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Matches, die die Welt bewegten

Wir fertigten in unregelmäßigen Zeitabständen eine 10teilige Serie an, in der wir von Kämpfen berichteten, die die Welt - zumindest die Wrestlingwelt - bewegten und nachhaltig in Erinnerung blieben. Hier könnt ihr erfahren, was wir zu erzählen wussten.
Kapitel

#9: Hulk Hogan vs. The Iron Sheik
Hallo an alle und willkommen zur neunten Ausgabe von MDDWB. Diesmal ist das Match nicht wirklich ein wrestlerischer Leckerbissen, aber die große Bedeutung des Kampfes rechtfertigt definitv sein Auftauchen in dieser Kolumne.

Hulk Hogan versus The Iron Sheik (with „Classy“ Freddie Blassie) ©
Match for the WWF Title

WWF on MSG Network
23.01.1984 im Madison Square Garden in New York City, New York, USA
26.292 Zuschauer

1. Vorgeschichte
Am 07.01.1984 flimmerte die glanzvolle Rückkehr von Hulk Hogan in die World Wrestling Federation über die amerikanischen Bildschirme. Terry Bollea, der Mann hinter dem Charakter Hulk Hogan, hatte die Liga nach einem Streit mit Vince McMahon Sr. in den frühen Achtzigern verlassen und damit gerechnet, nie wieder ein Match in New York zu bestreiten. Doch wie so oft im Wrestlingbusiness, ändern sich die Dinge schneller als man denkt. Während Hogan, diesen Namen hatte Bollea von McMahon sr., der damit versucht hatte die irischen-amerikanischen Wrestlingfans anzusprechen, in der AWA in Minneapolis unter Verne Gagne zu einem populären Superstar aufstieg und die Main Events zusammen mit Nick Bockwinkel bestritt, vollzog sich ein Generationenwechsel in New York. Der gesundheitlich schwer gezeichnete Vince McMahon sr. verkaufte seine Promotion an seinen Sohn, Vincent Kennedy McMahon, und zog sich aus den Geschäften seiner Liga immer weiter zurück.
Unter der neuen Führung veränderte sich das Konzept der WWF mit rasender Geschwindigkeit. Anstatt sich von Athleten mit Reputation repräsentieren zu lassen, versuchte McMahon farbenfrohe Charaktere in den Mittelpunkt zu stellen, die nicht mehr durch Errungenschaften der Vergangenheit und einen guten Ruf zu überzeugen wussten, sondern durch Charisma. Der Maßstab im Wrestlingbusiness wurde nun nicht mehr darauf gerichtet, was für ein Athlet jemand war oder welche Errungenschaften er in anderen Bereichen, wie beispielsweise dem Ringen, vorzuweisen hatte, sondern lediglich darauf, welches Charisma er besaß und wie die Leute auf ihn reagierten.
In diese neue Ausrichtung der Federation passte Hulk Hogan perfekt. Er symbolisierte alles, wofür die neue WWF stehen sollte, während der aktuelle Champion in den frühen Achtzigern, Bob Backlund, ein Symbol der alten WWF darstellte. Am besten führt man sich dies vor Augen, indem man auf beide Männer einen kurzen, vergleichenden Blick wirft.
Backlund war ein früherer Ringer und hatte 1971 die NCAA Championship in seiner Gewichtsklasse für sich entscheiden können. Mit 1,85m hatte Backlund eine stattliche Größe, verkörperte mit seinem athletischen, nicht zu muskulös definierten Erscheinungsbild einen durschnittlichen Athleten und auch seine Ringkleidung und sein musikloser Einzug machten deutlich was Backlund im wesentlichen war: ein auf In-Ring Leistung bedachter Athlet, der stolz auf seine früheren Errungenschaften war und mit solider Technik wrestlete nach dem Motto „Action speaks louder than words“, jemand, der Realität und nicht Emotion vermitteln wollte.
Fast das genaue Gegenteil war Hogan. Sportlich eher im Hintergrund, hatte der spätere Hulkster sich in der Musikszene einen Namen gemacht. Mit über zwei Metern und einer überragenden Muskelmasse verkörperte er das Bild einer Persönlichkeit, die „larger than life“ zu sein schien. Sein Outfit bestand aus grellen Farben und sein Wrestlingapproach war auf die emotionale Reaktion der Fans ausgerichtet, anstatt auf den Realismus eines echten Kampfes. Seine Interviews und seine Persönlichkeit standen im Mittelpunkt, ganz im Gegensatz zu Backlund, der seine Persönlichkeit eher verdeckt hielt und mit Leistung überzeugen wollte.
