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Eine Schippe Geschichte

In dieser von verschiedenen Mitarbeitern übersetzten Reihe kann man in erster Linie ungeordnete Artikeln aus den WAWLI Papers finden. Die Reihe "Wrestling As We Liked It" stammt aus der Feder von J. Michael Kenyon, seines Zeichens einer der Wrestlinghistoriker mit der größten Fülle an Wissen. Die WAWLI Papers sind eine per e-Mail verschickte Onlinepublikation, mit der versucht werden sollte, bei den Wrestlingfans Interesse an einer Ära ihres Sports zu wecken, die schon lange zurückliegt und deshalb kaum noch Beachtung findet. Hier könnt ihr die 42 bisherigen Ausgaben unserer "Schippe Geschichte" nachlesen.
Kapitel

30. Januar 1983: "WILD BULL" hält die Herde im Zaum
"WILD BULL" hält die Herde im Zaum
erschienen in: Hartford, Connecticut, Courant
Erscheinungsdatum: 30 Januar 1983

"Wild" Bull Curry (Fred Curry) schlendert mit muskelbepackten Armen, einem knorrigen Gesicht, mit Blumenkohlohren und einer schwarzen Haarmähne durch den Gerichtssaal im Hartford Superior Court.

Wenn er knurrt schießen die dunklen Augen aus den schwarzen, buschigen Augenbrauen hervor und sein Gesicht wird von bösartigen Falten überzogen. Aber wenn er lacht und seine goldenen Zähne zeigt, dann wird sein Gesicht zur Sonne.

Sie nannten ihn für gewöhnlich "Wild Bull" Curry, damals als er noch als Wrestler und Boxer quer durch das Land reiste. Heute ist er für die meisten einfach nur noch "Bull". Andere nennen ihn auch “Werwolf” oder “Monster”.

Deputy Sheriff Bull Curry begleitet die gefährlichsten Verbrecher (Mörder, Vergewaltiger, Einbrecher, entflohene Häftlinge) der Stadt im Hartford Untersuchungsgefängnis und manchmal muss er sie auch zähmen. Mit seinen 1,85m und seinen knapp 100kg wirkt er bedrohlich und sein Ruf verstärkt diesen Eindruck noch. Seine Hilfssheriffs sagen er wäre unverzichtbar.

Currys schnelles Einschreiten gegen Unruhestifter ist legendär.

Vor ein paar Jahren flohen zwei aneinandergefesselte Häftlinge auf dem Weg zum Parkplatz des Gerichts. Curry rief ihnen eine Warnung hinterher, doch sie rannten weiter. Er warf ein Vorhängeschloss hinter den beiden her und traf einen von beiden am Rücken. Der Mann viel hin und sein Mithäftling flog mit dem Gesicht gegen die Stahltüre der Garage, in der sich der Wagen des Sheriffs befand. Blitzschnell packte Curry die beiden und sie saßen wieder hinter Schloss und Riegel.

Ein anderes Mal versuchte sich ein Häftling in seiner Zelle zu erhängen. “Er hatte es fast geschafft,“ erzählt Currys ehemaliger Kollege Bobby Quinn. "Bull zog ihn herunter und schüttete dem Typen so viel Wasser ins Gesicht, dass er sich gewünscht hätte er wäre tot. Er sagte immer wieder das er Ok wäre, doch Bull sagte ihm nur ’Wenn ich dich schon rette, dann entscheide ich auch wann du wieder Ok bist.“

Aber Curry kann auch zärtlich sein.

Eine Mutter begann im Gerichtssaal zu weinen als ihr 16-jähriger Sohn verurteilt wurde und ins Gefängnis musste. “Sie werden meinen Jungen fertig machen. Sie werden ihn töten.“ schrie sie. Im Gerichtssaal herrschte Chaos. Der Richter war wie angewurzelt und die Zuschauer schockiert als die Mutter auf den Boden niederkniete. Curry stand neben ihrem Sohn und legte ihm den Arm um die Schulter. "Solange er bei mir ist, Ma'am, wird ihn niemand anfassen," versprach er. Die Mutter beruhigte sich und verließ gestützt von anderen Sheriffs den Gerichtssaal.

