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Matches, die die Welt bewegten

Wir fertigten in unregelmäßigen Zeitabständen eine 10teilige Serie an, in der wir von Kämpfen berichteten, die die Welt - zumindest die Wrestlingwelt - bewegten und nachhaltig in Erinnerung blieben. Hier könnt ihr erfahren, was wir zu erzählen wussten.
Kapitel

#8: Jerry Lawler vs. Kerry von Erich
"The King" Jerry Lawler versus „The Modern Day Warrior“ Kerry Von Erich
No Disqualification, No Time-Limit AWA World Heavyweight Title / WCCW Heavyweight Title Unification Match
Ringrichter: Marty Miller

AWA/ WCCW Superclash III
13.12.1988 im UIC Pavilion in Chicago, Illinois, USA
1.672 Zuschauer ($ 25.081 Einnahmen)
PPV Quote: 0,5

1. Vorgeschichte
Im Jahr 1988 befand sich dieAmerican Wrestling Association (kurz AWA) unter der Führung von Verne Gagne mit dem Rücken zur Wand. Die in Minneapolis, Minnesota beheimatete Wrestlingliga war zwar noch immer popular in ihrer Heimatregion, hatte jedoch seit Mitte der Achtziger eine Talfahrt zu verschmerzen, die ihresgleichen suchte.
Verantwortlich war hierfür in erster Linie ein Mann: Vincent Kennedy McMahon. Dieser hatte zu Beginn der Achtziger von seinem Vater die World Wrestling Federation gekauft und brach nun alle in Stein gemeißelt scheinenden Wrestlingregeln. Darunter war in erster Linie zu verstehen, dass er sich nicht mehr nur auf seine Region in und um New York beschränkte, sondern auch die Märkte um New York herum mit seiner WWF bereiste und schließlich die Hegemonialstellung in den Vereinigten Staaten und später auch in der gesamten Welt anstrebte.
Seinen ersten Schritt zur Realisierung dieses Monopols tat er 1983, als er den Mann rekrutierte, der als Poster-Boy seiner neuen Auffassung vom Wrestling als Sport Entertainment fungieren sollte: Hulk Hogan. Hogan trat zu diesem Zeitpunkt jedoch noch für Gagnes AWA an und hatte im November sowie Dezember zugestimmt dort die Main Events gegen den derzeitigen Champion Nick Bockwinkel zu bestreiten. Gagne hatte zu seinem Nachteil jedoch keinen Vertrag mit Hogan ausgehandelt, sodass dieser im wesentlichen ein Free Agent war. McMahon nutzte dies aus und Hogan verweigerte den Auftritt für die Shows in den letzten beiden Monaten des Jahres.
Der Imageschaden für Gagne und seine Liga war enorm und der Krieg zwischen den beiden Wrestlingpromotern nun eröffnet. Ehe Gagne jedoch reagieren konnte und dem nahenden Monster aus New York Paroli bieten konnte, schlug der Sprössling von Vince McMahon Sr. in vollem Stil zu und spannte dem früheren Ringer ebenfalls Mean Gene und Jesse Ventura aus.
Auch in den darauf folgenden Monaten schien die Schlacht mehr als unausgeglichen zu verlaufen. Aus der WWF wechselte niemand zur angeschlagenen AWA, die nun versuchte neue Stars zu kreieren, wie zum Beispiel Curt Hennig (Mr. Perfect), die Road Warriors, Shawn Michaels und Marty Jannetty (die Midnight Rockers), Rick Martel und weitere. Alle diese Namen hatten eine Gemeinsamkeit: innerhalb der nächsten sechs Jahre wechselten sie alle nach New York und ließen einen Verne Gagne zurück, der nun zunehmend strauchelnd versuchte zu retten, was noch zu retten war. Nach den herben Verlusten wollte er nun sicherstellen, dass seine letzten verfügbaren Wrestler seiner Liga langfristig erhalten blieben und mit ihnen zu planen war. Die Verträge, die er anfertigen ließ, wurden jedoch von den wenigsten Wrestlern im Kader unterschrieben und wurde er sogar teilweise von den eigenen Angestellten für sie ausgelacht wie Sherri Martel eindrucksvoll bewies und die Liga verließ.
Aus purer Verzweiflung suchte Gagne einen Weg aus der Krise und fand diesen in der Kreation des Superclash, der 1985 zum ersten Mal stattfand. Das Konzept des Mega Events sah einen Zusammenprall verschiedener Wrestlingligen vor, die eine geeinte Front gegen McMahon bieten sollten. An diesem Spektakel nahmen neben der AWA auch die NWA und WCCW (World Class Championship Wrestling) teil. Der Event war jedoch von Beginn an zum Scheitern verurteilt. Anstatt eines langfristigen Bookings und durchdachter Planung beherrschten Intrigen und Paranoia die Verhandlungen um die Kämpfe des Superclashes, so versuchte David Crockett im Backstagebereich Wrestler der AWA für seine NWA abzuwerben, was konsequenterweise nicht im Interesse Gagnes war. Die Matches endeten größtenteils mit unklaren Entscheidungen und Screwjobs. Trotzdem gelang es mit den vereinten Kräften eine Zuschauerzahl von 21.000 Fans zu ziehen, womit man immerhin einiges an Geld eingenommen haben muss.
