Boardhell
   

 
 
Das Forum zu Genickbruch.com - der besten Wrestling- und Kampfsportdatenbank des Universums
   

 

Zurück   Boardhell > Unterhaltung > Das anspruchsvolle Forum

Antwort
 
Themen-Optionen
Alt 08.01.2015, 12:01   #1
Woodstock
Genickbruch
 
Registriert seit: 18.12.2001
Ort: Norden/ Ostfriesland
Beiträge: 13.616
Aus dem PeGiDa Thread und einer Unterhaltung mit der Diva, ergab sich sich für mich an einem Punkt die Möglichkeit den advocatus diaboli zu spielen und die Frage in den Raum zu stellen :

"Wundert es euch, dass es immer mehr Zulauf für AfD, Pegida und anderen Schundhaufen gibt ?"

Lange Rede kurzer Sinn. Diese Thema und eure Meinung interessiert da nicht nur mich, sondern auch die Diva und deshalb möchte ich hier diesen Thread aufmachen. Losgelöst von der ganzen PeGiDa, Terroranschlag Diskussion.

Hier soll es wirklich einzig und allein um die Frage gehen, die oben steht; ob es euch tatsächlich wundert, dass so eine Entwicklung in Deutschland und Europa stattfindet und woran es eurer Meinung nach liegt, wenn man die letzten 20 Jahre von Deutschland mal versucht objektiv zu beleuchten und ja, vielleicht auch mögliche Fehler knallhart anzusprechen.

Liegt es vielleicht daran, dass diverse Medien bei den Bildungsfernen so einen Angst geschürt haben, dass es zwangsläufig zu etwas wie PeGiDa etc kommen musste ?

Sind es vielleicht die Leute mit Hirn, die sich sagen : " Integration und Respekt ist eine Gute Sache, aber sie ist keine Einbahnstraße" , von denen der Rechtsruck ausgeht?

Ist es vielleicht so, dass " der Christ" sich sagt : " So lange in islamischen Ländern Christen am hellichten Tag abgestochen werden, weil sie Bibeln verkaufen, so lange darf es in Deutschland auch keinen Islamunterricht in der Schule geben, so lange darf es auch keinen islamischen Feiertag geben", und somit eine Schuld in der Politik/Religion zu suchen ist?

Oder geht es wie so häufig einfach nur um das liebe Geld ? Sagen sich vielleicht einige, dass es jetzt endgültig genug ist mit den "Sozialschmarotzern", die nach Deutschland kommen und sich auf kosten anderer Bürger hier durchschlagen?

Welche Gründe hat es in anderen Ländern aus Europa? Ist vielleicht wirklich die Einwanderungspolitik daran Schuld ?
Ist es die Tatsache, das die political correctness so übertrieben wird, dass einigen der Kragen platzt ?
Ist generell die Politik zu lasch, die auch Mehrfachstraftäter nicht einfach wieder abschiebt?
Gibt es überhaupt Gründe dafür, wieso es nun zu einem Rechtsruck kommt, oder bildet sich das der geneigte Bürger nur ein ? Hat es ein Bezug auf gewisse " Sozialromantiker", die die Zeichen der Zeit nicht erkannt haben oder oder oder etc etc etc ?

Eure Meinung ist Gefragt. Sachlich und vernünftig. Es wird sicherlich hitzig zur Sache gehen, denn hier werden auch wieder Meinungen aufeinander treffen die weit auseinander liegen.
Hier werden auch wieder "linke" auf " liberale" oder "konservative" treffen. Dennoch bitte ich euch, diese Diskussion in einem vernünftigen Rahmen zu halten, denn das Thema ist ein wirklich schwerwiegendes wie ich finde.
__________________
Benni : Also echt, ey!

"I have a disease, I'm alergic to stupid shit. Now some of y'all might have that same disease. It starts when you're a child. I remember as a child being allergic to stupid Shit." - Katt Williams

Geändert von Woodstock (08.01.2015 um 12:03 Uhr).
Woodstock ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.01.2015, 15:35   #2
El Clon
Schädelbasisbruch
 
Registriert seit: 16.05.2005
Ort: Ganz weit im Norden
Beiträge: 2.369
In genau dem Thread dem dieser entsprungen ist, habe im ersten Post bereits meine Meinung dazu gesagt:

Zitat:
Es ist einfach eine logische Entwicklung, die mehr als nur vorhersehbar war. Es ist ja hinlänglich bekannt, dass in Zeiten ökonomischer Schwierigkeiten radikalere Ansichten größeren Zulauf haben.
Da Realeinkommen der Mittel- und Unterschicht seit Jahren in nur eine Richtung zeigen, und zwar nach unten, müssen wir uns nicht wundern wenn frustrierte Menschen zu religiösen Splittergruppen tendieren und als Reaktion darauf andere frustrierte Menschen sich der Xenophobie öffnen.
Das ist die Quittung für zweieinhalb Jahrzehnte neoliberaler Politik in Europa und der Beweis dafür, dass für Frau Thatcher und ihre neoliberalen Nachfolger selbst die Hölle zu gut ist.
Wenn der gemeine Bürger sich finanziell bedroht fühlt - oder besser gesagt: bedroht wird - dann fühlt er sich auch sozial bedroht. Wer gegen PeGiDa und Konsorten kämpfen will, sollte dafür sorgen, dass der Sozialstaat in Deutschland wieder seinen Namen verdient.
__________________
El Clon:
weiß, dass Bill Russell der größte Spieler aller Zeiten ist.
El Clon ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.01.2015, 15:45   #3
Wyattfan
Disqualifiziert
 
Registriert seit: 20.12.2014
Beiträge: 47
,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,

Geändert von Wyattfan (08.01.2015 um 15:48 Uhr).
Wyattfan ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.01.2015, 15:59   #4
Der Landrat
ECW
 
Registriert seit: 04.02.2003
Ort: In der größten Rheinschleife überhaupt
Beiträge: 5.930
Aufklärung und Bildung ist ein wichtiges Thema in diesem ganzen Spektrum. Die Mehrzahl der Menschen in Deutschland wird eine tiefgreifende Meinung zu der NS-Vergangenheit haben (egal in welche Richtung), was u.a. an der in Schulen oft behandelten Thematik liegt. Und so sollte es auch weiter gehen, insbesondere bei aktuellen Themen. Ein Lehrer, der bei seinen Schülern auch die aktuellen Themen hinterfragt und diese sozusagen dazu zwingt sich mit dem Thema näher zu befassen, ist ein guter Lehrer.

