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Matches, die die Welt bewegten

Wir fertigten in unregelmäßigen Zeitabständen eine 10teilige Serie an, in der wir von Kämpfen berichteten, die die Welt - zumindest die Wrestlingwelt - bewegten und nachhaltig in Erinnerung blieben. Hier könnt ihr erfahren, was wir zu erzählen wussten.
Kapitel

#10: Bret Hart vs. British Bulldog
Hallo und herzlich Willkommen zur zehnten Ausgabe von MDDWB,
ich bin sehr gespannt darauf, wie diese Ausgabe von euch aufgenommen wird, denn meiner Meinung nach ist sie inhaltlich die beste MDDWB Ausgabe ever. Diesmal wird ein Kampf vorgestellt, der in meinen Augen einer der besten Kämpfe aller Zeiten war und er hat mich inspiriert diesmal besonders viel Arbeit hereinzustecken. Ich hoffe es wird auch diesmal wieder möglich sein die Ausgabe auf das Hauptseite zu laden. Ich bedanke mich schon mal im voraus.

Bevor die eigentliche Kolumne beginnt, möchte ich noch eine Matchempfehlung abgeben für einen Kampf, der zwar nie im Rahmen von MDDWB behandelt werden wird auf Grund seiner minimalen Rolle in der Wrestlinggeschichte, aber es trotzdem wert ist beachtet zu werden. Und zwar rede ich vom Aufeinandertreffen zwischen Steve Austin und Savio Vega am 26.05.1996 bei WWF In your House 8: Beware of the Dog, Tag 2. Beide Männer trafen in einem knapp zweiundzwanzigminütigen Strap Match aufeinander mit der Auflage, dass Austins Manager Ted DiBiase bei einer Niederlage seines Schützlings die WWF verlassen müsste.
Was den Kampf sehenswert macht für Wrestlingfans, ist die wirkungsvolle Nutzung des Stipulation. Der Gürtel, der beide Wrestler miteinander verbindet wird sehr logisch in das Match eingebracht und wird mit ihm gearbeitet. DiBiase hält sich als Manager auch weitgehend zurück, sodass Austin und Vega und wunderbare Geschichte im Ring erzählen können, die von Spannung und innovativem Wrestling geprägt ist.

Und nun geht’s ab zur Kolumne.

Bret Hart © versus „The British Bulldog“ Davey Boy Smith
Match for the WWF Intercontinental Title
Ringrichter: Joey Marella

WWF Summerslam 1992
29.08.1992 (ausgestrahlt am 31.08.1992) im Wembley Stadium in London, England
80.355 Zuschauer ($ 3.650.000 Einnahmen)
PPV Quote: 1,5