Drei Jahre später steckte die Promotion aus Minneapolis noch tiefer in den roten Zahlen. Der World Heavyweight Titel befand sich in den Händen von einem Mann, der aus einem anderen Territorium stammte: Jerry „the King“ Lawler aus der Continental Wrestling Association. Curt Hennig war inzwischen zur WWF gewechselt und die AWA hatte niemanden mehr in den eigenen Reihen, der das Gold glaubhaft tragen konnte. Lawler war in seinem Territorium in Memphis der eindeutige Nummer eins Wrestler, sodass es dem Prestige des Gürtels zur Gute kam, mit einem solchen Namen in Verbindung zu kommen.
Zum Ende des Jahres 1988 hatte sich die Lage soweit zugespitzt, dass nur noch ein Wunder die AWA hätte retten können und Verne Gagne vertraute darauf, dass die dritte Auflage des Superclashes dieses Wunder für ihn bereitstellen könne. Gemeinsam mit der aus Texas stammenden und von den Von Erichs dominierten WCCW wagte er ein letztes großes Aufbäumen und betrat noch einmal Neuland, der Superclash 1988 war die erste (und einzige) Veranstaltung der AWA, die im Bezahlfernsehen als PPV ausgestrahlt wurde.
Lawler als AWA Champion war die logische Besetzung für den Main Event. Sein Gegner war ebenfalls schnell gefunden in dem WCCW Champion Kerry Von Erich. Die Familie Von Erich war in Texas die Königsfamilie des Wrestlings und hatte eine großartige Reputation im Wrestlingbusiness, die jedoch in den vorangegangenen Monaten schwer gelitten hatte. David Von Erich, der talentierteste Sohn des früheren Wrestlingstars Fritz Von Erich war 1984 unter mysteriösen Umständen gestorben (es ist immer noch umstritten ob Drogen zu seinem Tod beigetragen haben) und sein Bruder Michael folgte ihm 1987 auf Grund einer Überdosis nach.
Der „Modern Day Warrior“ Kerry Von Erich war derjenige des Familien Clans, der zu diesem Zeitpunkt der einzige glaubwürdige Topstar der WCCW war und als Sohn des Promotionbesitzers auch vertrauenswürdig war. Der 1,91 m große Texaner, der eine unglaublich muskulösdefinierte Physis besaß, hatte in seinem Privatleben jedoch mit vielen Dämonen zu kämpfen. Nach einem Motorradunfall Mitte der Achtziger war er auf Grund der finanziellen Notlage der WCCW zu einem verfrühten Comeback gedrängt worden und musste ein Teil seines Fußes amputiert werden. Von Erichs Drogenproblem, welches allgemein bekannt war, verschlimmerte sich in Folge dessen drastisch und zum Zeitpunkt des Matches war er äußerlich in einer blendenden Verfassung, die seine psychischen Abhängigkeitsprobleme noch in den Medien überstrahlen konnte.
Das Titelvereinigungsmatch wurde verkündet, doch die beiden finanziell vor dem Bankrott stehenden Ligen konnten sich nicht auf einen Sieger einigen. Einen Imageverlust konnte und wollte sich keine Partei erlauben, sodass bis kurz vor Beginn des Matches eine lange Diskussion über das Kampfende geführt wurde.
Vor den Kulissen bauten die AWA und WCCW den Kampf als größte Attraktion aller Zeiten auf, hinter den Kulissen wussten sie, dass ihre Zeit abgelaufen war. Nur ein Wunder hätte sie noch retten können und alle Hoffnungen ruhten auf dem Main Event des Superclashes: Jerry „The King“ Lawler gegen Kerry Von Erich.
Kurz bevor die Kontrahenten zum Ring marschierten, ereignete sich Backstage noch ein weiterer Zwischenfall, welcher optimistischen Aussichten einen weiteren Stoß versetzte. Von Erich versteckte die Rasierklinge, die er im späteren Matchverlauf zu benutzen gedachte, mit Tape an seinem rechten Handgelenk und lies die Klinge leicht hervorstehen. Er kam auf die Idee sich am linken Bizeps zu kratzen und achtete dabei nicht auf die hervorstehende Rasierklinge, sodass er sich bei diesem Vorgang den richten Bizeps aufschnitt. Da sich dies kurz vor Beginn des Kampfes ereignete, musste Von Erich behandelt werden und wurde versucht seine Verletzung zu kaschieren, was halbwegs gelang. Eine Robe, die der spätere Texas Tornado zum Ring trug, sollte die Blutung wenigstens solange verbergen bis beide Wrestler im Ring etwas zeigen konnten, um die Blutung den Zuschauern zu verkaufen.