Die Aussage "Integration und Respekt ist eine Gute Sache, aber sie ist keine Einbahnstraße" ist in sich sicherlich nicht falsch, doch leider wurde dieses Thema in der Vergangenheit einfach falsch angefasst. Als Beispiel könnte ich da Serdar Somuncu nennen, der darüber bereits mehrfach berichtete und Fehler meiner Ansicht nach gut aufgezeigt hat. Ich denke, dass Intergration natürlich von beiden Seiten kommen sollte, nur das von hier aus die richtigen Wege eingeschlagen werden müssten. Dieses wurde in den letzten Jahren leider versäumt.

Insofern ist es aus meiner Sicht kein großes Wunder, dass Menschen die dem Boulevard zuerst stumm folgen irgendwann ihre aufgesetzte Meinung in den Berichten finden. Das es hier um Religion geht, kommt erschwerend hinzu, aber auch hier frage ich mich, warum diese Thematik nicht schon früher erkannt und behandelt wurde. Auch diese Dinge kann man aufarbeiten und somit erstmals stumme Ströme verhindern.

So schaukeln sich Themen über unterschiedliche Weltansichten, Religion und Lebensstile, soziales Verhalten und Ausländerpolitik eben zu einem Thema zu und der ungebildete Bürger verhält sich wie am Stammtisch (und benimmt sich auch so nach außen im gesicherten sozialen Netzwerk oder eben auf der Straße in Begleitung von teilweise mutmaßlichen Gleichdenkenden). Das wichtigste Zeichen wäre dem Menschen mal wieder mehr Empathie beizubringen. Und das nicht durch Einbahnstraßenintegration, die wir selbst geschaffen haben.

Geändert von Der Landrat (09.01.2015 um 07:47 Uhr).
Der Landrat ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.01.2015, 16:20   #5
Face
Administrator
 
Registriert seit: 29.03.2001
Ort: Österreich
Beiträge: 28.504
Zitat:
Zitat von Wyattfan Beitrag anzeigen
Wer sich mit den Inhalten der Islamkritiker beschäftigt, merkt dass es mitnichten um Geld oder den Sozialstaat geht. Diese Leute haben Angst dass ihnen der Kopf abgeschnitten wird.
Das glaube ich nicht. Weil es auch völlig idiotisch ist davor Angst zu haben. Wievielen Leuten wurde von Extremisten in Europa der Kopf abgeschnitten? Wieviele Leute sterben im Gegensatz dazu an Überfettung, Krebs, Autounfällen, ... selbst Tod durch Blitzschlag tritt häufiger auf. Es ist und bleibt eine völlig irrationale Angst.

Die Ursache dafür sitzt sicher woanders als bei Extremisten auf einem 6.000km entfernten Erdteil.
__________________
"Falls du glaubst, dass du zu klein bist um etwas zu bewirken, dann versuche zu schlafen während eine Mücke im Raum ist." (Dalai Lama, unbestätigt)
Face ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.01.2015, 16:27   #6
Duke of Bridgewater
Knöchelbruch
 
Registriert seit: 06.01.2010
Beiträge: 961
Gibt es diesen Rechtsruck tatsächlich, oder kommt es den Leuten nur so vor, weil die Medien bislang etwas anderes als "normale Meinung fast aller Menschen" dargestellt haben. Am Ende glauben sogar die Journalisten ihren eigenen Mist. ("Doppeldenk" a la Orwell.)

Die Politiker und vor allem die Medien beurteilen Einstellungen nach dem Zeitgeist. Vieles von dem, was man PEGIDA & Co. vorwirft, galt früher als normal.
(Ich kenne viele völlig normale Menschen mit widerwärtig dümmlichen ausländerfeindlichen Einstellungen. Aber die haben sie seit vielen Jahren.)

Wurden die Gastarbeiter etwa nicht gezielt so angesiedelt, dass sie nicht integriert werden? Schließlich sollten sie ja wieder "nach Hause".

Wurden nicht von deutschen Behörden gut integrierte Jugendliche in Länder abgeschoben, deren Sprache sie nicht einmal sprechen, nur weil sie formell Ausländer waren? (Also praktisch, weil sie nicht "deutschen Blutes" sind.)

Wurden nicht Ausländer daran gehindert, zu arbeiten, wenn sie Deutschen die Stelle wegnehmen könnten. Erst mit dem Mangel an Arbeitskräften hat sich das geändert und plötzlich sollen sie arbeiten.

Hat die EU nicht mit Gaddafi paktiert, um Flüchtlinge von Europa fernzuhalten?


Wieso wird man heute schon in die rechte Ecke gestellt, wenn man gegen die Homoehe ist, wenn die in den ersten Jahrzehnten der Bundesrepublik ins Gefängnis geworfenen Homosexuellen nicht formell rehabilitiert werden?
__________________
Buy Shimmer, it will keep you straight!
Duke of Bridgewater ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.01.2015, 16:43   #7
Direwolf
Schädelbasisbruch
 
Registriert seit: 09.09.2008
Ort: Spenge, NRW - Nahe Bielefeld
Beiträge: 1.627
Zitat:
Zitat von Face Beitrag anzeigen
Das glaube ich nicht. Weil es auch völlig idiotisch ist davor Angst zu haben. Wievielen Leuten wurde von Extremisten in Europa der Kopf abgeschnitten? Wieviele Leute sterben im Gegensatz dazu an Überfettung, Krebs, Autounfällen, ... selbst Tod durch Blitzschlag tritt häufiger auf. Es ist und bleibt eine völlig irrationale Angst.

