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Der Gimmick-Schrottplatz

Die Welt von Berlyn, Max Moon, Mr. T, Seven und Vinnie Vegas: Sammelstelle für weitere Unmöglichkeiten aus der Welt des Wrestlings. 156 Gimmicks und Geschichten von WCW, WWF, ECW, den Indyligen und geschmackliche Entgleisungen aus früheren Zeiten.
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Bill Kazmier
In der Geschichte des Wrestlings gab es einen Haufen "Stärkster Mann der Welt" - Gimmicks. Von Ted Arcidi bis Mark Henry, alle kamen mit ziemlich viel Trara in die Ligen und gingen dann den Bach runter. Genauso wie Kaz hier.

Bill Kazmaier, ein Gewichtheber, der es vor zehn Jahren ins Guinessbuch der Rekorde schaffte, ist ein perfektes Beispiel. Auf seinem Höhepunkt in Sachen Rekordebrechen klopfte die WCW bei ihm an, und wie bei so vielen anderen Semi-Prominenten auch nahm sie ihn unter Vertrag.

Am Anfang stand er nur mit am Ring herum, er spielte einen Kumpel von Lex Luger, der zu den Shows mitkam, um seinen Freund zu unterstützen. Hin und wieder demonstrierte er dabei im Ring seine Kraft, später kam es zu ersten Attacken wie gegen die Enforcers.

Kaz wurde dann für zehn Minuten zum Vollzeitwrestler. Der interessanteste Teil seines Gimmicks war, dass er einen riesigen aufgeblasenen Globus mit zum Ring schleppte, denn schließlich war er Atlas. Da man ihm ansah, dass man ihm keinen Singlepush geben konnte, steckte man ihn in ein Team mit Sting und Rick Steiner. Es dauerte nicht lange, dann verschwand Kazmier wieder in dem Nichts, aus dem er gekommen war.
The Blade Runners
Wieder einmal hat sich jemand an Mammas Make-Up Schränkchen vergangen. Sehr ihr diese beiden Deppen? Jepp, liebe Genickbruch-Abhängige, es sind Steve Borden und Jim Hellwig, eh sich irgendwer für sie interessierte. Steve nannte sich damals schon Sting, Jim nannte sich Rock. Sie waren jung. Sie waren grün hinter den Ohren. Und sie verletzten einen Haufen Leute, so dass Ahmed Johnson stolz auf sie gewesen wäre. Zwischenzeitlich wurden sie von Dirty gemanagt. Wenn man bedenkt, wieviel die beiden nach dieser Zeit gerissen haben kann man froh sein, dass dieser Rip-Off der Road Warriors schnell endete.
Bongo the Caveman
Man kann darauf wetten, dass zwei von drei Leuten, die diese Zeilen hier lesen, beim Betrachten des Bildes am rechten Rand und beim Lesen des Namens "Oh mein Gott!" gerufen haben werden. Warum? Weil Bongo the Caveman eines der WCW-Gimmicks ist, das mit durch die Sanduhr der Zeitgeschichte gerieselt und in Vergessenheit geraten ist. Bongo the Caveman war unter diesem Gimmick nur für ein paar Wochen in der WCW. Man hatte Jobber Tim Parker die Rolle übergestülpt. Er trug ein Neandertaleroutfit, so als sei er gerade aus einem Hanna-Barbara-Cartoon gefallen. Man sah ihn im Grunde nur herumlaufen. Es gab Pläne, ihn auch in den Ring zu lassen, aber diese wurden verworfen. Kurz darauf verließ unser Fred Feuerstein Turnerland und ging mit dem Caveman-Gimmick zu den Independent-Ligen. Allerdings nicht lang, Parker liess das Gimmick kurze Zeit später fallen und wandte sich weniger kranken Sachen wie Mr. T-Rific und Powerhouse Parker zu.
Boo Bradley
Wie so viele andere Wrestler auch hatte Jonathan Rechner nicht sehr viel Glück mit seinen ersten Gimmicks. The Rock war Flex Kavana. Triple H war Terra Ryzing. Und Richner... war eine ganze Menge. Er begann in den Indies als Abbudah Singh, ein Verrückter aus der Kategorie Sheik / Abdullah the Butcher. Später arbeitete er einen Monat als Xanta Claus in der WWF. Und zwischendrin war er Smoky Mountain Wrestlings eigener liebenswürdiger Irrer, Boo Bradley.