Curry (übrigens sein Ring-Name, bürgerlich heißt er ‘Koury') war Boxer, Wrestler, Polizist in Hartford und Sheriff – 15 Jahre lang war er Sheriff in Houston und trat zeitgleich auf der ganzen Welt als Wrestler oder Boxer an. Curry spricht nicht gerne über sein Alter. “Wenn du in einer guten körperlichen Verfassung bist, wen interessiert dann das Alter.” Freunde behaupten er wäre über 60 Jahre alt.

Er begann seine Karriere bei der Polizei von Hartford als seine Wrestlingkarriere, auf Grund der schlechten Zeit ab 1939, einen Knick erlitt. “Du musstest jeden Dollar nehmen, den du bekommen konntest,“ sagte er und patrouillierte durch seine Nachbarschaft in der Windsor Street. “Er war so hart, dass man ihn alleine auf streife schickte, wenn man zu wenig Männer hatte, “ sagte Sheriff Francis M. DeLucco, der Curry seit etlichen Jahren kannte.

Aber mit der Mitte der 1940er Jahre begann Curry im Ring mehr Geld zu verdienen, da er bekannter wurde. Er kündigte und widmete sich ganz dem Wrestling um noch mehr Geld verdienen zu können.

Mitte der 50er Jahre zog Curry nach Houston und baute sich im Rahmen einiger bekannter Wrestler eine Existenz auf, darunter waren unter anderem Lou Thesz, Danny McShain und Duke Keomuka. "Houston war näher an Südamerika und am Südpazifik, wo ich viele Kämpfe hatte. Später bereiste ich dann die ganze Welt um in den Ring zu steigen,” sagte Curry. Nebenher spürte er in Galveston County Verbrecher auf.

Letztlich forderte sein verrücktes Leben 1972 seinen Tribut und er erkrankte in Tokio an Gelbsucht. Dort konnten ihm die Ärzte nicht helfen und deswegen reiste er nach Alaska. Doch auch dort hatte die Behandlung kein Erfolg und er kehrte nach Hartford zurück, wo er sich einer siebenstündigen Operation unterzog. "Die Ärzte sagten mir, dass ich es langsam angehen sollte,” lachte Curry, “nach 30 Tagen war ich wieder in Johnny Datro's Gym. Danach trat ich noch ein paar mal im Ring an. 1979 war ich dann einfach müde und beendete meine Karriere."

Currys Rückzug bedeutete aber nicht das Ende eines stressigen Lebens. Nur 3 Jahre zuvor wurde er zum Sheriff ernannt und war für den Superior Court verantwortlich. "Ich weiß nicht wie ich zu diesem Gesetzes-Zeug kam. Es ist mir bis heute ein Mysterium,” sagte er.

Fragen sie Curry warum er 35-40 Jahre lang boxte und wrestlete und die Antwort ist klar: "Du musst eine Show bieten. Du musst den Fans Unterhaltung bieten wie zum Beispiel Muhammad Ali. Du musst einfach anders sein. Wenn ich auftrat dann sorgte ich dafür, dass die Leute wussten wer Wild Bull Curry war!"

Jeder im Hartford Superior Court der Bull Curry nicht kennt, wird schnell herausfinden wer er ist. Wie zum Beispiel der kürzlich angekommene neue Richter, der am Ende eines langen Tages fragte, ob irgendwelche Gefangenen noch bearbeitet werden müssten. Der Sheriff antwortete mit "No!". Der Richter lehnte sich nach vorne und zeigte auf Curry und flüsterte "Was ist mit dem da drüben?" Oder ein 10-jähriges Mädchen das einmal während eines Prozesses ihren Vater im Zuschauerraum fragte; “Was hat er denn getan?“ und dabei auf Curry zeigte.

