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Eine Schippe Geschichte

In dieser von verschiedenen Mitarbeitern übersetzten Reihe kann man in erster Linie ungeordnete Artikeln aus den WAWLI Papers finden. Die Reihe "Wrestling As We Liked It" stammt aus der Feder von J. Michael Kenyon, seines Zeichens einer der Wrestlinghistoriker mit der größten Fülle an Wissen. Die WAWLI Papers sind eine per e-Mail verschickte Onlinepublikation, mit der versucht werden sollte, bei den Wrestlingfans Interesse an einer Ära ihres Sports zu wecken, die schon lange zurückliegt und deshalb kaum noch Beachtung findet. Hier könnt ihr die 42 bisherigen Ausgaben unserer "Schippe Geschichte" nachlesen.
Kapitel

Datum unbekannt: Ist Wrestling nur Show?
IST WRESTLING NUR SHOW?
Autor: Joe Cassius



“Ganz im Vertrauen unter uns, ist Wrestling denn echt?“ Ich habe überall auf der ganzen Welt gekämpft und diese Frage habe ich mindestens zwei Mal in der Woche gestellt bekommen. Und zwar in jeder bekannten Sprache, von Portugiesisch bis Hindustanisch. Meine Antwort lautete immer “Ja!“ . Doch die Leute zweifelten immer an meiner Aufrichtigkeit. Sie denken ich würde den professionellen Schein aufrecht erhalten, um meinen Sport vor Kritik zu schützen. Nichts liegt der Wahrheit ferner als das. Ich glaube wirklich fest daran, dass Wrestling eine der ehrlichsten Sportarten in der heutigen Zeit ist.

Es gibt so viele Klugscheißer die nur darauf warten den Wrestlingsport zu kritisieren und lächerlich zu machen, obwohl gerade diese Leute eigentlich überhaupt nichts wissen. Daneben gibt es noch viele “Ich war auch mal Wrestler“-Typen, von denen die meisten niemals in einem Ring gestanden haben, die meinen sie könnten alle Geheimnisse des Sports verraten. Auf jeden Fall scheinen ihre Fähigkeiten wohl nicht gereicht zu haben, deswegen versuchen sie dadurch Aufmerksamkeit zu gewinnen.

Schreibt man über Wrestling, so muss man einige Unterscheidungen machen. Das Wrestling das man im TV oder in den großen Hallen dieser Welt sieht, ist eine Vorführung. Das ist kein Kampf in dem man seine körperlichen Kraftüberlegenheit ausspielen muss und kein Spiel, in dem ein Team versucht mehr Homeruns zu machen als die Gegner. Es ist eine Vorführung von Moves und Konteraktionen, mit sehr viel Strategie und Schauspieleffekten. Es ist die Kunst seinen Körper einzusetzen, meisterhafte Taktiken auszuklügeln und das Spiel der Wrestler, was diesen Sport so schön macht, nicht die Brutalität.

Vielleicht liegt der größten Unterschied zwischen dem Ringen und dem Wrestling darin, dass es beim Wrestling eben auch auf schauspielerisches Talent ankommt. Ringen ist rein und ohne Kostümierung. Die Ringer zeigen wahre Techniken die zu einem Sieg führen sollen. Torture Holds, andere Haltegriffe, Chops und Schläge, welche zum Wrestling gehören, würden im Ringen zur Disqualifikation führen. Alle gefährlichen Aktionen sind im Ringen verboten. Es ist die Pflicht des Trainers seinen Ringern genau das beizubringen und sie zu schützen. Das fällt ihm aber nicht schwer, da er mit seinen Schützlingen nicht Tausende von aufgedrehten Fans befriedigen muss und in der Öffentlichkeit steht.

Unglücklicherweise drängen diese Auflagen das Ringen in eine Ecke. Es dürfte der wohl am wenigsten beachtete Wettkampfsport zwischen zwei Einzelkämpfern überhaupt sein. Viele von ihnen sitzen nach ihrer aktiven Karriere auf der Strasse.

Durch die Aufmerksamkeit die Wrestling im Fernsehen bekommt und durch die hohen Ansprüche der Fans, sind die Regeln im Wrestling flexibel geworden. Damit wollen die Offiziellen die Fans und ihre Forderungen befriedigen. Sehen kann man dies auch an den Lehrmeistern des Wrestlings. Heute bringen sie ihren Schülern vor allem offensives Wrestling bei. Defensive Taktiken sind einfach nicht mehr erwünscht.

Nur noch wenige Wrestler kämpfen nach dem alten Stil. So kompliziert und anspruchsvoll wie Farmer Burns oder der unsterbliche Gotch. Sind die Aktionen im Ring nicht offensiv und aggressiv, verlieren die Fans ihr Interesse und gehen unzufrieden nach Hause oder werfen laute Buh-Rufe in die Halle.