Er wurde von "Sunny" Tammy Fytch angeschleppt, um anstelle von Brian Lee gemeinsam mit Chris Candido anzutreten. Von Beginn an hatte er ein Gimmick à la George Steele / Norman the Lunatic. Groß, liebenswürdig und fehlgeleitet. Zu diesem Zwecke zog ihn Tammy mit einer großen um Boos Hals befestigten Kette zum Ring. Wie alle Verrückten schaffte es Boo, sich von seinen Herrn und Meistern zu befreien und wurde ein Face. Das half auch nicht viel, aber es war zumindest besser als das, was noch in McMahonland auf ihn zukommen sollte.

Mittlerweile hat sich Richner in der ECW als Balls Mahoney einen Namen gemacht. Immer noch als liebenswürdiger Verrückter, aber auf einem intelligenteren (?) Niveau. Wenigstens sagt er seinen Fans nicht mehr, dass sie immer ihre Erbsen essen sollen.
Borne Again
Als die ursprüngliche ECW ihre Pforten öffnete, versuchte man es mit allen möglichen seltsamen, aber einzigartigen und aufregenden Gimmicks. Die Angles, die die ECW ablieferte, setzten Standards für den Rest der Dekade. Einer dieser frühen Angles war ein Seitenhieb auf die "Big Guys" in der WWF.

Matt Borne, der originale Doink aus der WWF, wurde von der ECW angeheuert und in einen heute legendären Angle gepackt. Er tauchte mit dem Doink-Gimmick auf, und die Fans hassten ihn. Alles änderte sich bei einem Match gegen den späteren Champion Shane Douglas. Nachdem Douglas Doink besiegt hatte, nahm sich der Franchise ein Mikrofon und sagte Borne, er wäre viel zu talentiert, um unter solch einem schwachsinnigen Gimmick zu kämpfen. Douglas nahm Borne unter seine Fittiche und aus ihm wurde Borne Again. Um der Welt das heimzuzahlen, was sie ihm angetan hatte, wurde Borne zu einer neuen Version von Doink: jetzt war er es, der aus seinen Gegnern die Clowns machte. Nachdem er sie verprügelte und besiegte, verkleidete er sie als Doinks.

Wegen persönlicher Probleme blieb Borne nicht lange in der ECW. Das ist schade, denn sein Gimmick war ziemlich over, und die Fans konnten endlich sehen, was sich für ein toller Wrestler hinter den unsinnigen Doink- und Big-Josh-Gimmicks verbarg.
The Brooklyn Brawler
Wenn die meisten Leute an Brooklyn Brawler denken, denken sie immer an den Typen, der immer mal wieder von ein paar Babyfaces der WWF verkloppt wird. Das lustige an der Sache ist, dass es eigentlich gar nicht so geplant war.

Steve Lombardi war schon lange Zeit Wrestler für die WWF, und meist wurde er dafür genutzt, um andere Wrestler over zu bringen. Dabei war er in den meisten Fällen talentierter als die Gegner, für die er sich hinlegen musste. Jemand muss das mitbekommen haben, denn Steve wurde auserwählt, um den Angle rund um The Red Rooster zu retten. Der Rooster, besser bekannt als Terry Taylor, war zum Babyface geturnt und aus Bobby Heenans Stable ausgetreten. Heenan wollte nun demonstrieren, dass der Erfolg des Roosters sein eigener Verdienst war. Um dies zu tun, holte er Lombardi zu sich, nannte ihn den Brooklyn Brawler und nahm ihn fortan statt des Roosters unter seine Fittiche. Der Brawler begann mit einem dezenten Run in der Midcard, wurde dann aber in den Status eines Openers zurückgestuft. Über die Jahre wechselte Lombardi aus dem Ring ins Office der WWF. Ab und an tritt er noch im Ring auf und gilt deswegen als der längste "In-Ring-Performer" der WWF.

Steve hatte in der WWF noch ein paar andere Gimmicks, so war er zum Beispiel Abe "Knuckleball" Schwartz, Kamalas Handlanger Kim Chee und einer der verschiedenen Doinks.
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