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Eine Schippe Geschichte

In dieser von verschiedenen Mitarbeitern übersetzten Reihe kann man in erster Linie ungeordnete Artikeln aus den WAWLI Papers finden. Die Reihe "Wrestling As We Liked It" stammt aus der Feder von J. Michael Kenyon, seines Zeichens einer der Wrestlinghistoriker mit der größten Fülle an Wissen. Die WAWLI Papers sind eine per e-Mail verschickte Onlinepublikation, mit der versucht werden sollte, bei den Wrestlingfans Interesse an einer Ära ihres Sports zu wecken, die schon lange zurückliegt und deshalb kaum noch Beachtung findet. Hier könnt ihr die 42 bisherigen Ausgaben unserer "Schippe Geschichte" nachlesen.
Kapitel

30. Dezember 1950: Hackenschmidt – erinnern Sie sich?
Hackenschmidt – Erinnern Sie sich?
Erschienen in: Morning Herald, Sydney, Australien
Datum: 30. Dezember 1950
Autor: James Holledge

Georg Hackenschmidt, der größte Wrestler der klassischen Schule in modernen Zeiten ist ein Philosoph geworden. Nun, im stolzen Alter von 74, verbringt "Hack" seine Zeit in seiner kleinen Wohnung in London und sinniert nicht über Triumphe seiner Vergangenheit, sondern über seine eigenen Ideen, die Probleme der Menschheit zu umreißen.

Besuchern erklärt der glatzköpfige Asket, der als Georg Hackenschmidt bekannt ist, eine Philosophie, die man beschreiben kann als ein "Pauschalsystem aus Physiologie, Psychologie und Philosophie, welches Existenzialismus zu "Lesen ohne Tränen" degradiert".

Er wird nicht ungeduldig, wenn sich auf den Gesichtern seiner Zuhörerschaft üblicherweise Verständnislosigkeit breit macht – viele haben Schwierigkeiten zu verstehen, worauf er eigentlich hinauswill. Nach einer langen und komplexen Unterredung mit ihm musste sogar Bernhard Shaw zugeben, dass dieser Mann sicherlich kein Dummkopf war, obwohl er gestand, dass er persönlich dessen Ausführungen nicht wirklich folgen konnte.

Hackenschmidt ist vor Tausenden aufgetreten, überall auf der Welt von Stockholm bis Sydney. Sein Name hat ein halbes Jahrhundert überlebt.

Geboren im Jahre 1876 im estnischen Dorpad, welches damals Teil des russischen Imperiums war, ist er vermutlich am besten bekannt unter seinem Spitznahmen "The Russian Lion". Er war der größte Wrestler des griechisch/römischen Stils, den die moderne Welt jemals gesehen hat. Mit 18 wurde er Pro und ging 1902 nach England als der anerkannte European Champion. Sein unübertroffener Körperbau und die Leichtigkeit, mit der er seine Gegner besiegte, ließ einen Sport wieder aufleben, der zu diesem Zeitpunkt praktisch im Dornröschenschlaf lag. "Das halbe Land wurde wrestlingverrückt", erzählt CB Cochran, ein scharfsinniger Veranstalter, der Hackenschmidt sofort unter Vertrag nahm.

Gerade zur rechten Zeit, als "Hacks" Stern im Sinken war, und die Leute müde wurden, ihm beim Slammen seiner unzähligen Gegner zuzusehen noch bevor sie es sich ordentlich auf ihren Sitzen gemütlich machen konnten, wurden die Gebete der Promoter erhört in Form des Auftauchens von Ahmed Madrali – eines riesigen, haarigen Ex-Hafenarbeiters aus Marseille, der auf den Namen "The Terrible Turk" hörte (Anmerkung: Dies stimmt nicht, eine ähnliche Geschichte kursierte übrigens auch über den ersten Terrible Turk, Yussuf Ishmaelo).

Eines Abends in der Canterbury Music Hall, wo Hackenschmidt zum Gewichtheben auftrat, gab es einen plötzlichen, aber nicht ganz unerwarteten Aufruhr in der Halle. Zwei wild gestikulierende und schreiende "ausländische Gentlemen" (wie eine Zeitung sie am nächsten Morgen betitelte) bahnten sich den Weg auf die Bühne. Einer von ihnen wurde von einigen Fans erkannt als Antonio Pierri, ein Wrestlingveteran, der unter dem Namen "The Terrible Greek" bekannt war. In wunderlich gebrochenem Englisch erklärte er, dass dies sein Protégé war, "The Terrible Turk, des Sultans Lieblingswrestler", in dessen Namen er Hackenschmidt herausforderte.

Presse und Öffentlichkeit forderten dieses Match lautstark, und Cochran arrangierte den damals größten Wrestlingkampf, den es in England jemals gegeben hatte. Preisgeld waren 1000 Pfund für den Sieger und 500 für den Verlierer. Sogar im Boxen waren dies große Summen für damalige Verhältnisse. Der Kampf fand am 30. Jänner 1904 in Olympia statt. Pierri erwies sich als raffinierter Geschäftsmann, denn Madrali wurde zum Publikumsrenner. Viele waren so hingerissen von seiner Propaganda, dass sie schon im Vorfeld verlautbarten, "poor old Hack" würde massakriert werden.

Selbst den "Russian Lion" schien das nicht kaltzulassen. Cochran sagte, dass er einen solchen Nervositätsanfall im Umkleideraum hatte, dass der berühmte Boxringrichter Eugene Corri finster erklärte, er "krieche schon zu Kreuze". Als er jedoch die Halle betrat und selbstbewusst zum Ring schritt, war er wie ausgewechselt. Es war anzunehmen, dass keiner der Tausenden im Publikum jemals zuvor ein besseres Exemplar an Körperbau gesehen hatte. Hackenschmidt war nicht groß, und er hatte nicht einmal 90 Kilo, aber er hatte "die gleichmäßig definierten Muskeln eines Windhundes".

Sein Gegner war ein Riese, der selbstverständlich annahm, dass kein Wrestler der Welt ihm das Wasser reichen könnte. Die Öffentlichkeit kam zu dem ähnlichen Schluß, dass "ein guter Großer einen guten Kleinen doch auf jeden Fall schlagen würde". "Hack" benötigte exakt 44 Sekunden um sie Lügen zu strafen. Er hob den "Turk" hoch über seinen Kopf und warf ihn dann auf der anderen Seite des Rings nieder, wo dieser liegenblieb – bewegungslos und stöhnend. Der "Liebling des Sultans" war fertig für diesen Abend, mit drei gebrochenen Rippen und einem gebrochenen Arm.

Hackenschmidt setzte seinen Weg ungeschlagen fort. Weltweite Tourneen wurden unternommen, aber kein Wrestler konnte sich mit ihm messen. In Ermangelung an Konkurrenz war er gezwungen, im Varieté aufzutreten, um seine Brötchen zu verdienen. Harry Rickard brachte ihn nach Australien, wo er am Tivoli auftrat – für die höchste Summe, die einem Darsteller zu dieser Zeit jemals dort gezahlt worden war. 1908 und noch einmal 1911 erfuhr die Welt erstaunt, dass Hackenschmidt von einem amerikanischen Wrestler namens Frank Gotch geschlagen worden war. Beide Male war "Hack" aufgrund einer Beinverletzung zur Aufgabe gezwungen, die ihm Grotch mit einem seltsamen Toehold zugefügt hatte. Noch heute spricht er nicht viel darüber, aber viele glauben, dass der Hold unfair war und verboten gehört hätte.
 
 
 
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