Wrestlinggeschichte zu den Turnieren von vor 60 Jahren zurückzudrehen und sie zu verfolgen. Aus den modrigen Seiten der Zeitungen geht hervor, dass James Hiram McLaughlin das erste Wrestlingturnier in den USA gewann. Es war am 10. März 1870 in Detroit, Michigan. McLaughlin wurde der erste Weltschwergewichtschampion, zumindest aus Sicht der Amerikaner. Das Match wurde nach den “ Collar und Elbow“-Regeln ausgekämpft. Er wurde mit einem Sack voll Gold, der etwa den wert von 500 US-Dollar hatte, und einem Championgürtel belohnt.

McLaughlin verteidigte seinen Titel am 30. März 1870 erfolgreich gegen Homer Lane und am 4. Februar 1871 in Titusville gegen L. Torrance. Die nächsten fünf Jahre trat McLaughlin so gut wie nie im Ring an. Dann aber nahm er die Herausforderung von Jacob H. Martin für ein Match am 29. Juni 1876 an. Die beiden kämpften in Detroit 4 Stunden lang bis zu einem Unentschieden. Der Gewinn für McLaughlin war der Gürtel und 1000 US-Dollar. Beide Männer trafen sich am 16. Oktober 1876 zu einem Rückmatch und McLaughlin verteidigte diesesmal seinen Titel mit einem Sieg.
Aus Vermont kam am 28. Dezember 1876 ein junger Farmer namens James Owens. Dieser stämmige Junge gewann den Titel, das Geld und ging wieder.

Aufzeichnungen verraten, dass er den Titel nur eine kurze Zeit hielt. Fünf Wochen später, genau am 6. Februar 1877, gewann laut Zeitungsberichten William Muldoon, zu dieser Zeit ein einflussreiches Mitglied der New Yorker Sportlerkommission, den Titel von Owens. Muldoon verteidigte seinen “Collar und Elbow“-Titel am 29. Mai 1877 gegen J. Martin und gewann 1000 US-Dollar. Am 19. September 1877 besiegte er Charles Murphy und gewann 500 US-Dollar – viel Geld zu dieser Zeit.

Die bedeutensten Wrestler zu dieser Zeit waren McLaughlin, Owens, Martin, Charles Murphy, Theobaud Bauer, William Muldoon, Clarence Whistler, Edwin Bibby, William Acton, Evan Lewis, Ernst Roeber, John McMahon, H.M. Dufur, Duncan Ross, Tom Connor, William Miller, Antonio Pierri, Captain Daley, Donald Dinnie, Carl Abs, Matsuda Sorakichi, Jack Carkeek und Andre Christol.

Ein weiteres großartiges Match fand 1883 zwischen John Graham und Whistler statt. Graham gewann dieses Match. Whistler und Maldoon trafen immer wieder in großartigen Kämpfen aufeinander. Dufur besiegte am 13. Dezember 1883 McMahon in Boston. In diesem Match ging es angeblich um den “Collar und Elbow“-Titel. Und im Folgejahr, genau am 24. Januar, besiegte McLaughlin in Detroit Dufur in einem 2 out of 3 Falls – Match um den “Collar und Elbow“-Championtitel.

Aus der ganzen Zeit gibt es keinen Bericht über eine Niederlage von Muldoon. Der ehemalige New Yorker Polizist verlor erst 1887 gegen Ernst Roeber und dieser hielt den Titel bis zum 18. Mai 1890. Dann wurde er von Evan "Strangler" Lewis besiegt und verlor den Titel.

Obwohl “Collar und Elbow” zu dieser Zeit für Wrestling stand, begannen die Lancashire-Regeln ihren Eroberungszug in der Gunst der Fans. Auch der “Griechisch-Römisch-Stil wurde in den USA praktiziert. Mit dem besten aus beiden Stilen wurde der Catch-as-Catch-can-Stil entwickelt. Er erlaubte Haltegriffe an jedem Körperteil, verbot lediglich den Würgegriff.
Milton "Farmer" Burns holte sich Berichten zu Folge den Titel von Evan Lewis im Jahr 1895 und wurde 2 Jahre später von Tom Jenkins in Cleveland geschlagen.