1. Vorgeschichte
a) Die Abwanderung großer Stars und finanzielle Schwierigkeiten der WWF
1992 befand sich die World Wrestling Federation in einem unfreiwilligen Veränderungsprozess. Vince McMahons größtes Zugpferd, Hulk Hogan, hatte sich im April nach Wrestlemania VIII von der Bildfläche des Wrestlings verabschiedet und hatte vor, ernsthaft im Filmgeschäft Fuß zu fassen. Sein Abschied wurde groß präsentiert und für Wrestlemania aufgearbeitet, wo Hogan einen DQ Sieg über Sid Justice erringen konnte, der die Promotion einen Monat später ebenfalls verließ.
Um den Verlust dieser beiden Draws auszugleichen, entschloss man sich dazu den Ultimate Warrior zurückzuholen, sowie Randy Savage als neuen WWF Champion nach Wrestlemania groß im Rampenlicht zu präsentieren. Für Savage kam der Titelgewinn im Semi Main Event gegen Ric Flair jedoch zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt, die Ehe des Macho Man befand sich nämlich in einer Abwärtsspirale und hinterließ deutliche Spuren bei Savage, der die in ihn gesetzten Hoffnungen als neuer Topstar nicht erfüllen konnte und mit privaten Problemen kämpfte. Kurzum: Die Main Event Szene der McMahon Promotion war knapp besetzt und neue Main Eventer wurden gesucht.
McMahon, selbst stark unter Druck durch eine große Anklage wegen Steroidvertriebs, musste im Juli 1992 das Ende eines wichtigen Projektes verkünden, der WBF. Die World Bodybuilding Federation war ähnlich wie Jahre später die XFL ein Versuch McMahons sein Imperium zu erweitern und neben Wrestling ein zweites Bein auf sportlicher Ebene zu etablieren, um sich eine weitere Einnahmequelle zu sichern. Die WBF, obwohl stark gepusht von McMahons Seite, entwickelte sich ähnlich wie auch die XFL zu einem riesigen Flop, welcher der Company Millionenverluste einbrachte und die finanziellen Kapazitäten der Liga stark einschränkte. An das Abwerben von Top Stars aus der Konkurrenzliga WCW, die zu diesem Zeitpunkt noch keine große Konkurrenz war, aber mit Stars wie Vader und Sting durchaus größere Namen vorweisen konnte, um die eigenen Reihen mit hochkalibrigen Stars aufzufüllen, war nicht zu denken. Wollte man neue Main Eventer haben, so musste man diese aus dem bereits bestehenden Roster entwickeln. Ähnlich wie in den Jahren der Attitude Ära musste man kreativ werden und stand unter Zwang neue Stars erschaffen zu müssen.
b) Neue Hoffnungsträger in den eigenen Reihen
McMahons Blick fiel dabei auf zwei junge Talente, die in den folgenden Jahren die WWF Spitze dominieren sollten: Shawn Michaels und Bret „Hitman“ Hart. Beide Männer stellten einen krassen Gegensatz zur bisher vertretenen Philosophie der Liga dar. Michaels und Hart waren mit ihren Körpergrößen von 1,85m bzw. 1,86m wesentlich kleiner als die bisherigen Aushängeschilder der Liga und sie wogen auch deutlich weniger als die bis dahin präsentierten Muskelprotze der Federation. Dies passte natürlich perfekt in das Bild einer steroidfreien Wrestlingliga, die sich von illegalen Substanzen distanzieren wollte, aber ob die Zuschauer diesen Paradigmenwechsel annehmen würden, war äußerst zweifelhaft, hatte man sie doch jahrelang an beinahe comichafte, überlebensgroße Showwrestler gewöhnt, die nun von athletischen, aber auch blasseren Charakteren abgelöst werden sollten.
Der erste Test, ob beide Männer reif für die Spitzenposition wären, sollte beim Summerslam 1992 stattfinden. Bret Hart, der bei Wrestlemania VII in einem von Kritikern stark gefeierten Match gegen Roddy Piper zum zweiten Mal IC Champion geworden war, sollte diesen Titel im Semi Main Event der Veranstaltung gegen Shawn Michaels verlieren.
c) Der Gang nach Übersee
Das ganze sollte sich in Washington D.C. abspielen. Da die 1992er Ticketeinnahmen in Nordamerika zu diesem Zeitpunkt für das Unternehmen mehr als enttäuschend waren, entschloss man sich jedoch eine neue Option in Betracht zu ziehen, und zwar den Summerslam PPV als ersten WWF PPV nicht auf dem nordamerikanischen Kontinent, sondern in Europa zu veranstalten. Die Popularität der Federation in Übersee war zu diesem Zeitpunkt eine wichtige und sehr große Einnahmequelle für die McMahons und man spekulierte, ob man das Londoner Wembley Stadium füllen können würde.
Hart trug schließlich die Idee an McMahon heran, den Engländer David Boy Smith aka British Bulldog, der 1992 aufgrund eines positiven Drogentests eine 60 Tage Suspendierung hatte hinnehmen müssen, mit ihm in den Main Event des PPVs zu stellen. Anstatt Shawn Michaels würde Davey Boy Smith den Titel vor heimatlicher Kulisse erringen und würde diesen dann einige Monate später an Michaels weitergeben. McMahon gefiel die Idee und der Main Event zwischen dem Intercontinental Champion Bret Hart und dessen in Golborne, Nordengland geborenen Schwager Davey Boy Smith wurde anvisiert.
Der Aufbau des Kampfes wurde begleitet von Interviews der gesamten Hart Familie, die aufzeigten welche Spannung das Match in ihre Heime getragen hatte und wie die gesamte Familie gespalten war zwischen Bret Hart und dem Mann seiner Schwester Diana.
d) Persönliche Probleme des British Bulldogs sorgen für Schwierigkeiten
Der Hitman bereitete sich während des Aufbaus gewissenhaft auf den großen PPV vor, brachte sich vor allem mit Cardiotraining in Form und plante das Match in Gedanken. Im Gegensatz dazu bevorzugte der British Bulldog eine andere Methode: Davey Boy Smith gab sich Drogenexzessen hin und rauchte nach Harts Darstellung exzessiv Crack mit Brets anderem Schwager und früheren Tag Team Partner “The Anvil” Jim Neidhart. Dementsprechend war der British Bulldog vor dem Match auch höchst labil und Hart versprach ihm, ihn reibungslos durch den Kampf zu führen.
McMahon hatte unterdessen bemerkt, dass der Herausforderer ein Problempunkt werden könne und vergewisserte sich bei Hart, ob dieser denke mit dem Heimathelden einen guten Main Event bestreiten zu können. Hart wollte seinen Spot in seinem allerersten PPV natürlich nicht verlieren und erklärte seinem Boss, dass er mit Smith einen Main Event hinlegen würde, dem niemand würden folgen können.
Am Samstag des 29.08.1992 strömten 80.355 Zuschauer ins Wembley Stadium und sorgten damit für die zweitgrößte Publikumszahl, welche die Federation bis heute je erreichen sollte. Lediglich Wrestlemania III zog mehr Zuschauer, obwohl aus heutiger Sicht bezweifelt wird, ob bei diesem Rekord nicht doch manipuliert wurde und sich stattdessen nur circa 78.000 Zuschauer im Pontiac Silverdome in Michigan befanden.
Zwei Performer, eine epische Kulisse, ein prestigeträchtiger Titel waren somit die perfekten Rahmenbedingungen für ein großartiges Match. Fraglich blieb jedoch, ob Hart in der Lage sein würde seinen labilen und vom vielen Drogenkonsum stark verunsicherten Schwager zu einem guten Match zu ziehen. 80.355 Zuschauer warteten auf die Antwort...