Die Ursache dafür sitzt sicher woanders als bei Extremisten auf einem 6.000km entfernten Erdteil.
Wobei... völlig falsch ist das sicher auch nicht, wenn auch - und da gebe ich dir recht - die geschürte Furcht vor einer derartigen Hinrichtung maßlos übertrieben, ja eigentlich absolut surreal ist. Ich möchte jedoch vielleicht als kleinen Denkansatz an die Giftgasattacken des Iraks in den 90ern erinnern. Ich kann mich dunkel daran erinnern, dass hier zu Lande ebenfalls eine kleinere Panik ausbrach und einige Damen und Herren es als erforderlich ansahen schon mal vorsorglich die eigene Familie mit Gasmasken usw auszustatten.

Von daher... ich halte es durchaus für möglich, dass es noch immer genug Deppen gibt, die zu solch absurden Ängsten neigen und sich vielleicht sogar aufgrund dessen diesen Kasperköppen wie Pegida anschließen.
__________________
"Sowas kann doch nur Leuten einfallen, die bei Assoziationsspielchen neben "Hund", "Katze" und "Maus" auf "Hmmm, Schwingschleifer!" kommen, oder?" - Barlow

Geändert von Direwolf (08.01.2015 um 16:56 Uhr).
Direwolf ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.01.2015, 16:45   #8
Glissinda der Troll
Doghouse
 
Registriert seit: 23.06.2010
Beiträge: 6.795
Ich bin auch der Meinung das es keinen Rechtsruck gibt. Das Problem ist dass die konservativen Parteien zu weit in die Mitte gewandert sind so am rechten Rand Platz geschaffn haben. UKIP FN Wilders oder AfD sprechen halt die Wähler an die sich von CDU und Co. übergangen wenn nicht verraten fühlen. Und damit meine ich den demokratischen rechten Rand nicht den Rechtsextremen. Halt so wie FJS es gesagt hat.
Gleichzeitig wird durch unabhängige Medien im Internet halt auch immer deutlicher wie die Systemmedien zu manipulieren Versuchen.
Und der schrecklich aus dem Ruder gelaufene "arabische Frühling" mag bei einigen halt auch eine Rolle spielen.
Und zu sagen man müsse in Europa keine Angst vor Enthauptungen haben ist seit gestern auch Pfeiffen im Walde.
__________________
# Axelmania!!!!!!!!
Glissinda der Troll ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.01.2015, 16:51   #9
Wyattfan
Disqualifiziert
 
Registriert seit: 20.12.2014
Beiträge: 47
Zitat:
Zitat von Face Beitrag anzeigen
Das glaube ich nicht. Weil es auch völlig idiotisch ist davor Angst zu haben. Wievielen Leuten wurde von Extremisten in Europa der Kopf abgeschnitten? Wieviele Leute sterben im Gegensatz dazu an Überfettung, Krebs, Autounfällen, ... selbst Tod durch Blitzschlag tritt häufiger auf. Es ist und bleibt eine völlig irrationale Angst.

Die Ursache dafür sitzt sicher woanders als bei Extremisten auf einem 6.000km entfernten Erdteil.
Da ist dein Fehler.
DU Hast keine Angst weil irgendwo am Arsch der Welt jemand hingerichtet wird.
Oder anders gesagt nur weil du es absurd findest dass man Angst davor hat heißt dass Leute deswegen keine Angst davor haben.
Die Leute protestieren ja nicht umsonst gegen die Schariah und kaum gegen Russen die Hartz 4 beziehen.
Also deutlicher können sie kaum zeigen was sie umtreibt.

Das ja die Krux, solche Dinge machen einen Dialog unmöglich.
Weil man schon fast paranoid alle Dinge als falsch verurteilt nur weil man nicht dessen Meinung ist.
Selbst wenn es nicht darum geht ob die angesprochene Sichtweise Richtig oder falsch ist, sondern es nur um den Umstand geht.
Jüngere User kennen dieses Dilemma im Bereich Konsolenkrieg, wo jeder Dialog faktisch tot ist.

Geändert von Wyattfan (08.01.2015 um 16:55 Uhr).
Wyattfan ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.01.2015, 16:53   #10
Face
Administrator
 
Registriert seit: 29.03.2001
Ort: Österreich
Beiträge: 28.504
Zitat:
Zitat von Glissinda der Troll Beitrag anzeigen
Und zu sagen man müsse in Europa keine Angst vor Enthauptungen haben ist seit gestern auch Pfeiffen im Walde.
Muss man auch nicht wenn man arbeitslos in Ostdeutschland zuhause rumsitzt (ja, das ist bewusste Stammtischrhetorik)

Leider sind gerade die, die es in dem Fall getroffen hat, vermutlich alles andere als ausländerfeindlich und islamfeindlich gewesen.

Zitat:
Zitat von Wyattfan Beitrag anzeigen
Oder anders gesagt nur weil du es absurd findest dass man Angst davor hat heißt dass Leute deswegen keine Angst davor haben.
Die Leute protestieren ja nicht umsonst gegen die Schariah und kaum gegen Russen die Hartz 4 beziehen.
Also deutlicher können sie kaum zeigen was sie umtreibt.
Ich bezweifle nicht dass die Leute Angst davor haben. Aber die Angst ist irrational und IMO nur eine äußerliche Erscheinung ganz anderer innerlicher Ängste.

