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Eine Schippe Geschichte

In dieser von verschiedenen Mitarbeitern übersetzten Reihe kann man in erster Linie ungeordnete Artikeln aus den WAWLI Papers finden. Die Reihe "Wrestling As We Liked It" stammt aus der Feder von J. Michael Kenyon, seines Zeichens einer der Wrestlinghistoriker mit der größten Fülle an Wissen. Die WAWLI Papers sind eine per e-Mail verschickte Onlinepublikation, mit der versucht werden sollte, bei den Wrestlingfans Interesse an einer Ära ihres Sports zu wecken, die schon lange zurückliegt und deshalb kaum noch Beachtung findet. Hier könnt ihr die 42 bisherigen Ausgaben unserer "Schippe Geschichte" nachlesen.
Kapitel

14. Oktober 1950: Der Trip nach Alaska
Der Trip nach Alaska
Autor: Jay Chemi
Erscheinungsdatum: 14. Oktober 1950

KANSAS CITY - Jerry Meeker, der Heavyweight-Wrestler aus Montona, der in der Gegend um Kansas City eine bekannte Persönlichkeit ist, kehrte in den Ring der Memorial Hall von Kansas City, Kansas, zurück. Von seiner Wrestling-Tour durch Alaska brachte er einige Geschichten mit, die erzählenswert sind.

Jerry organisierte die erste großangelegte Barnstormer-Tournee, die von den Vereinigten Staaten bis zum Yukon ging (Anmerkung: Barnstormer sind Wrestler, die auf Jahrmärkten offene Herausforderungen an Zuschauer aussprechen und ihnen Geld bieten, wenn sie eine gewisse Zeitdistanz gegen sie durchhalten).

"Ich erinnere mich, einen Artikel über professionelle Baseball-Spieler gelesen zu haben, die in den Wintermonaten nach Kuba und in andere lateinamerikanische Staaten gehen. Ich dachte mir darauf, wir könnten das gleiche mit einer Gruppe Wrestler machen. Nur mit dem Unterschied, dass unsere flauen Monate die Sommermonate sind."

Im letzten Sommer offenbarte Meeker seine Pläne gegenüber fünf weiteren Schwergewichten, die zu dem Zeitpunkt in Jerrys Heimatstadt Great Falls, Montana, anwesend waren. Die Jungs mochten die Idee - vor allem mochten sie den Gedanken daran, wie ihnen die kleinen grünen Geldscheine in die Hosentasche purzeln würden. Die sechs Wrestler vereinbarten, dass sich am 1. Juni in Anchorage, Alaska, treffen würden. Die anderen Mitglieder der "Reisegruppe" waren Lou Sjoberg, Pat McGill, Stu Hart, Tony Verdi und Leo Wallick. Allesamt traten sie gegen Kontrahenten aus Alaska an. Jerry besorgte der Gruppe Matches in Anchorage, Fairbanks, Valdez, Ladd Field und Kodiak. Nachdem man eine ganze Tournee organisiert hatte, entschied sich Jerry dazu, seine Ehefrau Cele und ihren zwölfjährigen Sohn Jerry Jr. mitzunehmen.

Jerry kaufte ein neues Auto und einen Wohnwagen, um die 2.500 Meilen lange Reise von Great Falls nach Anchorage anzutreten. Die ganze Tournee dauerte elf Wochen. Dann kamen die schlechten Neuigkeiten - es gab keine Gebäude in Anchorage, die groß genug gewesen wären, um die Matches zu veranstalten. Somit mussten die Kämpfe an der frischen Luft veranstaltet werden. Das gleiche Szenario spielte sich in jeder folgenden Stadt ab. Die Eintrittspreise waren zwei, vier und sechs Dollar hoch. Trotz der hohen Preise strömten die Zuschauer in Massen zu den ersten beiden Shows. Dann kam der Regen - Wolkenbruch auf Wolkenbruch. Die Preise für Nahrung und Unterbringung waren zudem so hoch, dass die Wrestler, die allgemein als gute Esser bekannt sind, gerade so ihre Unkosten wieder reinholen konnten.

"Die Tour war ein finanzieller Reinfall, aber wir hatten wenigstens die Befriedigung, vor vollem Haus wrestlen zu können", resümierte Jerry.

Jerry fügte hinzu, es müsse schon eine Kompanie der Nationalgarde kommen, um ihn nochmal nach Alaska zu bewegen. Daraufhin wurde Jerry gefragt, was ihn so mißmutig über den arktischen Bundesstaat reden ließe. Deshalb begann er, ein paar Preise aufzuzählen. Laut ihm kosten ein Haarschnitt und eine Rasur in Alaska fünf Dollar. Ein halbes Pfund Brot kostet eine Hausfrau einen Dollar in Alaska. Und noch ein paar Preise mehr: zwei Dollar für ein Pfund Steak, 80 Cent für einen Viertelliter Milch, einen Dollar für einen Hamburger, 25 Cent für eine Kuller Eiscreme, 50 Cent für einen Becher Soda, 40 Cent für ein Pfund Wassermelonen, 75 Cent für einmal Schuhe putzen, 2,50 Dollar bis vier Dollar für ein Frühstück, 7,50 Dollar für eine warme Mahlzeit, acht bis zwanzig Dollar für eine Übernachtung in einem Hotel, in dem man das Bad mit zwanzig bis dreißig anderen Gästen teilen muss.

Auch als er zum neuen Highway in Alaska befragt wurde, schüttelte Jerry nur seinen Kopf vor Abscheu: "Ich musste 1,04 Dollar für eine Gallone Benzin an diesem sogenannten Highway zahlen. Und wenn einem das Auto kaputtgehen würde, dann würden Freunde lange, lange Zeit nichts mehr von einem hören."

Meeker fügte hinzu, nirgendwo in Alaska hätte er Benzin unterhalb von 94 Cent pro Gallone gesehen. "Und dann kommt noch hinzu, dass man sogar schon Geld dafür zahlen muss, wenn man auch nur ein Schlückchen Wasser trinken möchte. Es gibt weder in Anchorage noch in Fairbanks eine vernünftige Wasserversorgung. Wasser kostet einen Dollar - egal, ob man eine oder fünf Gallonen haben möchte. Unglücklicherweise fasste das größte Gefäß, das ich auftreiben konnte, nur eine Gallone."

Darauf angesprochen, wie es einem arbeitenden Mann bei solch hohen Lebenshaltungskosten gehen würde, sagte Jerry: "Der durchschnittliche Arbeiter muss das meiste Geld in den Sommermonaten verdienen, denn zwischen dem Juni und dem September scheint die Sonne 24 Stunden am Tag. Deshalb arbeiten die Männer in der Zeit so viel, wie sie nur können. Im Baugewerbe dauert der normale Arbeitstag 18 Stunden. Viele Männer arbeiten sogar 24 Stunden durch, schlafen dann vier oder fünf Stunden, und arbeiten im Anschluss direkt wieder 24 Stunden. Am meisten kosten in Alaska Nahrungsmittel, vor allem leicht verderbliche, und Unterbringung. Wenigstens sind die Preise für Bekleidung die gleichen wie in den Staaten."

Jerry sagte, er und die anderen hätten die Tournee trotzdem bis zum Ende durchgezogen - obwohl unter anderem die einheimischen Schwergewichte, die sie herausforderten, alles andere als einverstanden damit waren. Der Trip nach Alaska - ein Flop in jeder Hinsicht also für den amerikanischen Wrestler-Tross. Was Stu Hart & Co. am Ende von Meeker und seinen Ideen dachten, das kann man nur erahnen.
 
 
 
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