2. Das Match
a) Matchverlauf
Nachdem beide Männer in die Halle eingezogen sind, wird Von Erich als erster vorgestellt und richtet sogleich einige Worte an seinen Kontrahenten. Er sagt er werde Lawler heute verprügeln und sich den AWA Titel holen.
Es dauert etwas bis der Modern Day Warrior seine Robe auszieht, dann wird das Match angeläutet und startet damit, dass Lawler Von Erich von sich wegschubst, dieser revanchiert sich mit der gleichen Aktion und ein Lock Up folgt, der Lawler in die Ecke drängt, wo Von Erich den Griff lösen muss. Der selbsternannte King reagierte schnell und schlägt Von Erichs linken Arm auf den Stahlpfosten in der Ecke, woraufhin Von Erich sich zurückzieht und dessen Arm sofort zu bluten beginnt. Um seine Schwäche zu verbergen, zeigt der WCCW Champion zur Verhöhnung den bekannten flairähnlichen Ringlauf von Jerry Lawler, was diesem weniger gefällt.
Ein weiterer Lock Up folgt bei welchem Von Erich Lawler erneut in die Ecke drängt. Ein dritter Lock Up lässt nun Lawler seinerseits gut aussehen, er drängt den Texaner in die Ecke und will ihn dort mit Schlägen weiterbearbeiten, sein Gegner kontert jedoch und befördert ihn mit einem gezielten Faustschlag auf den Ringboden. Lawler flüchtet augenblicklich aus dem Ring, um wenige Augenblicke später zurückzukommen.
Die Kommentatoren weißen in der Zwischenzeit daraufhin, dass beide Kontrahenten sowohl Ric Flair, als auch Hulk Hogan und Randy Savage besiegt hätten, lediglich sich gegenseitig noch nicht.
Von Erich befördert Lawler nun mit einem Whip In in die Seile und verpasst dem daraus Zurückfedernden einen Clotheline. Lawler flüchtet in die Ecke und lässt sich vom Ringrichter anzählen, ehe er mit einem weiteren Lock Up ins Geschehen zurückfindet und mit einem Whip In die vorherige Aktion des WCCW Champion ebenfalls zeigen möchte. Von Erich duckt sich allerdings und zeigt seinerseits eine weitere Clotheline.
Erneuter Whip In von Von Erich, doch Lawler taucht unter und will seinerseits den Clotheline zeigen, nun taucht auch sein Gegner ab und bringt die Aktion abschließend ins Ziel. Lawler ist fassungslos und die Fans jubeln dem späteren WWF Intercontinental Champion zu, der nun Lawler einrollt und zu einem 2 Count auf der Matte hält.
Von Erich fordert nun eine Kraftprobe von Lawler, während der Ringsprecher durchsagt, dass bereits fünf Minuten vom Kampf vergangen seien. Wie abzusehen verliert Lawler die Kraftprobe, zwingt seinen Gegner jedoch mit einem Beinfeger auf den Boden, der Ellbogen, mit dem er nachsetzten möchte, misslingt daraufhin. Von Erich zeigt den Discuspunch und erzielt zwei weitere 2 Counts. Beide Männer wälzen sich anschließend über den Boden. Lawler kommt schneller wieder auf die Beine und schlägt mit der Faust auf den WCCW Champion ein und prügelt ihn schließlich über das oberste Ringseil nach draußen. Die Kommentatoren erinnern uns daran, dass es sich bei dem Kampf um ein No DQ Match handle und das Fallen über das dritte Ringseil damit nicht zu einer Disqualifikation führen kann.
Lawler lässt seinen Gegner nicht in den Ring kommen und attackiert Von Erich bereits, während dieser noch vor dem Ring steht. Von Erich kontert allerdings mit dem berühmten Discuspunch und Lawler fällt zurück auf den Boden. Von Erich springt über das dritte Seil auf seinen Gegner in den Ring, doch dieser kann in letzter Sekunde die Beine hochreißen und sichert sich somit einen Vorteil. Er attackiert nun die angeschlagene Bauchregion Von Erichs mit Knietritten und Faustschlägen und zeigt seinen Trademark Move, den Piledriver. Von Erich verkauft diesen allerdings überhaupt nicht, steht auf als wenn nichts gewesen wäre, während der King sich vom Publikum feiern lässt – er kassiert Augenblicke später einen weiteren Discuspunch. Wieder nur ein 2 Count.
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