Kurz gesagt: Hogan repräsentierte genau das, was McMahon für seine neue Ausrichtung brauchte und Backlund repräsentierte all das, was McMahon nicht mehr wollte. Die Entscheidung Hogan zum Aushängeschild der Promotion zu machen, war eine logische Konsequenz des neuen Plans.
McMahon unterbreitete Bollea also ein Angebot, dass dieser nicht ablehnen konnte und Hogans WWF Rückkehr war damit perfekt. Doch hinter den Kulissen kam es zu großen Problemen.
Obwohl McMahon sr. seine Liga bereits verkauft hatte an seinen Sohn, so spielte er hinter den Kulissen noch immer eine wichtige Rolle und war eingebunden in den Entscheidungsfindungsprozess der Liga. Da Backlund der große Publikumsliebling der Massen war, konnte McMahon jr. Hogan nicht direkt den Titel gewinnen lassen, er musste den Umweg über einen Mittelsmann nehmen. Ein Mann, der von den Fans gehasst wird wie kein anderer Performer und der Hogan das Momentum geben würde, das er brauchte für einen starken Titelrun. Mit dem iranischstämmigen Iron Sheik war dieser Gegner gefunden. Man sprach den Patriotismus der Massen an, indem man Hogan als Verfechter Amerikas und dessen Werte gegen den faschistischen Sheik in den Ring stellte.
Doch obwohl dieser Plan von McMahon jr. langfristig ausgearbeitet wurde, kam es schließlich zu Problemen. McMahon sr. wollte unter allen Umständen vermeiden, dass der ehemals abtrünnige Hogan, der lieber in Rocky III mitgewirkt hatte anstatt seine Wrestlingbookings wahrzunehmen, neues Aushängeschild der Promotion wurde. Auch Backlund war strikt gegen die Idee, denn er wusste, dass eine Neuausrichtung der Liga unter einem Titelrun Hogans sein Ende bedeutete, denn Hogan stand wie bereits dargestellt für alles, was Backlund nicht sein konnte und auch nicht vorhatte zu werden.
Um die Streitereien zu beenden, rief McMahon jr. kurz vor dem großen Match ein Meeting ein mit Hogan, Backlund, seinem Vater und sich selbst. Nach Hogans Aussagen verhielt sich Backlund sehr missmutig und begann das Treffen hinter den Kulissen mit dem Ausspruch: „Ich möchte nicht, dass jemand den WWF Titel hält, der kein Athlet ist.“ McMahon sr. stimmte diesem bedingungslos zu und Hogan ergriff das Wort, um zu sagen, dass er unter diesen Umständen nicht an einem weiteren Engagement bei der Federation interessiert sei und wieder nach Minneapolis zurückkehren wolle. Der neumächtige McMahon ergriff nun das Wort und erklärte allen Anwesenden, dass er wolle, dass Hogan den Titel hält und dies auch so durchgezogen werde.
Als wäre dies nicht schon genug Backstageturmoil gewesen, so schaltete sich nun auch Verne Gagne, der Besitzer der AWA ein, den Hogan mit seinem Wechsel zur WWF Ende des Jahres 1983 sehr hart getroffen hatte, und bot dem Iron Sheik 100.000 Dollar, wenn dieser Hogans Bein brechen würde. Obwohl der Sheik fast zwanzig Zentimeter kleiner als Hogan war, hätte letzterer dem früheren Amateur-Ringer, der 1968 beinahe als Vetreter seines Heimatlandes an den Olympischen Spielen im Ringen teilgenommen hätte, aber in den Vorausscheidungen eliminiert worden war (was viele Wrestlingpromoter nicht davon abhielt zu behaupten, er hätte bei den Olympischen Spielen 1968 eine Medaille gewonnen), nicht viel entgegen zusetzen gehabt, denn Hogan hatte wie bereits oben festgestellt, keinen Amateursporthintergrund und war auch nicht als Shootfighter bekannt. Der Sheik hatte von Gagne seine Wrestlingfähigkeiten erlernt und war von diesem auch ins Seilgeviert des Pro Wrestlings eingeführt worden, was ihn dazu bewog über Gagnes Angebot nachzudenken und Hogan im Ring möglicherweise so schwer zu verletzen, dass der gesamte Hulkamaniaangle für lange Zeit aufgeschoben werden müsste und vielleicht in Folge dessen nicht mehr stattfinden würde.
Für Spannung war also gesorgt als beide Männer sich am 23.01.1984 begegneten, um Geschichte zu schreiben.

