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Eine Schippe Geschichte

In dieser von verschiedenen Mitarbeitern übersetzten Reihe kann man in erster Linie ungeordnete Artikeln aus den WAWLI Papers finden. Die Reihe "Wrestling As We Liked It" stammt aus der Feder von J. Michael Kenyon, seines Zeichens einer der Wrestlinghistoriker mit der größten Fülle an Wissen. Die WAWLI Papers sind eine per e-Mail verschickte Onlinepublikation, mit der versucht werden sollte, bei den Wrestlingfans Interesse an einer Ära ihres Sports zu wecken, die schon lange zurückliegt und deshalb kaum noch Beachtung findet. Hier könnt ihr die 42 bisherigen Ausgaben unserer "Schippe Geschichte" nachlesen.
Kapitel

1940: Klassische Musik passt nicht zum Wrestling
KLASSISCHE MUSIK PASST NICHT ZUM WRESTLING
Autor: Irving Wadler (Geiger im Ruhestand)


Die ganze Stadt war mit Postern zugepflastert. "Symphony Concert and Wrestling Match!" Das Houston Symphony Orchestra unter der Leitung von Ernst Hoffman und anschließend ein Wrestlingmatch zwischen den Champions Ellis Bashara und Gorgeous George.

Wir befinden uns im Jahr 1944 und die USA sind im Krieg. Sidney Van Ulm, der Sportreporter einer lokalen Zeitung, hatte sich einen genialen Plan überlegt. Van Ulm, berichtete wöchentlich von Wrestlingmatches und besuchte jeden Montag die Konzerte des Orchesters. Beide Veranstaltungen fanden immer im Auditorium der Stadt statt. "Warum nicht," dachte er sich, "einfach beide Events für einen Abend kombinieren? Die Sportliebhaber sind gegenüber guter Musik bestimmt offen und die Zuhörer der guter Musik würden einen Eindruck vom Wrestling gewinnen. Das Eintrittsgeld einer Show die sich den Soldaten widmen würde, würde die Kriegsbemühungen unseres Landes stärken." Die Idee wurde sehr positiv vom Dirigenten Hoffman und vom Wrestlingpromoter Morris Sigel aufgenommen. Die Musiker und die Wrestler stimmten der Idee zu, ihre Gagen an diesem Abend an den eigentlichen Zweck, ein Gedenkabend, zu spenden.

Das Auditorium war eine Multifunktionshalle. Es hatte eine große Bühne für das Orchester und die Stühle im Halleninneren konnten problemlos umgestellt werden, so dass für Freitag ein Ring aufgestellt werden konnte. Der Tag des Events kam. Bei der morgendlichen Probe wurde Van Ulm dem Orchester vorstellig. "Ich möchte ihnen vor Augen halten, dass dieser Abend in die Geschichte unserer Stadt eingehen wird. Die Halle ist komplett ausverkauft und Reporter aus New York und Washington werden ebenso hier sein, wie ein Kamerateam. Ich möchte mich schon jetzt für ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit bedanken." Seine positive Energie war schon sehr ansteckend und wir applaudierten alle nach dem kurzen Vortrag.

Dann stellte Hoffman das Programm vor. Nach einigen kurzen Ansprachen örtlicher Würdenträger, würde das Orchester ungefähr eine stunde lang berühmte stücke amerikanischer Komponisten spielen. Nach einer Unterbrechung sollte dann das Wrestlingmatch stattfinden, welches vom Orchester begleitet werden sollte. "Dafür werden wir vier Stücke verwenden," sagte er. "Wenn es im Ring sehr spannend zugeht, hebe ich einen Finger und wir spielen die Sturmmusik aus Willhelm Tell. Sollten sich die Männer in einem Clinch befinden, dann hebe ich zwei Finger und wir spielen Blue Danube. Drei Finger als Zeichen für Delibes The First Cuckoo in Spring und wenn ein Wrestler gepinnt wurde spielen wird den Funeral March von Chopin." Das hörte sich wirklich alles sehr gut an.

Am Abend war die Halle bis unters Dach gefüllt. Das es keine Platzreservierungen gab, saßen elegant gekleidete Damen und Bankdirektoren genau neben zigarrerauchenden Wrestlingfans. Alle waren gekommen, um ihrem Land einen Dienst zu erweisen.