Die Leute protestieren nicht gegen Russen die Hartz 4 beziehen, weil das kein plakatives Thema ist. So lange ist es übrigens noch nicht her, dass statt mit Islamisten eben mit Diebesbanden aus Polen/Rumänien, mit Bettlermafias usw. die Sau durchs Dorf getrieben wurde.
__________________
"Falls du glaubst, dass du zu klein bist um etwas zu bewirken, dann versuche zu schlafen während eine Mücke im Raum ist." (Dalai Lama, unbestätigt)

Geändert von Face (08.01.2015 um 16:59 Uhr).
Face ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.01.2015, 17:06   #11
Glissinda der Troll
Doghouse
 
Registriert seit: 23.06.2010
Beiträge: 6.795
Islamfeindlich eher nicht. Tslamkritisch wohl schon sonst hätten sie keine Karrikaturen zu dem Thema gemacht.
__________________
# Axelmania!!!!!!!!
Glissinda der Troll ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.01.2015, 17:28   #12
JackCrow
Administrator
 
Registriert seit: 31.08.2006
Beiträge: 12.624
Zitat:
Zitat von Direwolf Beitrag anzeigen
Wobei... völlig falsch ist das sicher auch nicht, wenn auch - und da gebe ich dir recht - die geschürte Furcht vor einer derartigen Hinrichtung maßlos übertrieben, ja eigentlich absolut surreal ist. Ich möchte jedoch vielleicht als kleinen Denkansatz an die Giftgasattacken des Iraks in den 90ern erinnern. Ich kann mich dunkel daran erinnern, dass hier zu Lande ebenfalls eine kleinere Panik ausbrach und einige Damen und Herren es als erforderlich ansahen schon mal vorsorglich die eigene Familie mit Gasmasken und auszustatten.

Von daher... ich halte es durchaus für möglich, dass es noch immer genug Deppen gibt, die zu solch absurden Ängsten neigen und sich vielleicht sogar aufgrund dessen diesen Kasperköppen wie Pegida anschließen.
Die Analogie zu den Gasmaskenkäufen finde ich sehr passend. Damals waren es nämlich auch die Presse und einige besonders schlaue Kommentatoren, die Saddam als den neuen Hitler darstellten, dessen Waffen bis Europa reichten. Die Angst der Leute kam ja nicht von ungefähr.

Ähnlich verhält es sich mit den Medien heute. Das wird jeder noch so unwichtige Vorfall massiv aufgebläht. ISIS hat Menschen geköpft? Stimmt. In Saudi-Arabien passiert das statistisch allerdings deutlich häufiger. Kräht nur kein Hahn nach. Vermutlich weil es keine "Weißen" bzw. keine Menschen aus dem Westen betrifft. Oder wahlweise, weil wir mit den Saudis noch Geschäfte machen wollen. Oder irgendwie mit denen verbündet sind.

Wenn dann noch Verbrechen geschehen, wird mir auch auffällig oft auf den "Migrationshintergrund" der Täter hingewiesen (siehe die Attacken in diversen U-Bahnen etc.). Logisch, dass da der Eindruck entsteht, dass "die Ausländer", primär die aus dem arabischen Raum. irgendwie alle furchtbar gewalttätig oder kriminell seien.
Dass die Kriminalstatisktik regelmäßig Rückgänge verzeichnet, kann man in den Medien offensichtlich nicht so schön aufmachen. Deswegen wissen es die Wenigsten, bzw. bleibt es den Wenigsten im Bewusstsein.

Diese Berichterstattung schürt logischerweise Angst, diese Angst treibt Menschen auf die Straße, und die, die die Angst geschürt haben, schlagen jetzt verbal auf die ein, die Angst haben (ich nehme mal die offensichtlichen Nazis, die das nutzen und mitlaufen aus der Betrachtung aus). Heute kam eine Bertelsmann-Studie heraus, nach der 57% der Deutschen sich vom Islam bedroht fühlen. Das Ergebnis stammt noch von vor dem Pariser Anschlag. Fragt sich mal jemand von denen, die die Ergebnis in den Nachrichten verlesen, warum das so sein könnte?
Dazu passt auch, dass die Angst vor dem Islam dort am größten ist, wo die wenigsten Muslime leben. Logisch. Da wird der schreckliche Eindruck, den unsere Medien generieren auch nicht durch Tatsachen aus dem alltäglichen Zusammenleben verwässert.

Diese ganzen Ängste nur "Deppen" zuzuschreiben, greift meines Erachtens nach viel zu kurz. Seit 9/11 wird der böse Moslem allabendlich über die Fernsehschirme gejagt. Wer sich wundert, dass das jetzt nach 14 Jahren Früchte trägt, versteht mMn nur wenig von der menschlichen Psyche. Wir haben mehr als nur eine Generation an Menschen, die bei dem Wort Terrorist sofort an irgendeinen bärtigen Typen mit Turban, Kalaschnikov und Sprengstoffgürtel denken, und denen weder die "langhaarigen Bombenleger" der RAF, die Glatzen vom NSU noch die politisch motivierten ETA oder IRA einfallen. Von Terror durch Drohnenattacken fange ich jetzt lieber erst gar nicht an. Wir wehren uns ja nur.

Rechtsruck? Ja, den sehe ich. Der kommt schon seit Jahren auf uns zu, komplett selbstgemacht. Glückwunsch.
__________________
Die SAW Version von "SMS von gestern Nacht":
AfRotaker:
"Sagt mal ich finde nirgends Fossilien zu wwe2k17 außer den Wrestlern die schon Essbesteck wurden. Weiß da jemand was?"
JackCrow ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.01.2015, 17:36   #13
Lestat
Mitarbeiter
 
Registriert seit: 02.04.2002
Ort: Frankfurt am Main
Beiträge: 5.457
Mich wundert der Zulauf, den Bewegungen wir PEGIDA bekommen sehr. Einige Forderungen kann ich zwar sogar selbst nachvollziehen, die Motivation jedoch nicht. Ich habe keine Angst vor islamischen Mitbürgern und fühle mich in einer multikulturellen Stadt wie Frankfurt am Main (Stadtteil Rödelheim) sehr wohl. Mich stören weder die Leute die auf der Zeil ihren Koran verschenken, noch die Bibelprediger. Weiterhin habe ich viel mehr Angst davor, nachts irgendwo auf der Kaiserstraße ausgeraubt zu werden (und auch diese Angst hält sich in Grenzen), als vor einem Terroranschlag oder der "Islamisierung des Abendlandes".