2. Das Match
a) Matchverlauf
Nach einem Interview mit dem Iron Sheik, in welchem dieser seinen Hass gegenüber den amerikanischen Wrestlingfans zum Ausdruck bringt und seinen heutigen Gegner als „Tier“ bezeichnet, wird in dieser Aufzeichnung übergeblendet auf den Ring, in welchem sich der Iraner nun bereits befindet. Der Champions ist demzufolge als erster vor den Vorhang getreten. Der Einzug des Herausforderers wird hingegen exzessiv in Szene gesetzt für den heimischen Zuschauer, zu dem Rocky III Titelsong „Eye of the Tiger“ maschiert Hogan in rotem „American Made“ T-Shirt zum Ring und es besteht kein Zweifel an den Sympathieverteilungen im Madison Square Garden.
Howard Finkel kündigt nun den Main Event um den WWF Champion Titel an. In üblicher Manier wird der Herausforderer zuerst angekündigt, The „Incredible“ Hulk Hogan. Danach stellt the Fink den um knapp fünfzig amerikanische Pfund leichteren WWF Champion aus dem Iran vor, den Iron Sheik. Die Kamera fängt während der Ankündigung ein interessantes Schild ein - „The Sheik is a Freak“. Im Madison Square Garden ist die Rollenverteilung klar – der böse Iraner gegen den amerikanischen Lokalhelden. Und dieser Lokalheld eröffnet den Kampf indem er hinterrücks den Sheik attackiert noch bevor diese seine braune Robe und sein rot-schwarzes Kopftuch abgelegt hat.
Hogan erntet für diese unfaire Eröffnung großen Jubel, er schleudert den Sheik in die Ecke und setzt mit einem Ellbogen nach, erneuter Whip-In und dann würgt der spätere Hulkster seinen Kontrahenten mit dessen Robe. Ein offensichtlicher Regelverstoß, der nicht geahndet wird vom Ringrichter.
Es geht mit klaren Faustschlägen ins Gesicht des Champions weiter, Whip-In und ein Running Clotheline folgen. Ein Knee Drop unterstreicht die Dominanz des Herausforderers, der den Sheik nun an der Kehle packt und in die Luft hebt, um ihn dann fallen zulassen. Die Menge tobt während Hogan auf den Champion spuckt. Das hohe Bein von Hogan und ein Cover. Aber der Sheik kickt rechtzeitig aus.
Hogan setzt mit einem Running Elbow nach und zeigt dann einen Elbowdrop auf den am Boden liegenden Champion, der sich nicht wirklich als Titelträger nach außen darstellt in diesem Kampf. Cover, aber der Sheik kommt bei eins heraus.
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