Das Licht ging aus und Hoffman gab das Startzeichen für den Star Spangled Banner. Ein Zuschauer rief "Geh doch Ballspielen!" und das Publikum lachte. Das Konzert verlief ohne weitere Zwischenfälle, auch wenn man den Wrestlingfans ihre Unruhe ansehen konnte.

Nach der Umbaupause kamen die Wrestler unter lauten Anfeuerungsrufen des Publikums in den Ring. In der einen Ecke stand der 150 Kilo-Koloss Bashara und winkte den Fans zu, während der ebenfalls massige George aus der anderen Ringecke argwöhnisch beobachtete. Die Glocke erklang und die beiden umkreisten sich zur Sturmmusik. Kurz darauf ging es in einen ersten Clinch und die beiden wälzten sich durch den Ring und wir spielten den Blue Danube. Bashara löste den Griff durch einen harten Schlag gegen Georges Kopf. Als der benommene George wieder auf den Beinen war spielten wir zur Erheiterung des Publikums das Stück von Delibes. Wütend packte George Bashara von hinten, hob in hoch und warf ihn aus dem Ring.
Die Trainer halfen Bashara zurück in den Ring. Blut lief ihm übers Gesicht. Bevor er es begreifen konnte, packte in George und pinnte ihn.

Das war unser Zeichen für den Funeral March und das Auditorium bebte unter dem Lachen der Zuschauer.

Bashara erhob sich wieder und war sichtlich verärgert über die Musik und drehte sich zur Bühne. Er kletterte aus dem Ring und rannte zur Bühne. Er nahm Hoffman in einen Headlock und das Publikum brüllte wegen dieser völlig überzogenen Aktion des Wrestlers gegen den leichtgewichtigen und Brille tragenden Dirigenten. Hoffman versuchte es mit einem Lächeln zu überspielen und wir alle vermuteten, dass ganze würde zur Show gehören. Doch als sich seine Augen weiteten und sein Gesicht langsam blau färbte, merkten wir das etwas nicht stimmte. Hatte Bashara einen Hirnschaden erlitten und drehte nun völlig durch?

Ein Tumult brach aus. Frauen schrieen und einige Musiker eilten Hoffman zur Hilfe. Einer schlug Bashara seinen schweren Kontrabass in den Rücken. Der Ständer des Dirigenten fiel um und zerbrach ein Cello. Endlich bahnte sich die Polizei ihren Weg durch ein Meer aus Instrumenten und Musikern und zerrte den Wrestler von der Bühne. Hoffman war noch immer benommen, doch mutig stieg er wieder auf sein Podium und gab uns das Zeichen wieder zu spielen, in der Hoffnung wieder Ordnung herstellen zu können. Doch bevor wir wieder anfangen konnten, gab es bei den zweiten Geigen plötzlich Aufregung. "Ruft einen Arzt" hallte es durch die Halle. Eine ältere Musikerin hatte einen Schwächeanfall und musste von der Bühne gebracht werden. Damit war der Abend zu Ende.

Bei der Probe am nächsten morgen kam ein kleinlauter Van Ulm und dankte uns dafür, dass wir mitgeholfen hatten 100 000 Dollar für den guten Zweck zu erarbeiten. Er versicherte uns, dass "Basharas Blut eine Mischung aus Ketchup und anderen Mittelchen gewesen sei, welches ihm die Trainer übers Gesicht schütteten. Die ganze Aktion wäre so geplant und vereinbart gewesen. Bashara hätte nur ein wenig übertrieben."

Ich dachte mir das Bashara einen Oscar verdient hätte fürs eine Performance, wenn wirklich alles nur gespielt gewesen ist.

Anmerkung eines Wrestlinghistorikers aus Amerika der uns diesen Artikel zugänglich machte:
Ellis Bashara war schon anwesend an dem Abend - er wog aber nicht annähernd 300 Pfund. Gorgeous George? Eher nicht, auch wenn er aus Houston stammte. Der Journalist erinnert sich daran, George sei "ähnlich massiv" gewesen, George Wagner, wie er noch im Januar 1944 bekannt war wog damals aber gerade einmal 180 Pfund. Wahrscheinlich wurde hier sehr kreativ geschrieben. Das soll aber nicht bedeuten, dass es nicht Matches gab bei denen ein Orchester spielte. Bill Longson und Lou Thesz waren wenn ich mich recht entsinne noch auf der Card
 
 
 
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