Sportfans haben generell in den letzten 20 Jahren ihre Ansprüche nach oben geschraubt. Ein Sportler muss heute mehr denn je ein guter Schauspieler sein. Profisportarten sind ein großen Geschäft, es geht um viel Geld. Deswegen versuchen die Promoter immer mehr Farbe ins Spiel zu bringen. Da bildet das Wrestling keine Ausnahme.

Dennoch erntete der Schauspieleffekt gerade im Wrestling sehr viel Kritik, mehr als in anderen Sportarten. Ulkige Garderoben mit Spangen und Knöpfen oder Punktmuster, lange Haare, Streifenmuster oder ähnliches sind eben das, was die Fans und die Öffentlichkeit sehen wollen. Dennoch rief es auch Kritiker auf die Bildfläche. Aber diesen sage ich nur: “Nennt mir eine professionelle Sportart die keine Glitzereffekte hat!“

Nehmen wir den Prunk und die Kostüme im Football, egal ob professionell oder im Collegebereich. Eine riesige Show mit viel Tamtam in jeder Halbzeit. Knapp bekleidete Cheerleader die wie mexikanische Springbohnen am Spielfeldrand tanzen. Fans die lustige und verhöhnende Plakate anfertigen.

Im Spiel selbst sieht man die Entwicklung auch. Die Spieler provozieren die Gegner oder heizen die Fans an. Viele der Regeln wurden auch hier den Wünschen und Erwartungen der Fans angepasst. Mit dem Ziel, Football aufregender zu machen.

Auch Baseball muss massenhaft Fans zufrieden stellen. Die Schiedsrichter fuchteln wie verrückt herum bei einem Strike oder die Spieler die bei jedem Lauf auf den Platz stürmen um zu gratulieren und zu feiern. Die Fans wollten mehr Homeruns sehen, also wurden die Spielfelder im Left Field und im Right Field verkleinert, nur um die Wünsche zu erfüllen. Das ist ein weiteres Beispiel, wie sich professioneller Sport unter dem Druck der Öffentlichkeit verändern kann.

Im professionellen Basketball müssen immer mehr als 100 Punkte erzielt werden. Früher waren die Fans zufrieden, wenn es 40 oder 50 Punkte für ein Team waren. Die Fans fliegen zum Beispiel auf die Show der Globetrotters.
Das schrieb Jimmy Powers von den New York Daily News über die Veränderungen im Basketball: "Abe Saperstein ist der größte Entertainer im Basketballsport. Er glaubt fest daran, dass die Sprünge der Center im Basketball erlaubt werden müssen. Denn dann bekommen die Fans was sie wollen."

Ein weiterer Kritikpunkt am Wrestling sind die Gesichtsausdrücke der Wrestler während ihrer Matches. "Wie kann es auf dem aufsteigenden Ast sein?" fragen mich die Leute. "Schau dir doch mal diese gefälschten Gesichter an!"

Als Antwort biete ich ihnen einen fairen Test an. Wir stellen uns vor einen Spiegel und ich verdrehe ihnen die Finger. Sie zucken und verzerren das Gesicht. Spätestens jetzt wissen die Leute, dass man wirklich so einen Gesichtsausdruck bekommen kann.

Ich muss natürlich zugeben, dass ich schon Übertreibungen im Wrestling gesehen habe. Doch diese übertriebenen Gesichtsausdrücke kamen meist von jungen und unerfahrenen Wrestlern.

Ich bin nicht auf alles stolz was in den letzten Jahren im Wrestling passiert ist. Aber ich glaube fest daran, dass die Wrestler und der Wrestlingsport sich durchaus mit anderen Sportarten messen kann. Deswegen muss der Prunk und die Show auch weiter ausgebaut werden. Denn das Drumherum gehört schon seit den römischen Gladiatoren zum Zweikampf dazu.
Die Verantwortlichen des Wrestlings versuchen nur den trainierten und erfahrenen Männer einen Platz im Wrestling zu geben. Dennoch gibt es auch im Wrestling einige faule Eier im Nest. Es spricht aber absolut für die Verantwortlichen, dass man diese Leute heraushalten bzw. entlarven will.
Wrestling ist ein ehrlicher Sport der für sich selbst spricht. Alles was im Ring passiert ist für Millionen von Fans vor dem TV sichtbar.

Da ich selbst ein Wrestler bin bevorzuge ich eine professionelle Darbietung meines Sports. Wenn die Show und das Schauspielern nicht übertrieben wird, kann kein anderer Sport das gleiche Aufsehen erregen. Wenn zwei absolute Profis aufeinandertreffen, dann bin ich stolz ebenfalls ein Wrestler zu sein.
 
 
 
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