Allerdings wundert mich auch der Umgang der Politik mit diesem Thema. Angela Merkel äußerte sich doch etwas sehr verhalten. In meinen Augen sollte sie deutlich gegen PEGIDA etc. Stellung beziehen, gleichzeitig jedoch eine umfassende Auseinandersetzung mit dem Thema anstreben. Wenn es in der deutschen Integrationspolitik Aufarbeitungsbedarf gibt, sollte diesem auch nachgekommen werden.

Forderungen wie "Null-Toleranz-Politik gegenüber straffällig gewordenen Asylbewerbern und Migranten" und "die Erhaltung und den Schutz unserer christlich-jüdisch geprägten Abendlandkultur" (Quelle) sind jedoch sehr destruktiv für die europäische und globale Gemeinschaft und noch dazu haltlos. Straffällige Migranten in ein Land abzuschieben, welches eventuell nicht über eine gut organisierte Resozialisierung verfügt (wobei diese in Deutschland in der Umsetzung auch verbesserungswürdig ist) erscheint mir recht kurzsichtig.
Unsere Kultur sollte eine Kultur der Toleranz, Vielfältigkeit und Entwicklung sein. Nicht eine des Zwanghaften Festhalten an alten Gegebenheiten. Niemand hält Christen oder Juden in Deutschland davon ab, ihren Glauben zu praktizieren.

Zitat:
Woodstock: "Ist es vielleicht so, dass " der Christ" sich sagt : " So lange in islamischen Ländern Christen am hellichten Tag abgestochen werden, weil sie Bibeln verkaufen, so lange darf es in Deutschland auch keinen Islamunterricht in der Schule geben, so lange darf es auch keinen islamischen Feiertag geben", und somit eine Schuld in der Politik/Religion zu suchen ist?"
Wenn sich diese Christen mal mit dem Land beschäftigt hätten in das sie reisen, wüssten sie vielleicht, dass die örtlichen Zustände nicht denen in Deutschland entsprechen. Bei uns herrscht Meinungs- und Religionsfreiheit, in vielen anderen Ländern nicht. Ich sehe zwar dringenden Bedarf an Entwicklung im Bereich von Religionsfreiheit, Toleranz und Frauenrechten in Ländern wie dem Iran, jedoch ist es ein Irrglaube diese Entwicklung mit christlich motivierter Reformation oder gar Missionierung erreichen zu können.
Es ist furchtbar, wenn Menschen Leid zugefügt wird, nur weil sie anderen Menschen ihren Glauben nahe bringen möchten. Allerdings fehlt an manchen Stellen die realistische Einschätzung der Situation, welche zu solchen Vorkommnissen führt.


Ich bin auf der einen Seite überrascht, dass in Deutschland so viele Menschen so viel Angst haben, auf der anderen Seite auch nicht. Seit dem 11. September 2001 steigt die Furcht vor Anschlägen und Gräueltaten ja anscheinend immer mal wieder, selbst wenn es keinen Grund dafür gibt.
__________________
Soy, soy lo que dejaron, soy las sobras de lo que te robaron
Un pueblo escondido en la cima, mi piel es de cuero por eso aguata cualquier clima
Soy una fábrica de humo, mano de obra campesina para tu consumo
Soy América Latina un pueblo sin piernas pero que camina
Lestat ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.01.2015, 17:45   #14
Punkomaniac
Genickbruch
 
Registriert seit: 15.02.2011
Ort: Köln
Beiträge: 28.667
Gut, ich wollte jetzt eigentlich meine Meinung dazu schreiben, aber wozu, wenn es schon andere taten.
Die Aussagen der Postings #2, #12 und #13 hier aus dem Thread sind eine gute Mischung, der ich mich guten Gewissens anschließen kann.
Punkomaniac ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.01.2015, 18:02   #15
Glissinda der Troll
Doghouse
 
Registriert seit: 23.06.2010
Beiträge: 6.795
Die Angst vor Anschlägen steigt seit dem 9/11 weil es immer wieder neue Anschläge gibt. Heute wurde in Frankreich wieder eine Polizistin erschossen. Ein Teil der Muslime hat Europa den Krieg erklärt. Das mag ein kleiner Teil sein solange er aber die Religion als Grund und die Mehrheit der Muslime als Tarnung benutzt wird er halt ein schlechtes Licht auf diese werfen. Das lässt sich kaum vermeiden.
__________________
# Axelmania!!!!!!!!
Glissinda der Troll ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.01.2015, 18:11   #16
Lestat
Mitarbeiter
 
Registriert seit: 02.04.2002
Ort: Frankfurt am Main
Beiträge: 5.457
Zitat:
Zitat von Glissinda der Troll Beitrag anzeigen
Die Angst vor Anschlägen steigt seit dem 9/11 weil es immer wieder neue Anschläge gibt. Heute wurde in Frankreich wieder eine Polizistin erschossen. Ein Teil der Muslime hat Europa den Krieg erklärt. Das mag ein kleiner Teil sein solange er aber die Religion als Grund und die Mehrheit der Muslime als Tarnung benutzt wird er halt ein schlechtes Licht auf diese werfen. Das lässt sich kaum vermeiden.
Alles richtig, jedoch erscheint mir Angst die falsche Reaktion zu sein, lieber Vorsicht und Aufklärung. Angst gepaart mit Unverständnis kann schnell in Hass umschlagen, was dringend zu vermeiden ist. Außerdem bringt uns die Angst dazu, unser Verhalten zu ändern, was den Terroristen in die Hände spielt. Anstatt Furcht sollten wir lieber Stärke zeigen, indem wir uns nicht von ihnen auf die Straße treiben und zu Hetzparolen verleiten lassen.