Seit Anfang des Jahres 1897 ist es einfacher die Liste der Champions in Amerika zu verfolgen, weil das Interesse für den Sport unaufhaltsam wuchs. Auch die Zeitungen brachten den großen Titelkämpfen jetzt Aufmerksamkeit entgegen. Ungefähr auch zu dieser Zeit setzte sich der Catch-as-Catch-can-Stil endgültig im ganzen Land durch.

Jenkins verlor seinen Titel am 27. Januar 1904 in Bellingham gegen einen Farmerjungen namens Frank Albert Gotch aus Humboldt. Jenkins holte sich seinen Titel jedoch am 15. März 1905 in New York City wieder zurück. Diesesmal hielt er den Titel 2 Monate, bis ein gewisser Georg Hackenschmidt, der “Russische Löwe“, ins Land kam und ihm seine Championehren abnahm. Das ganze geschah am 4. Mai 1905 im New Yorker Madison Square Garden.

Hackenschmidt nahm diesen Titel mit zurück nach Europa und deswegen entschieden Gotch und Jenkins einen Amerikanischen Champion auszukämpfen. Sie trafen am 19. Mai 1905 in New York aufeinander und Jenkins gewann erneut. Die Szene verlagerte sich anschließend nach Kansas City, wo Gotch Jenkins am 23. Mai 1906 besiegen konnte. Damit war er der Amerikanische Champion, bis er den Titel am 1. Dezember 1906 in New Orleans an Fred Beell verlor. Doch bereits am 17. Dezember holte er ihn sich in Kansas City zurück.

Der “Russische Löwe” kehrte im März 1908 nach Amerika zurück und verlor seine Titel am 3. April in Chicago gegen Frank Gotch. Das Preisgeld war das zu diesem Zeitpunkt größte aller Zeiten: 45.000 US-Dollar. Das Match dauert 2 Stunden und 3 Minuten, bis Hackenschmidt aufgab.

Gotch hielt den Titel bis zu seinem Tode am 16. Dezember 1917, obwohl er am 1. April 1913 nach seinem Sieg gegen Georg Lurich seinen Rücktritt angekündigt hatte. Er beendete seine Karriere 2 Jahre später.
Charles Cuttler aus Chicago wurde nach Gotch´s Rücktritt neuer World-Champion und beherrschte die Szene ungefähr ein Jahr lang. Am 5. Juli verlor er seinen Titel in Omaha gegen Joe Stecher.

Stecher hielt den Titel bis zu seiner ersten Begegnung mit Earl Caddock, ein ehemaliger Ringer-Champion. Caddock wurde World Heavyweight Champion, obwohl er nur 84 Kilo auf die Waage brachte.

Caddock ging dann freiwillig zur Armee und als er wieder kam, war er nicht mehr derselbe. Er war nicht mehr der großartige Wrestler und verlor seinen Titel am 30. Januar 1920 in New York City gegen Stecher.

Robert Friedrich, der 8 Jahre lang als Ed "Strangler" Lewis gekämpft hatte, besiegt schließlich am 13. Dezember 1920 Stecher in New York. Lewis schickte Stecher mit einer Serie von Headlocks nach 1 Stunde und 40 Minuten ins Reich der Träume. Dies war bereits die 5. Begegnung der beiden Topwrestler. Lewis hatte Stecher schon im Vorjahr in einem 3-stündigen Match besiegt, aber Stecher war zu diesem Zeitpunkt noch nicht Champion.
Anmerkung: Man darf nicht blind allen Angaben dieses Artikels vertrauen. Stecher und Lewis haben sich insgesamt 7 Mal gegenübergestanden vor dem Titelkampf. Und sie standen sich im Jahr 1921 nochmals in San Fransisco gegenüber. Diesen 2-stündigen Kampf gewann Stecher.

Lewis konnte den Titel ungefähr 6 Monate halten, ehe er in New York auf Stanislaus Zbyszko, einen erfahrenen Polen, traf. Das Match wurde durch einen Skandal entschieden. Lewis verlor durch einen Fall der nur im griechisch-römischen Stil gelten hätte dürfen.