2. Das Match
a) Matchverlauf
Der British Bulldog kommt gemeinsam mit seinem Fahnenträger, einem jungen Lennox Lewis, zum Ring. Es folgt der Champion Bret Hart, der außerhalb des Ringes wie gewöhnlich seine Brille verschenkt.
Beide Männer stehen sich nach dem Anläuten des Kampfes gegenüber und Hart stößt seinen Schwager weg, der sich revanchiert und es dem Hitman gleich tut. Ein Lock Up wird vom Bulldog gewonnen und ein zweiter Lock Up endet in einem Side Headlock des Herausforderers. Der Hitman befreit sich mit einem Whip In, wird jedoch von einem Running Shoulderblock des weitaus massigeren Bulldogs aus dem Ring befördert.
Ein dritter Lockup, diesmal zwingt der Kanadier den Herausforderer auf die Knie und setzt seinerseits einen Side Headlock an. Hart rollt daraufhin den Bulldog gleich zweimal ein, kann aber nur 2 Counts erringen und wechselt deshalb zurück in den Side Headlock, den der Bulldog in einen Hammerlock auskontert und mit Knee Drops in den Rücken des Champion weiter nachsetzt.
Hart gelangt wieder auf die Beine und kann sich mit einem Ellbogen freikämpfen. Er setzt einen Armlock an, doch Smith kann sich mit einem Flip aus dieser Aktion befreien und zwingt nun seinerseits den Kanadier auf den Boden, um einen Armlock anzusetzen.
Erneut kämpft sich der Hitman auf die Beine, läuft jedoch in ein Katapult des Engländers und landet kopfvoran in der Ringecke, der Bulldog setzt erneut den Armlock an und Bret Hart versucht sich zu befreien. Smith kann mit dem Kruzifix ein Cover anbringen, aber Hart befreit sich bei zwei aus dem Count. Erneut befindet sich der Hitman in einem Armhaltegriff seines Herausforderers. Er versucht sich mit einem Bodyslam aus der Aktion zu befreien, doch Smith hält die Aktion weiterhin durch und Hart landet erneut in gehaltener Position auf der Ringmatte.
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