Edit: Nur nebenbei: Ein TEIL der Muslime. es gibt über 1,5 Milliarden von ihnen, ich denke der radikale und gewaltbereite Teil ist nicht nur klein, sondern winzig. Das ist ungefähr so, als wenn alle Deutsche mit Angst gemieden werden, nur weil es hier einige Vollidioten gibt die rechtsradikale Ansichten vertreten.
__________________
Soy, soy lo que dejaron, soy las sobras de lo que te robaron
Un pueblo escondido en la cima, mi piel es de cuero por eso aguata cualquier clima
Soy una fábrica de humo, mano de obra campesina para tu consumo
Soy América Latina un pueblo sin piernas pero que camina

Geändert von Lestat (08.01.2015 um 18:19 Uhr).
Lestat ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.01.2015, 18:11   #17
JackCrow
Administrator
 
Registriert seit: 31.08.2006
Beiträge: 12.624
Zitat:
Zitat von Glissinda der Troll Beitrag anzeigen
Die Angst vor Anschlägen steigt seit dem 9/11 weil es immer wieder neue Anschläge gibt. Heute wurde in Frankreich wieder eine Polizistin erschossen. Ein Teil der Muslime hat Europa den Krieg erklärt. Das mag ein kleiner Teil sein solange er aber die Religion als Grund und die Mehrheit der Muslime als Tarnung benutzt wird er halt ein schlechtes Licht auf diese werfen. Das lässt sich kaum vermeiden.
Komisch, der NSU hat auch eine Polizistin erschossen, aber ich habe niemanden sagen hören, dass ein Teil der weißen Ostdeutschen Europa (oder Deutschland) den Krieg erklärt hat. Woran das wohl liegen mag?

Aber nehmen wir mal an deine These stimmt insofern, als dass einige hier wirklich Krieg spielen wollen. Wie wäre es, wenn wir aufhören, in ihren Ländern Krieg zu spielen? Oder ist der Zusammenhang von Ursache und Wirkung da nicht ersichtlich?
__________________
Die SAW Version von "SMS von gestern Nacht":
AfRotaker:
"Sagt mal ich finde nirgends Fossilien zu wwe2k17 außer den Wrestlern die schon Essbesteck wurden. Weiß da jemand was?"
JackCrow ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.01.2015, 18:20   #18
Punkomaniac
Genickbruch
 
Registriert seit: 15.02.2011
Ort: Köln
Beiträge: 28.667
Zitat:
Zitat von Glissinda der Troll Beitrag anzeigen
Die Angst vor Anschlägen steigt seit dem 9/11 weil es immer wieder neue Anschläge gibt. Heute wurde in Frankreich wieder eine Polizistin erschossen. Ein Teil der Muslime hat Europa den Krieg erklärt. Das mag ein kleiner Teil sein solange er aber die Religion als Grund und die Mehrheit der Muslime als Tarnung benutzt wird er halt ein schlechtes Licht auf diese werfen. Das lässt sich kaum vermeiden.
Ein Teil der Linksextremisten hat dem System und/oder bestimmten Gruppen den Krieg erklärt - und setzen dies dann auch in Gewalt um. Ein Teil der Rechtsextremisten hat dem System und/oder bestimmten Gruppen den Krieg erklärt - und setzen dies dann auch in Gewalt um.
Radikale erklären immer einem System den Krieg, das gegen sie ist bzw. wo sie meinen, dass dies RADIKAL bekämpft werden muss.

Gestern Abend haben Linksextremisten in Leipzig eine Polizeistation angegriffen. Rache für den vor zehn Jahren verstorbenen Oury Jalloh, der in einer Dessauer Polizeistation verbrannte.
Gestern Abend griffen Rechtsextremisten in Dortmund ein Bürgerinformationsstand an, der sich für eine Flüchtlingsunterkunft einsetzte.

Demzufolge müsste an Montagen auch gegen die Links- und Rechtsextremisten demonstriert werden. Positionspapier, Punkt 18: 'PEGIDA ist gegen Radikalismus, egal ob religiös oder politisch motiviert.'

Geändert von Punkomaniac (08.01.2015 um 18:20 Uhr).
Punkomaniac ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.01.2015, 18:24   #19
Darji
Disqualifiziert
 
Registriert seit: 03.04.2012
Beiträge: 3.009
Zitat:
Zitat von Lestat Beitrag anzeigen
Alles richtig, jedoch erscheint mir Angst die falsche Reaktion zu sein, lieber Vorsicht und Aufklärung. Angst gepaart mit Unverständnis kann schnell in Hass umschlagen, was dringend zu vermeiden ist. Außerdem bringt uns die Angst dazu, unser Verhalten zu ändern, was den Terroristen in die Hände spielt. Anstatt Furcht sollten wir lieber Stärke zeigen, indem wir uns nicht von ihnen auf die Straße treiben und zu Hetzparolen verleiten lassen.

Edit: Nur nebenbei: Ein TEIL der Muslime. es gibt über 1,5 Milliarden von ihnen, ich denke der radikale und gewaltbereite Teil ist nicht nur klein, sondern winzig. Das ist ungefähr so, als wenn alle Deutsche mit Angst gemieden werden, nur weil es hier einige Vollidioten gibt die rechtsradikale Ansichten vertreten.
Was mich wirklich interessiert ist wie viele Konflikte in der Welt sind Islamisten verwickelt. Und das ist der große Unterschied zwischen den Islamisten und gewöhnlichen Terrorgruppen wie RAF oder IRA.