Die Verteidiger lernten schnell, dass Curry keinen Unsinn duldet. Einmal wollte ein Typ, der des Mordes angeklagt war mit niemandem kooperieren.
Weder mit den Juristen, mit der Jury oder den Sheriffs. Er weigerte sich sogar während der Sitzungspause in seine Zelle zurückzukehren. Da erschien Curry. Er blickte den Mann an, zeigte mit dem Zeigefinger auf ihn und ganz. Der Mann stand leise auf und ging runter (in Richtung) seiner Zelle.

Sheriffs, Richter und andere Mitarbeiter des Gerichts sind sich einig darüber, dass sein Aussehen, seine Fähigkeiten und seine Bekanntheit als Wrestler, seine Fähigkeit aufgebrachte Gefangene zur Ruhe zu bringen, Curry während eines heißen Prozesses unersetzbar machen.

Das Gerichtsgebäude verzeichnet jährlich 10-12 Ausbruchsversuche von Gefangenen die in Untersuchungshaft sitzen. Die Selbstmordversuchsrate ist ebenfalls so hoch. Einmal im Januar saßen in der großen Zelle unter dem Gerichtssaal 14 Männer die wegen Mordes angeklagt werden sollten.
Ebenfalls in der Zelle befanden sich noch weitere 30 Gefangene. Curry erzählte, dass er vermutete, dass etwas nicht stimmen würde, als plötzlich immer mehr Häftlinge nach einer Einzelzelle verlangten. Einer warnte ihn sogar: "Hey, Bull, sieh besser genau hin!" Als Curry in die Zelle ging, lauerte ihm ein Feigling in der Ecke auf und wollte in mit einer Klobrille aus Metall niederschlagen. Curry antwortete ihm nur: "Dieses Ding macht mir keine Sorgen. Mit solchen Sachen bin ich groß geworden. Ich wuchs auf der Windsor Street auf und das ist schlimmer als in Hell's Kitchen aufzuwachsen.“

Jährlich verbringen etwa 8000 Gefangene ihre Untersuchungshaft zusammen mit Curry und seinen beiden Kollegen. "Du weist nie was vom einen auf den anderen Tag geschehen wird," sagte Curry mit seiner ruhigen Stimme. "Manchmal sitzen 35-40 Jungs hier in der großen Zelle. Jeder von ihnen prüft die Situation genau. Wo sich die Schlüssel befinden, wo du selbst bist und ob du etwas vergisst. Deshalb muss man seine Gewohnheiten ständig ändern, sonst haben dich."

"Wenn du ihnen nicht klar machst wer der Boss ist und dir ihren Respekt verdienst, bekommst du Probleme. Sie laufen die vor deiner Nase weg. Du tust einem einen Gefallen und alle wollen plötzlich das gleiche. Ich selbst sehe mich nicht als den Guten oder den Bösen. Ich sehe mich als fairen Mann,“ sagte Curry, der nun seit sechs Jahren hier arbeitet. Er verdient 40 $ am Tag und bekommt noch etwas zusätzlich für die Fahrten zwischen dem Gericht und den Gefängnissen.

Quinn, der etwas größer als Curry ist und nun ebenfalls in einem Untersuchungsgefängnis in der Morgan Street arbeitet sagte: "Wenn sie Bull nicht hätten, hätten die da unten große Probleme. Er hält den Laden zusammen. Manche von den Gefangenen vergessen sich vor Gericht, doch Bull beruhigt sie alle. Er erklärt ihnen was passieren wird und das müssen sie akzeptieren."

Andere Sheriffs die Curry seit Jahren kennen glauben an ihn und seine Methoden. "Fred Curry," sagte Gayle Fisher, ein kleiner Deputy, "he's a real pussy."
 
 
 
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