Der “Strangler” behauptet um den Titel betrogen worden zu sein und forderte ein Rückmatch. Dieses fand dann auch in Kansas City statt (Anmerkung: Lewis vs. Zbyszko fand in Wichita statt, nach dem Lewis bereits 2 Mal in New York City durch diesen griechisch-römischen Fall verloren hatte). Ein 10.000 US-Dollar teurer brillantbesetzter Gürtel (den Gürtel den Ed Don George jetzt trägt) war der Preis den die Veranstalter anfertigen ließen. Lewis gewann das 2 out of 3 Falls Match und diesmal beherrschte er die Schwergewichtsszene bis 1925. Er traf am 8. Januar 1925 in Kansas City im Match gegen Wayne Munn ausgeknockt wurde und den Gürtel und den Titel verlor.

Lewis beklagte sich, dass er sich beim Sturz aus dem Ring, was er als “Foul“ von Munn verstand, verletzt hatte. Er ging in seine Umkleide und wollte den Kampf nicht fortführen. Wie auch immer, letztlich stimmte er zu das Match fortzusetzen, obwohl er schwer verletzt war und protestiert hatte. Er verlor seinen Titel. Noch bevor Lewis zu einem Rückmatch gegen Munn antreten konnte, verlor dieser am 15. April 1925 den Titel in Philadelphia an Stanislaus Zbyszko.

Der Sieg des Polen verursachte ein gehöriges Chaos in der Schwergewichtsszene. Lewis beanspruchte den Titel noch immer für sich, auf Grund des “Fouls“ von Munn und Zbyszko sah sich durch den Sieg über Munn auch als Champion. In der Nacht des 30. Mai 1925 besiegte Stecher Zbyszko in Philadelphia und gewann den Titel, während am selben Abend in Kansas City Lewis über Munn siegen konnte, in einem Rückmatch um den Titel.
Anmerkung: Stecher vs. Zbyszko fand in St. Louis und Lewis vs. Munn in Michigan City statt.

Was auch immer zwischen Stecher und Lewis stand, alle Titelansprüche wurden am 20. Februar 1928 in St.Louis beigelegt. Dort trafen sich beide Männer zum ersten Mal seit 1920 wieder. Lewis gewann in einem 2 out of 3 Falls Match. Lewis gewann den ersten und den dritten Fall, Stecher gewann den zweiten Fall nach gerade mal 56 Sekunden!

Dies war ungefähr die Zeit, als Gus Sonnenberg seine professionelle Wrestlingkarriere begann und ein Jahr später am 4. Januar 1929 besiegte Darmouth “Dynamiter“ (aka Gus Sonnenberg) in Boston Lewis. Lewis verlor seinen Titel nachdem er ausgezählt wurde. Lewis wurde immer wieder von den Tackles von Darmouth getroffen und wurde insgesamt 7 Mal aus dem Ring geworfen.

Sonnenberg konnte den Titel ungefähr zwei Jahre lang verteidigen und in dieser Zeit entwickelte sich Wrestling zum bekanntesten Hallensport im ganzen Land. Es wurde immer wieder mit Boxen verglichen und stand mit Boxen in einem unerbittlichen Wettbewerb.

Der “Dynamiter” besiegte seine Gegner mit Leichtigkeit und nahm jede Herausforderung zu einem Rückmatch an. So kam es, dass er nochmals auf den unterschätzten Ed Don George, den ehemaligen Ringermeister, traf. Das ganze war am 10. Dezember 1930 in Los Angeles.

Sonnenberg hatte das erste Aufeinandertreffen mit Glück gewonnen. Beide waren nach einem Zusammenstoß mit den Köpfen ausgeknockt, nur gelang es Sonnenberg als erstem wieder auf die Beine zu kommen und er wurde deshalb zum Sieger erklärt. Im zweiten Match gewann George den Titel durch eine Headscissors und einen Hammerlock. Er verletzte Sonnenberg sehr früh an der Schulter und bearbeitete diese bis zum Ende des Matches.

Die Zukunft des neuen Champions schaut sehr viel glanzvoller aus, als die seiner Vorgänger. Er hat gute wrestlerische Fähigkeiten, er kann im Ring gut kämpfen, denn er war ein erfolgreicher Ringer. Er ist auf jeden Fall keine Eintagsfliege. Er kämpfte 5 Jahre lang, meist als Amateur, bevor er seine Chance auf den Titel bekam.

Sonnenberg war 2 Jahre lang Champion und es wurden ungefähr 5.000.000 US-Dollar bezahlt, nur um ihn im Ring zu sehen.
 
 
 
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