Und ja im vergleich zu den 1.5 Milliarden ist diese Zahl gering aber sie ist einfach viel zu hoch. Und wenn du dieses hinterfragst, dann weißt du auch warum Leute in Europa so viel Angst vor einer Islamisierung haben. Berechtigt? Nicht wirklich verständlich ja absolut.

Geändert von Darji (08.01.2015 um 18:26 Uhr).
Darji ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.01.2015, 18:27   #20
Glissinda der Troll
Doghouse
 
Registriert seit: 23.06.2010
Beiträge: 6.795
Zitat:
Zitat von JackCrow Beitrag anzeigen
Komisch, der NSU hat auch eine Polizistin erschossen, aber ich habe niemanden sagen hören, dass ein Teil der weißen Ostdeutschen Europa (oder Deutschland) den Krieg erklärt hat. Woran das wohl liegen mag?

Aber nehmen wir mal an deine These stimmt insofern, als dass einige hier wirklich Krieg spielen wollen. Wie wäre es, wenn wir aufhören, in ihren Ländern Krieg zu spielen? Oder ist der Zusammenhang von Ursache und Wirkung da nicht ersichtlich?
Nsu waren 2 oder 3 Leute die über ein längeren Zeitraum mehrere Menschen getötet haben. Schlimm genug. Aber mit dem muslimischen Terror der fast jede Woche irgendwo auf der Welt Tote fordert schwer vergleichbar.

Du meinst Ursache 9/11 und Wirkung Afganistankrieg? Ob diese Reaktion wirklich sinnvoll war da kann man sicher streiten. Die USA mussten auf dieses Verbrechen halt irgendwo reagieren. Vielleicht haben sie überreagiert. Andererseits war das Talibanregime ja auch keines um das es schade war.
__________________
# Axelmania!!!!!!!!
Glissinda der Troll ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.01.2015, 18:41   #21
Lestat
Mitarbeiter
 
Registriert seit: 02.04.2002
Ort: Frankfurt am Main
Beiträge: 5.457
Zitat:
Zitat von Darji Beitrag anzeigen
Was mich wirklich interessiert ist wie viele Konflikte in der Welt sind Islamisten verwickelt. Und das ist der große Unterschied zwischen den Islamisten und gewöhnlichen Terrorgruppen wie RAF oder IRA.

Und ja im vergleich zu den 1.5 Milliarden ist diese Zahl gering aber sie ist einfach viel zu hoch. Und wenn du dieses hinterfragst, dann weißt du auch warum Leute in Europa so viel Angst vor einer Islamisierung haben. Berechtigt? Nicht wirklich verständlich ja absolut.
Deinen letzten Satz verstehe ich nicht ganz. Ist da ein Wort zu wenig oder so?

Ich sehe durchaus ein, dass es einen Unterschied zwischen IS und IRA gibt. OK und weiter? Was ist denn unsere Schlussfolgerung aus dieser Tatsache? Klar kann man darauf mit Angst reagieren, ich denke aber trotzdem, dass es nicht nachvollziehbar ist, aus dieser Angst heraus eine Abneigung gegen sämtliche Muslime oder Einwanderer zu entwickeln, bzw. jeden von ihnen als potentiell gefährlich anzusehen.
__________________
Soy, soy lo que dejaron, soy las sobras de lo que te robaron
Un pueblo escondido en la cima, mi piel es de cuero por eso aguata cualquier clima
Soy una fábrica de humo, mano de obra campesina para tu consumo
Soy América Latina un pueblo sin piernas pero que camina
Lestat ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.01.2015, 18:48   #22
Darji
Disqualifiziert
 
Registriert seit: 03.04.2012
Beiträge: 3.009
Zitat:
Zitat von Lestat Beitrag anzeigen
Deinen letzten Satz verstehe ich nicht ganz. Ist da ein Wort zu wenig oder so?

Ich sehe durchaus ein, dass es einen Unterschied zwischen IS und IRA gibt. OK und weiter? Was ist denn unsere Schlussfolgerung aus dieser Tatsache? Klar kann man darauf mit Angst reagieren, ich denke aber trotzdem, dass es nicht nachvollziehbar ist, aus dieser Angst heraus eine Abneigung gegen sämtliche Muslime oder Einwanderer zu entwickeln, bzw. jeden von ihnen als potentiell gefährlich anzusehen.
Soweit ich PEGIDA etc verstehe tuen sie das auch nicht. Sie sind ausschließlich gegen diese Extremisten nicht gegen Moslems im allgemeinen. Dieser Panorama Bericht damals gab mir das gleiche Bild.

Und nein die Welt muss nicht mit Angst reagieren wie z.B. die Englische Presse die aus Angst vor Anschlägen keine satirischen Comics der getötet abdrucken wollte sondern man muss mit einer vereinten Stärke reagieren und klar machen das die Freie Welt nicht eine Spielwiese für Angst und Terror ist.
Darji ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.01.2015, 18:53   #23
Lestat
Mitarbeiter
 
Registriert seit: 02.04.2002
Ort: Frankfurt am Main
Beiträge: 5.457
Zitat:
Zitat von Darji Beitrag anzeigen
Soweit ich PEGIDA etc verstehe tuen sie das auch nicht. Sie sind ausschließlich gegen diese Extremisten nicht gegen Moslems im allgemeinen. Dieser Panorama Bericht damals gab mir das gleiche Bild.
Das ist mir ebenfalls bewusst. Leider haben sie auch Forderungen wie die von mir oben aufgeführten, die einfach nicht in ein Bild von Toleranz und konstruktivem Denken passen. Ich habe ja auch gesagt, es gibt einige Punkte denen ich mich anschließen würde, jedoch aus ebenfalls genannten Gründen, niemals der Bewegung an sich.

Zitat:
Und nein die Welt muss nicht mit Angst reagieren wie z.B. die Englische Presse die aus Angst vor Anschlägen keine satirischen Comics der getötet abdrucken wollte sondern man muss mit einer vereinten Stärke reagieren und klar machen das die Freie Welt nicht eine Spielwiese für Angst und Terror ist.
Korrekt. Stärke bedeutet aber nicht, Problemfälle abzuschieben und damit nur noch schlimmer Probleme zu erzeugen. Und auch nicht die Verdammung von über einem Siebtel der Weltbevölkerung. Ich sehe in Deutschland keine starke Islamisierung oder ähnliches.
__________________
Soy, soy lo que dejaron, soy las sobras de lo que te robaron
Un pueblo escondido en la cima, mi piel es de cuero por eso aguata cualquier clima
Soy una fábrica de humo, mano de obra campesina para tu consumo
Soy América Latina un pueblo sin piernas pero que camina
Lestat ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.01.2015, 18:59   #24
Direwolf
Schädelbasisbruch
 
Registriert seit: 09.09.2008
Ort: Spenge, NRW - Nahe Bielefeld
Beiträge: 1.627
Zitat:
Zitat von JackCrow Beitrag anzeigen
Diese Berichterstattung schürt logischerweise Angst, diese Angst treibt Menschen auf die Straße, und die, die die Angst geschürt haben, schlagen jetzt verbal auf die ein, die Angst haben (ich nehme mal die offensichtlichen Nazis, die das nutzen und mitlaufen aus der Betrachtung aus). Heute kam eine Bertelsmann-Studie heraus, nach der 57% der Deutschen sich vom Islam bedroht fühlen. Das Ergebnis stammt noch von vor dem Pariser Anschlag. Fragt sich mal jemand von denen, die die Ergebnis in den Nachrichten verlesen, warum das so sein könnte?
Dazu passt auch, dass die Angst vor dem Islam dort am größten ist, wo die wenigsten Muslime leben. Logisch. Da wird der schreckliche Eindruck, den unsere Medien generieren auch nicht durch Tatsachen aus dem alltäglichen Zusammenleben verwässert.
Danke, du hast es in der Tat mit besseren und vor allem weniger misanthropisch durchwachsenen Worten erklären können, als ich. In dem Zusammenhang möchte ich mal ganz vorsichtig eine Frage stellen, auch auf die Gefahr hin dafür Schimpf, Schand und Kopfschütteln zu ernten:

Sind unter diesem Gesichtspunkt nicht eigentlich die Angstschürer, beispielsweise die etwas sensationslüsternden/Panik verbreitenden Medien diejenigen, die einen Terroristen zum Terroristen machen, während die ausübende Person (Beispielsweise der Henker in diesen Enthauptungsvideos) nichts anderes ist als ein gewöhnlicher Mörder?
__________________
"Sowas kann doch nur Leuten einfallen, die bei Assoziationsspielchen neben "Hund", "Katze" und "Maus" auf "Hmmm, Schwingschleifer!" kommen, oder?" - Barlow
Direwolf ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.01.2015, 19:17   #25
JackCrow
Administrator
 
Registriert seit: 31.08.2006
Beiträge: 12.624
Zitat:
Zitat von Glissinda der Troll Beitrag anzeigen
Nsu waren 2 oder 3 Leute die über ein längeren Zeitraum mehrere Menschen getötet haben. Schlimm genug. Aber mit dem muslimischen Terror der fast jede Woche irgendwo auf der Welt Tote fordert schwer vergleichbar.
Natürlich ist das vergleichbar. Die, den Anschlag auf Charlie Hebdo verübt haben, waren andere Täter, als die, die die Polizistin ermordet haben (zumindest nach aktuellem Stand). Somit haben zwei radikale Täter gestern sogar deutlich weniger Menschen getötet, als der NSU. Das Problem liegt darin, dass du jede Tat, bei der Muslime beteiligt sind unter "muslimischem Terror" zusammenfasst. Bei rechtem Terror schaffst du dann aber komischerweise die Differenzierung auf die einzelnen Täter hinunter. Oder würdest du Breivik und den NSU in einen Topf schmeißen? Und wenn ja, packen wir dann noch die Taten der "White Power" und "Aryan Nation" in den USA der, sagen wir, letzten 15 Jahre dazu?

Was du da machst ist nichts anderes, als das, was die radikalen Täter antreibt. Die denken nämlich auch, der ganze große Westen hat sich gegen die muslimische Welt verschworen. Die diversen Kriege unter Beteiligung der verschiedenen NATO-Staaten und Russlands gelten da ganz fix als Beleg.


Zitat:
Zitat von Direwolf Beitrag anzeigen

Sind unter diesem Gesichtspunkt nicht eigentlich die Angstschürer, beispielsweise die etwas sensationslüsternden/Panik verbreitenden Medien diejenigen, die einen Terroristen zum Terroristen machen, während die ausübende Person (Beispielsweise der Henker in diesen Enthauptungsvideos) nichts anderes ist als ein gewöhnlicher Mörder?
Das ist das perfide an Terrorismus. Im Prinzip ist das so, wie du schreibst, allerdings gehen Terror und Gewaltakte nicht davon wieder weg, dass man nicht darüber berichtet. Die Medien laufen da immer auf einem ganz schmalen Grat.
Allgemein würde ich mir einfach etwas mehr Besonnenheit bei der Berichterstattung wünschen. Solche Taten sind für sich genommen schrecklich genug, die muss man nicht noch künstlich aufladen.
__________________
Die SAW Version von "SMS von gestern Nacht":
AfRotaker:
"Sagt mal ich finde nirgends Fossilien zu wwe2k17 außer den Wrestlern die schon Essbesteck wurden. Weiß da jemand was?"
JackCrow ist offline   Mit Zitat antworten
Antwort
Themen-Optionen



Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist an.
HTML-Code ist aus.

Gehe zu


Alle Zeitangaben in WEZ +1. Es ist jetzt 17:33 Uhr.


Powered by vBulletin® Version 3.8.4 (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2017, Jelsoft Enterprises Ltd.